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Der Abstiegskampf spitzt sich zu

Der Abstiegskampf spitzt sich zu

Welche beiden Teams müssen am Ende der Saison den bitteren Gang in die ProA antreten? Diese Frage wird womöglich erst am letzten Spieltag der aktuellen Beko BBL-Saison entschieden, wobei die Gloria GIANTS Düsseldorf die schlechteste Ausgangsposition haben.
Die Rheinländer liegen mit 8:50 Punkten abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz; schon mit zwei weiteren Niederlage ist der Gang in die 2. Liga besiegelt.

Die LTi GIESSEN 46ers (16:44 Punkte), der BBC Bayreuth (16:44) und der Mitteldeutsche BC (14:44) würden im Saison-Finish den zweiten Absteiger unter sich ausmachen. Wir werfen einen Blick auf das Restprogramm der Kellerkinder und analysieren, wer die besten Karten im Kampf um den Klassenerhalt hat.

LTi GIESSEN 46ers: Hessen hoffen auf den Heimvorteil

Vom Überraschungs-Team zum Kellerkind: Diese rasante Entwicklung haben die LTi GIESSEN 46ers binnen weniger Monate genommen. Mit fünf Siegen aus den ersten sieben Spielen gestartet, findet sich der Bundesliga-Dino – Gießen ist als einziger Erstligist seit Gründung der Liga im Jahr 1966 dabei – inzwischen in akuter Abstiegsgefahr wieder. Mitte Januar, nach einer Serie von zwölf Niederlagen in Folge und dem negativen Höhepunkt, dem 54:88-Debakel im Heimspiel gegen EnBW Ludwigsburg, zog Trainer Vladimir Bogojevic die Konsequenzen und trat von seinem Amt zurück.

image_1302167584109.jpegDoch auch seinem Nachfolger Steven Key war das Glück bislang noch nicht hold: acht Niederlagen und drei Siege sind bisher seine Bilanz. Bogojevic, der weiter das Amt des Sportdirektors ausübt, ist vom Klassenerhalt dennoch fest überzeugt.

„Das Gute ist, dass wir es in der eigenen Hand haben, den Klassenerhalt zu schaffen. Beim Doppel-Spieltag am 15. und 17. April, wo wir zwei Heimspiele hintereinander haben, wollen wir den Grundstein dafür legen.“ Zu Gast in der Osthalle sind an diesem Wochenende der TBB Trier, der noch um das Erreichen der Playoffs kämpft, und der Mitteldeutsche BC, ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf.

„In Gießen vor eigenem Publikum zu spielen, ist immer ein Vorteil“, setzt Bogojevic auf die Unterstützung der Fans. Den Trainerwechsel sieht Bogojevic im Übrigen auch im Rückblick als unvermeidbar. „In unserer damaligen Situation, mit solch einer Niederlagenserie, brauchten wir eine Frischzellenkur und neue Impulse. Wobei ich sagen muss, dass man auf der Tribüne noch mehr leidet als auf der Bank“, so der ehemalige Nationalspieler über seinen Perspektivwechsel. Mit Blick auf das Restprogramm will sich Bogojevic aber nicht nur auf das Heimspiel-Wochenende Mitte April verlassen.

„Wir fahren am Samstag nach Berlin, um dort etwas mitzunehmen – und wenn es nur die richtige Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben ist.“ In den letzten beiden Spielen mussten die Gießener auf Shooting Guard Chase Griffin verzichten, der an einer Muskelverletzung laboriert; sein Einsatz gegen ALBA ist fraglich. Sollten die 46ers beide Heimspiele gegen Trier und vor allem den aktuellen Vorletzten MBC tatsächlich gewinnen, stehen die Chancen auf die 45. Erstliga-Spielzeit der Gießener nicht schlecht.

Das Restprogramm
09.04.2011 ALBA BERLIN : LTi GIESSEN 46ers 20:05 Uhr
15.04.2011 LTi GIESSEN 46ers : TBB Trier 20:00 Uhr
17.04.2011 LTi GIESSEN 46ers : Mitteldeutscher BC 17:00 Uhr
23.04.2011 Phoenix Hagen : LTi GIESSEN 46ers 20:00 Uhr

Der direkte Vergleich
gegen Bayreuth: 86:82; 73:67
gegen den MBC: 65:81; Rückspiel am 17. April
gegen Düsseldorf: 94:89; 66:50

BBC Bayreuth: Totgesagte leben länger

„Vor ein paar Wochen hat doch niemand mehr einen Pfifferling mehr auf uns gesetzt!“ Es ist eine Mischung aus Verärgerung und Stolz, die aus Andreas Wagner spricht. Der Trainer des BBC Bayreuth ärgert sich über diejenigen, die sein Team nach acht Niederlagen und nur einem Sieg von Anfang Januar bis Anfang März schon abgeschrieben hatten. Der Verein sah sich aufgrund der Kritik von außen gar genötigt, dem Coach Anfang März öffentlich das Vertrauen auszusprechen.

image_1302167638322.jpeg„Es ist klar, dass auch der Trainer in Frage gestellt wird, wenn der Erfolg ausbleibt. Für mich persönlich und auch für das Team hat das keinen großen Unterschied gemacht, denn wir wissen, dass wir jeden Tag hart arbeiten und in der Vergangenheit Spiele nur knapp und unglücklich verloren haben.“

Mit drei Siegen aus den letzten fünf Spielen, darunter ein beeindruckendes 84:65 gegen ratiopharm Ulm am jüngsten Spieltag, haben sich die Wagnerstädter am eigenen Schopf ein wenig aus dem Abstiegssumpf gezogen. „Unsere aktuell gute Verfassung stimmt mich auch für den Saison-Endspurt optimistisch“, betont Wagner. Dabei hat der Aufsteiger das härteste Restprogramm aller Abstiegskandidaten. Auswärts geht es nach Oldenburg, Düsseldorf und Bamberg, zu Hause erwartet der BBC die DEUTSCHE BANK SKYLINERS.

Ein Sieg beim Tabellenletzten Düsseldorf ist Pflicht, einer im Heimspiel gegen Frankfurt wünschenswert. „Und dann müssen wir noch einen Sieg in der Fremde holen“, rechnet Wagner vor. Da es am letzten Spieltag zum amtierenden Meister und Pokalsieger Bamberg geht, hofft der Coach auf einen Überraschungs-Coup am Wochenende in Oldenburg. „Wir sind stabil, weil wir erstmals seit langem komplett sind. Unsere Neuverpflichtungen Drew Neitzel und Ekenechukwu Ibekwe haben sich inzwischen gut eingefügt und geben uns vor allem defensiv mehr Optionen“, nennt Andreas Wagner die Gründe, die ihn den BBC Bayreuth auch in der Saison 2011/12 in der Beko BBL sehen lassen.

Das Restprogramm
08.04.2011 EWE Baskets Oldenburg : BBC Bayreuth 20:00 Uhr
15.04.2011 BBC Bayreuth : DEUTSCHE BANK SKYLINERS 19:30 Uhr
17.04.2011 Gloria GIANTS Düsseldorf : BBC Bayreuth 18:00 Uhr
23.04.2011 Brose Baskets : BBC Bayreuth 20:00 Uhr

Der direkte Vergleich
gegen Gießen: 82:86; 67:73
gegen den MBC: 70:79; 74:78
gegen Düsseldorf: 88:68; Rückspiel am 17. April

Mitteldeutscher BC: Dettmann soll die Köpfe frei bekommen

Dramatisch zugespitzt hat sich der Kampf um den Klassenerhalt beim Mitteldeutschen BC, und das nicht allein wegen der bitteren 80:81-Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Düsseldorf Mitte März und den anschließenden Niederlagen gegen Bamberg und Frankfurt. Trainer Björn Harmsen, der dem Team schon seit dem 8. Februar aufgrund einer Bauchspeicheldrüsen-Entzündung nicht zur Verfügung stand, fällt bis zum Saisonende aus. „Meine gesundheitliche Situation erlaubt es leider weiterhin nicht, in die tägliche Arbeit zurückzukehren“, erklärte Harmsen.

image_1302167697185.jpegDer Beirat des Klubs entschied daraufhin, einen neuen Headcoach für den Rest der Saison zu verpflichten und Assistenz-Trainer Anton Mirolybov, der Harmsen vertrat, wieder in die zweite Reihe zu schicken. Die Rolle rückwärts erfolgte dann mit der Vorstellung des ehemaligen MBC-Trainer Henrik Dettmann (2003/04) – aber nicht als neuer Headcoach, sondern als sogenannter „Club Consultant“, eine Art sportlicher Berater.

Manager Martin Geißler sieht in dieser Lösung keine Kehrtwende im ursprünglichen Plan: „Die jetzige Konstellation ist das Ergebnis vieler Gespräche, die wir nach der Nachricht von Björn Harmsen geführt haben. Anton genießt das Vertrauen der Mannschaft und leistet hervorragende Arbeit. Mit Henrik Dettmann als sportlichem Berater hoffen wir nun, in den letzten Spielen den Schalter umzulegen.“ Den Schalter umlegen, auf dem Feld und im Kopf: „Ich denke, dass wir in erster Linie ein psychisches Problem haben.

Die vielen Niederlagen, einige davon sehr knapp, nagen am Selbstbewusstsein“, weiß Geißler. Abhilfe soll nun der ehemalige deutsche Bundestrainer Dettmann, dem der Ruf eines Basketball-Philosophen voraus eilt, schaffen. Durch einen psychologischen Fragebogen wollte sich der Finne einen Überblick verschaffen, wie es in den Köpfen der MBC-Akteure aussieht. Seine Erkenntnisse fließen nun in die tägliche Trainingsarbeit ein, wobei Dettmann dort die Rolle des Beobachters am Seitenrand hat, während sein Landsmann Mirolybov weiter für die Trainingsinhalte zuständig ist. Auch bei den Spielen wird Dettmann nicht auf der Trainerbank sitzen. „Mit seiner Erfahrung kann Henrik Dettmann helfen, das Selbstvertrauen zurück zu bringen“, ist Geißler, der schon zu Zeiten des Gewinns des FIBA Europe Cup durch den MBC im Jahr 2004 mit Dettmann zusammen arbeitete, überzeugt. Geißler weiß, dass die „Wölfe“ mit dem Rücken zur Wand stehen:

„Die Partien zu Hause gegen Tübingen und in Gießen sind sicherlich Schlüsselspiele.“ Ein Vorteil des MBC gegenüber der direkten Konkurrenz könnte die Tatsache sein, dass er ein Spiel mehr auszutragen hat. Drei der restlichen fünf Spiele tragen die Weißenfelser zu Hause aus, allerdings haben sie in diesem Jahr noch keine Begegnung auf eigenem Parkett gewonnen. Als wichtig könnte sich auch der direkte Vergleich entpuppen: Gegen Bayreuth siegte der MBC zweimal, gegen Gießen (bislang) einmal. Der Headcoach a.D., Harmsen, ist jedenfalls optimistisch, dass der Klassenerhalt gelingt. „Wir haben jetzt eine homogene Mannschaft beisammen, in der es keine Probleme untereinander gibt. Die richtige Teamchemie kann entscheidend sein auf dem Weg, die Klasse zu halten.“

Das Restprogramm
08.04.2011 New Yorker Phantoms Braunschweig : Mitteldeutscher BC 19:00 Uhr
10.04.2011 Mitteldeutscher BC : Artland Dragons Quakenbrück 16:30 Uhr
15.04.2011 Mitteldeutscher BC : WALTER Tigers Tübingen 19:30 Uhr
17.04.2011 LTi GIESSEN 46ers : Mitteldeutscher BC 17:00 Uhr
23.04.2011 Mitteldeutscher BC : BG Göttingen 20:00 Uhr

Der direkte Vergleich
gegen Gießen: 81:65; Rückspiel am 17. April
gegen Bayreuth: 79:70; 78:74
gegen Düsseldorf: 67:69; 80:81

Gloria GIANTS Düsseldorf: Eine Saison mit wenig Höhen und vielen Tiefen

Spätestens nach der 80:88-Niederlage am Wochenende gegen den West-Rivalen Phoenix Hagen sind die Hoffnungen der Gloria GIANTS Düsseldorf auf den Klassenerhalt auf ein Minimum gesunken. „Wir bräuchten schon ein Wunder. Wenn man an diese glaubt, kann es funktionieren. Aber da wir erst vier Saisonsiege überhaupt geholt haben, ist es sehr unrealistisch“, sagte Co-Trainer Marin Petric, der aus Mangel an personellen Alternativen für die Giganten auch auf dem Parkett aktiv im Einsatz ist, dem Internetportal „Der Westen“ nach der Niederlage gegen Hagen.

image_1302167747622.jpegSchon mit zwei weiteren Heimniederlagen könnte der Abstieg der Düsseldorfer in die ProA so gut wie besiegelt sein. Wie Murat Didin, Trainer und Geschäftsführer der GIANTS in Personalunion, jetzt mitteilte, plane man im Unterhaus mit einem Etat zwischen 1,3 und zwei Millionen Euro.

Der ehemalige türkische Nationaltrainer ist also realistisch genug, um einzuschätzen, dass es mit der Gegenwart in der Beko BBL zu Ende geht und die Zukunft für die Düsseldorfer die ProA sein wird.

Das Restprogramm
08.04.2011 Gloria GIANTS Düsseldorf : Telekom Baskets Bonn 19:30 Uhr
10.04.2011 EnBW Ludwigsburg : Gloria GIANTS Düsseldorf 17:00 Uhr
15.04.2011 Gloria GIANTS Düsseldorf : ratiopharm Ulm 19:30 Uhr
17.04.2011 Gloria GIANTS Düsseldorf : BBC Bayreuth 18:00 Uhr
23.04.2011 EWE Baskets Oldenburg : Gloria GIANTS Düsseldorf 20:00 Uhr

Der direkte Vergleich
gegen Gießen: 89:94; 50:66
gegen Bayreuth: 68:88; Rückspiel am 17. April
gegen den MBC: 69:67; 80:81
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