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Carter-Dreier bringt den Sieg: Verlieren war keine Alternative

Carter-Dreier bringt den Sieg: Verlieren war keine Alternative

Es war fast ein wenig trostlos vor Spielbeginn in der ENERVIE Arena. Besonders mutig waren sie angesichts der prekären Ausgangslage alle nicht im Lager von Phoenix Hagen. Wenige Stunden später war das Weihnachtsfest gerettet: Die Feuervögel hatten die s.Oliver Baskets Würzburg mit 73:70 (36:31) niedergekämpft!
Mit fünf Niederlagen im Gepäck, auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht und mit erheblichen Personalsorgen belastet – das waren keine guten Voraussetzungen für das Duell mit dem starken Aufsteiger aus Würzburg. Ein Ersatz für Aufbauspieler Jason Crowe ist noch nicht gefunden.

Kurz vor dem Spiel meldete sich dann auch noch Brandon Brooks mit Achillessehnenproblemen ab. „Als diese Nachricht kam, habe ich mir ehrlich gesagt nur wenig Chancen ausgerechnet“, gab Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann zu.

Und so ging es wohl auch einem Großteil der 2.952 Zuschauer. Immerhin gab es eine positive Nachricht: Edward Seward konnte nach seiner Handverletzung erstmals wieder auflaufen. „Er hat zwar kaum trainiert, aber bei unserer Personalsituation war sein Einsatz wichtig“, sagte Phoenix-Coach Ingo Freyer. Doch ein Guard ist Eddie bestimmt nicht. Und genau auf diese Positionen ist das Würzburger Spiel nun einmal ausgerichtet.

Die Baskets pressten von der ersten Sekunde an über das ganze Feld. Doch darauf waren die Hagener bestens vorbereitet. Sie leisteten sich nur wenige Ballverluste und durchbrachen die Würzburger Presse auch darum mit Erfolg, weil die Forwards Zygimantas Jonusas und Jordan Hasquet den Ball immer wieder energisch nach vorne trieben. Und Ingo Freyer hatte seinem Team mehr Ruhe als gewöhnlich verordnet. Die Feuervögel spielten die Uhr relativ geduldig herunter. Das klappte gut. Nach einem engen ersten Viertel setzten sich die Gäste durch John Little dennoch erstmals ein wenig ab (26:20, 15.).

Aber Phoenix Hagen hatte zwei Dinge zu bieten: eine prima Verteidigung und ganz, ganz viel Herz. Das spürten auch die Fans, die ihrem angeschlagenen Team bedingungslos den Rücken stärkten. Zygimantas Jonusas punktete „from coast to coast“ zum 27:28 und T.J. Carter dunkte nach einem Ballgewinn von Tristan Blackwood zum 36:31-Pausenstand. Prasselnder Applaus begleitete die Hagener in die Halbzeit.

Wiederum war es Jonusas, der dem Spiel zu Beginn der zweiten Hälfte seinen Stempel aufdrückte. Er traf per Dreier zum 41:31 (22.), kassierte aber wenig später sein viertes Foul. Die Personaldecke wurde langsam dünn, denn auch Bernd Kruel musste sein viertes Foul hinnehmen. Ein Dreier von T.J. Carter rettete Phoenix Hagen eine 54:51-Führung nach 30 Minuten. Tristan Blackwood beendete einen Schnellangriff mit zwei weiteren Punkten zum 62:55. Ein erneuter Dreier von Carter brachte das 69:60 (39.). Die Fans bereiteten bereits die Feierlichkeiten vor, als die Würzburger Presse zweimal erfolgreich war. Ricky Harris traf aus der Distanz zum 69:66.

Der Sieg geriet jetzt in ernsthafte Gefahr. Jonusas und Kruel mussten mit fünf Fouls vom Feld. Chris Kramer glich 20 Sekunden vor dem Ende von der Freiwurflinie zum 70:70 aus. Aber eine Niederlage war an diesem Tag einfach keine Option. Drei Sekunden vor dem Ende verwandelte T.J. Carter seinen nächsten Dreier zum 73:70. Auszeit Würzburg! Harris versuchte es noch einmal mit einer Antwort, doch sein Dreipunktewurf war zu kurz. Phoenix Hagen landete einen echten „Big Point“ und feierte mit seinen Fans den überraschenden Coup.

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: "Wir haben sowieso personelle Probleme, weil uns ein Aufbauspieler fehlt. Als dann zwei Stunden vor dem Spiel noch Brandon Brooks ausgefallen ist, sah es richtig schlecht aus. Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Die Mannschaft hat aber super auf diese Situation reagiert. Vielleicht haben wir diese schwere Ausgangslage sogar gebraucht. Man hat heute gesehen, wie gut wir verteidigen können. Ich denke, unsere Team-Defense war entscheidend. Wir hatten am Ende natürlich auch das nötige Glück bei Carters Dreier. Ich bin sehr froh, dass wir gewonnen haben."

John Patrick: "Glückwunsch an Hagen. Es war ein sehr spannendes Spiel. Wir haben die Partie in der ersten Hälfte und zu Beginn der zweiten Halbzeit verloren. Am Ende war es dann sehr dramatisch. Wir hatten heute nicht die Energie, die Hagen ins Spiel eingebracht hat. Die Offensivrebounds von Phoenix haben uns Probleme gemacht, ebenso die Qualität von Jonusas und Carter. Wir haben insgesamt nicht genug Hagener Ballverluste erzwungen."

Phoenix Hagen: Jonusas (20/3), Carter (19/4), Blackwood (11/3), Hasquet (9/1), Seward (6), Kruel (5), Spohr (2), Rockmann (1), Constantine.

s.Oliver Baskets: Kramer (16), Harris (13/4), Little (13/2), Frazier (9/1), King (5/1), Jaconson (4), Boone (4), Clay (3), Elliott (3), Tomaszek.

Zuschauer: 2.952

Stationen: 9:5 (5.), 14:16 (10.), 20:26 (15.), 36:31 (20.), 43:38 (25.), 54:51 (30.), 60:54 (35.), 73:70 (40.).
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