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Den Meister gefordert

Den Meister gefordert

Am 8. Spieltag der Saison 2011/2012 in der Beko Basketball Bundesliga haben die Telekom Baskets Bonn eine 73:85 (14:23, 25:22, 22:18, 12:22)-Niederlage hinnehmen müssen. Gegen den amtierenden Deutschen Meister aus Bamberg gerieten die Gastgeber gleich im ersten Viertel zweistellig ins Hintertreffen, gestalteten die Partie aber spätestens ab dem dritten Viertel offen. Im Schlussakt profitierten die Brose Baskets von ihrer tiefen Bank und dem Wurfpech der Bonner, die ihre offenen Dreier nicht in Punkte verwandeln konnten, wodurch die Franken im Ligabetrieb weiter ungeschlagener Spitzenreiter bleiben.
Vor 5.950 Zuschauern - darunter auch die Ex-Baskets Artur Kolodziejski und Alex King - im fast ausverkauften Telekom Dome machten beiden Mannschaften ab der ersten Sekunde unmissverständlich klar, dass der Weg zum Sieg nur über die Verteidigung führen würde. Es dauerte über zwei Minuten, ehe Marcus Slaughter die ersten Zähler auf die Anzeigetafel brachte (0:2, 3. Minute). Die Gäste, die ohne Julius Jenkins antraten, der am Tag zuvor Vater einer gesunden Tochter wurde, fanden in der Folge die besseren Ausstiege im Angriff und zogen so Zähler um Zähler davon (8:17, 8. Minute). Erst ein Alley-Oop von Tony Gaffney nach Pass übers halbe Feld von Jared Jordan weckte den Kampfgeist der Hausherren (14:23, 10. Minute). Bonn versuchte sein Glück vermehrt von jenseits der 6,75 Meter-Linie und war nach zwei Dreiern von Gaffney und einem weiteren Distanztreffer von Andrej Mangold in Windeseile wieder dran (25:28, 14. Minute). Predrag Suput netzte ebenfalls von „Downtown“ ein und brachte den Franken das nötige Selbstvertrauen zurück, um bis zur Pause etwas an Abstand zu gewinnen (39:45, 20. Minute).

Hatten die Rheinländer, die wegen einer Virusinfektion auf Daniel Hain verzichten mussten, im zweiten Viertel mit drei Dreiern in Serie beeindruckt, so zahlte es der Tabellenführer nach dem Seitenwechsel mit gleicher Münze zurück. Den dreifachen Dreierpack später sah sich Bonn in einem 15-Punkte-Loch (41:56, 23. Minute). An Aufgabe war jedoch nicht zu denken. Angetrieben von Zvonko Buljan, Jared Jordan und den Fans in der Halle initiierten die Telekom Baskets einen 13:2-Lauf, der Bamberg merklich unter Druck setzte und das Publikum auf den Rängen jubeln ließ (54:57, 28. Minute). Einen Buljan-Dreier später konnte gar der Ausgleich (59:59, 29. Minute) bejubelt werden, die Führung sollte der Truppe von Michael Koch jedoch verwehrt bleiben.

Am Anfang des Schlussabschnitts folgte die Schlüsselstelle des gesamten Spiels. Erneut war es den Telekom Baskets - diesmal durch Tony Gaffney - gelungen, den Ausgleich zu erzielen (63:63). Das Momentum schien sich auf die Bonner Seite zu legen. Den Gästen gelang nun dank der starken Verteidigung der Baskets in der Offense kaum etwas. Doch das Team von Michael Koch nutze seine Chancen in dieser Phase nicht konsequent. „Gegen einen Gegner wie Bamberg musst jede sich bietende Chance nutzen und das ist uns nicht gelungen“, analysierte Forward Simonas Serapinas nach dem Spiel. Gleich viermal hatten sich die Telekom Baskets die Chance auf einen Wurf zur Führung herausgespielt, doch kein Versuch brachte Zählbares zustande.

Stattdessen kehrte die Routine zurück in die Reihen der Gäste, die aus einer felsenfest stehenden Verteidigung heraus im Angriff wieder ihre Plays abspulten und so einen steten Output produzierten (64:71, 35. Minute). Den Hausherren fehlte im letzten Viertel zudem das Glück aus der Distanz, um den wachsenden Rückstand nochmals zwingend zu verringern.

Bis zum 8. Spieltag hatten die Brose Baskets ihre Spiele in der Beko Basketball Bundesliga mit einer Differenz von durchschnittlich 28,8 Punkten gewonnen. Die Telekom Baskets Bonn hielten die Franken durch ihre intensive Verteidigung unter ihrem normalen Schnitt (93,5 PpS) und machten auf der Gegenseite mehr, als Bamberg normalerweise zulässt (64,3 PpS).

Bis auf die drei Dreier (bei sechs Versuchen) im zweiten Viertel war den Gastgebern das Wurfglück nicht hold. Im ersten sowie im letzten Abschnitt fand kein einziger Distanzwurf sein Ziel, Bonn beendete die Partie mit 5/19 Dreiern (26 Prozent).

Michael Koch (Headcoach Telekom Baskets Bonn):

„Glückwunsch an Chris Fleming und sein Team. Wir haben heute so viel wie möglich dafür getan, Bamberg zu ärgern. Haben aber leider insbesondere zu wenig von außen getroffen. Wir haben leider nicht den ganz großen Kader wie die Bamberger, so dass wir am Ende kräftemäßig eingebrochen sind. Trotzdem bin ich sehr zufrieden, denn wir haben gegen den Tabellenführer zwei Viertel gewonnen, haben alles gegeben und so gekämpft, wie ich das verlange. In der entscheidenden Phase gelang es uns nicht, die Big-Shots zu setzen, denn unsere Starter konnten am Ende nicht mehr zulegen.“

Chris Fleming (Headcoach Brose Baskets):

„Ich muss Mike und seinem Team auch ebenfalls gratulieren. Ich habe jetzt alle Bundesligisten gesehen, Bonn gehört zu den Mannschaften, die ich am liebsten sehe. Sie spielen auf einem tollen Level und agieren durch Jordan perfekt zusammen. Wir wussten, dass es heute hart werden würde, insbesondere nach unserer Niederlage in Kaunas. Beim Stande von 63:63 schien das Spiel an einem Wendepunkt angelangt. Bonn hatte einen guten Lauf, hat viel energischer gespielt und wir sind nur noch gestolpert. Trotzdem haben wir es dann geschafft uns besonders mit harter Defense aus diesem Loch zu graben. Wir hatten in dieser Saison noch nicht viele solcher Spiele, deshalb war das heute für uns ein guter Test, in dem wir die richtige Reaktion gezeigt haben.“

Telekom Baskets Bonn:

Serapinas (2), Ensminger (21, 13 Rebounds), Veikalas (15), Buljan (3/1 Dreier), Mangold (3/1), Thülig (0), Jordan (14), Gaffney (15), Wohlfarth-Botterman (0), Tolaj (dnp)

Brose Baskets:

Suput (20/2), Tadda (2), Schmidt (dnp), Neumann (3), Pleiß (4), Roberts (7/1), Jacobsen (11/2), Tucker (9), Gavel (13/2), Monse (dnp), Slaughter (16)
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