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Dane Watts' goldener Moment

Dane Watts' goldener Moment

Muri Kazurin konnte seine Enttäuschung nicht verbergen. Der Mann, der Alba Berlin in der vergangenen Saison bis kurz von den Gewinn der Deutschen Meisterschaft geführt hatte und nun die Geschicke der Fraport Skyliners leitet, trauerte der verpassten Chance hinterher. "Wir haben heute im entscheidenden Moment einfach zu viele Fehler gemacht", gestand der Israeli. Eine andere Lesart der entscheidenden Sekunden eines packenden Krimis liefert Thorsten Leibenath. "Dane Watts hatte einen goldenen Moment", so der Head-Coach von ratiopharm ulm und beschrieb damit die Phase, als sein Power Forward mit einem Steal die vier entscheidenden Punkte zum vierten Ulmer Sieg im fünften Spiel folgen ließ. "Wir haben heute gegen einen sehr starken Gegner gewonnen, was mich stolz macht", so Leibenath weiter.
Wie schwer es gegen den letztjährigen Halbfinalisten werden würde, zeigte sich zu Beginn. Denn es dauerte bis zur 3. Minute, ehe ratiopharm ulm durch Isaiah Swanns Dreier erstmals zu Punkten kam (3:5). Doch was die ausverkaufte Kuhberghalle dann sah, war ein 13:0-Lauf, der sein erstes Highlight in einem Steal von Swann plus anschließendem Zauberanspiel auf Watts und den Punkten zum 9:7 erlebte. Bis zur 6. Minute setzen sich die Gastgeber mit einer fulminanten Anfangsoffensive auf 16:7 ab. Doch Frankfurt blieb in der vorletzten Vorstellung am Kuhberg im Spiel. Nach zehn Minuten wies die Anzeigetafel den 23:13-Zwischenstand aus.

Der zweite Durchgang begann mit einem 1:9-Lauf (24:22, 14.) der Gäste bzw. mit dem Verlust der Ulmer Anfangseuphorie. Als Justin Gray in der 16. Minute einen Dreier zum 28:28 versenkte, war der Vorsprung des 1. Viertels gänzlich aufgebraucht. "Es war mir klar, dass wir gegen ein Team wie Frankfurt unseren Vorsprung nicht über 30 Minuten würden verwalten können", erklärt Leibenath. Denn wenngleich Keaton Nankivil ebenfalls per Dreier nachlegte (31:28), die Hessen waren nun am Drücker. Doch drei Ulmer Dreier (Esterkamp, Nankivil, Günther) unterstrichen den unbedingten Willen der ratiopharm-Mannschaft, dieses Spiel gewinnen zu wollen. Zur Halbzeit hatten sich die Gastgeber so wieder ein kleines Polster herausgespielt (44:37).

Die Aufmerksamkeit zu Beginn der zweiten Halbzeit gehörte zunächst voll und ganz Per Günther, der seine Punkte 12 bis 14 zum 48:39 (22.) versenkte. Doch Frankfurt hatte sich rasch auf die Günther`sche Feuerpower eingestellt und erlaubte den Gastgebern nur noch wenige Punkte (50:46, 26.). Das Viertel mit dem niedrigsten Scoring (16:18) gewann Frankfurt und endete mit 61:55.

Die entscheidenden 10 Minuten begannen mit einer taktischen Variante, die die Kuhberghölle in dieser Saison noch nicht gesehen hatte. Thorsten Leibenath schickte seine beiden Shooting Guards Rocky Trice und Isaiah Swann gemeinsam aufs Parkett. Und Swann bestätigte die Strategie sogleich mit einem Dreier (dem dritten) zum 64:55. Nun häuften sich allerdings die Ulmer Missverständnisse, bzw. die Frankfurter Treffer aus der Distanz: Nach einem Dreier von Quantez Robertson (66:64, 34.) und dem 12. Ulmer Ballverlust beantragte Leibenath eine Auszeit. Als noch knapp fünf Minuten auf der Spieluhr verblieben waren, erzielte Justin Gray dennoch das 66:68. Und auch der Swann-Dreier zum 69:68 wurde sofort von John Leuer gekontert (69:71). "Dass wir aber dennoch nicht die Ruhe verloren haben, ist bemerkenswert", so der Trainer in der Rückschau.

Das vorletzte Kuhberghallen-Spiel sollte also wieder einmal als Krimi enden. Über die Stationen 71:71 (37.), 73:74 (39.) und 75:74 (20.) fieberten 3.000 Zuschauer dem Finale entgegen. Und das besorgte Dane Watts dann ganz alleine: Mit vier Punkten in Folge (77:74) sorgte er 18 Sekunden vor dem Ende für die Entscheidung. Als dann noch John Leuer einen Freiwurf vergab, waren der Rebound und die anschließenden Freiwürfe bei Kapitän Steve Esterkamp in sicheren Händen. Zum Bauhaus-Spieler des Tages wurde dann auch folgerichtig Dane Watts gewählt.

Für ratiopharm ulm spielten: Isaiah Swann (20), Tommy Mason-Griffin (5), Per Günther (14), Sebastian Betz, Femi Oladipo (dnp), Michael Wenzl, Marcel Heberlein (dnp), Rocky Trice (12:23 Minuten, 3 Rebounds), Steve Esterkamp (14), Dane Watts (10), Keaton Nankivil (8), John Bryant (10, 9 Rebounds).
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