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Der Playoff-Zug ist abgefahren

Der Playoff-Zug ist abgefahren

Der tolle Kampf wurde nicht belohnt. Eine unglückliche 76:80-Niederlage besiegelte wohl auch das Aus der Tigers um die Playoff-Plätze. Allerdings konnten sogar die Frankfurter sich nicht richtig über den Sieg freuen und verschwanden zügig in der Kabine. Auch bei der Pressekonferenz konnte man Sieger und Besiegten nicht wirklich voneinander unterscheiden. Beinahe entschuldigend gratulierte Frankfurts-Coach Gordon Herbert Tigers-Dompteur Igor Perovic zu einer starken kämpferischen Leistung der Tübinger Mannschaft.
Bedingt durch den ungünstigen Spieltermin unter der Woche konnten und wollten nur 2300 Zuschauer den Tabellenzweiten aus der Mainmetropole sehen. Diese bereiteten den beiden Ex-Tübingern Pascal Roller und AJ Moye jedoch einen warmherzigen Empfang. Gute zwei Minuten sollte es dauern, bis die ersten Punkte auf der Anzeigetafel erschienen: Dane Watts traf einen Dreier zum 3:0. Doch auch danach passierte zunächst nicht viel. Beide Teams verteidigten intensiv, sodass keine einfachen Würfe herausgespielt werden konnten. So waren es vornehmlich Einzelaktionen, die für Punkte sorgten. Insbesondere Bane Ratkovica und Chris Oliver taten sich dabei hervor. Oliver mit vier Punkten und Ratkovica, indem er den derzeit besten BBL-Akteur DaShaun Wood bereits in der sechsten Minute zu seinem zweiten Foul zwang. Ohne ihren Kopf agierten die Hessen in der Offensive unsicher und es gelang den Schwaben in der Folge, einen kleineren Vorsprung herauszuspielen. Nach dem zweiten Dreier von Watts stand es 15:8 (8. Minute), bei der Viertelpause leuchtete immerhin noch ein 19:13 auf dem Scoreboard.

Der zweite Abschnitt begann mit zwei 24-Sekunden-Überschreitungen beider Mannschaften, bevor Jevohn Shepherd auf Frankfurter Seite für das erste Highlight sorgte und den Ball über Kashirov in den Korb stopfte. Danach kam es zu einer speziellen Dreiershow auf beiden Seiten, als Ratkovica, Shepherd, Markovic und erneut Shepherd von jenseits der 6,75 Meter Linie einnetzten. Am Spielstand änderte sich somit nicht viel (25:21, 14.), doch Herbert wollte seine Mannschaft in der nun folgenden Auszeit neu einstellen und brachte vor allem auch Wood zurück ins Spiel. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Ratkovica das Duell gegen seinen Widersacher deutlich gewonnen, allein zahlreiche Offensivrebounds der SKYLINERS sorgten dafür, dass die Gäste wieder herankamen (29:29, 16.). Mit der Einwechslung von Watts wurden die Tigers wieder stärker und beide Teams neutralisierten sich erneut ähnlich wie in der Anfangsphase. Bis zur Halbzeitpause konnten sich die Tigers mit einigen schönen Aktionen sogar wieder minimal absetzen (40:37). Wood war bis dahin völlig unter Kontrolle mit gerade einmal vier Punkte und keinem Assist.
Mit ihren den ersten Angriffen in der zweiten Halbzeit taten sich die Tigers schwer gegen die Verteidigung der Gäste. So dauerte es erneut zwei Minuten, ehe Watts die ersten Feldpunkte erzielen konnte. Dank der weiterhin sehr aufmerksamen Verteidigung hielt Frankfurt dennoch weiter auf Distanz. Als die Schiedsrichter Perovic ein technisches Foul aufbrummten und zwei schnelle Fouls gegen Anatoly Kashirov auslegten, kamen die Fanherzen in der Paul Horn-Arena dann gehörig in Wallung. Die Tigers ließen sich jedoch nicht beirren und überstanden auch diese kritische Situation, ohne dass die Führung wechselte (50:46, 26.). Das Spiel wurde nun hektischer und die Foulpfiffe häufiger. Ratkovica war der erste Leidtragende und wurde von seinem Trainer nach seinem vierten Foul auf die Bank beordert (28.). Dennoch stand die Verteidigung weiter stabil und die Tigers behaupteten dank zweier Wahnsinnsdreier von Markovic die Führung vor dem Schlussabschnitt (59:53).

Diese letzten 10 Minuten begannen nicht gut für die Tigers, denn die Frankfurter erzielten vier schnelle Punkte in Folge und zwangen Perovic nach 50 Sekunden zu einer frühen Auszeit. Danach gelang erneut Markovic ein weiterer Dreier, der wieder Ruhe in das Tigers-Spiel brachte. Kurz darauf stockte den Fans erneut der Atem, als Kashirov sein viertes Foul kassierte, aber dennoch auf dem Feld blieb: er dankte es Perovic mit einem Dreipunktespiel zum 65:60 (34.). Gut vier Minuten vor dem Ende kam es dann erneut zu einer brisanten Situation für die Tigers, als Wood zum 65:65 ausgleichen konnte und Ratkovica danach nur einen Freiwurf verwandelte. Und tatsächlich: Trotz bärenstarker Verteidigung war Jimmy McKinney mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr und einem Wurf im Zurückfallen erfolgreich und schaffte die erste Führung für die Hessen. Das Momentum schien zu kippen. Doch erneut kämpften die Schwaben vorbildlich und eroberten sich die Führung zurück (72:70, 38.). Als Sekunden später Joe Herber – der dem sichtlich gefrusteten Wood keinen Zentimeter Platz mehr ließ – einen Ball eroberte und gar das 74:70 erzielte, kochte der Tübinger Dschungel. Das Spiel war aber noch nicht aus. Ein sehr umstrittenes unsportliches Foul von Herber nutzten die Frankfurter eine Minute vor Schluss zu einem Fünf-Punkte-Spiel und konnten die Führung wieder an sich reißen (77:76). Zwei getroffene Wood-Freiwürfe später betrug der Rückstand gar drei Zähler. Noch zwölf Sekunden blieben den Tigers, um sich in die Verlängerung zu retten, doch der Dreier von Markovic drehte sich einige Male im Ring, ehe er sich dann letztlich entschied, nicht durch das Netz zu fallen. Damit war die bittere und unverdiente Niederlage besiegelt.
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