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Der tägliche Dauerlauf

Der tägliche Dauerlauf

Ob seine Uhr ein wenig langsamer tickt? Ob sein Tag einfach 36 Stunden hat? Ob er ohne Schlaf auskommt? Es sind Fragen dieser Art, die sich stellen, wenn man sich mit Ralph Held unterhält. Der vierfache Familienvater ist nicht nur Assistenz-Trainer bei den EWE Baskets ...
image_1298973804683.jpeg... Oldenburg, sondern seit 2009 auch Nachwuchs-Koordinator des Beko Basketball-Bundesligisten. „Und das mit großer Freude“, wie Held betont, der über ein großes Netzwerk verfügt: „Meine weltweiten Kontakte und die große Erfahrung helfen mir sehr.“

In Kontakt mit dem Basketball kam der gebürtige Aachener früh. Die aktive Zeit als Spieler indes ergänzte er schon mit 17 Jahren mit einem Engagement als Jugendtrainer. Held sammelte Trainerscheine und Erfahrung und wurde unter anderem Headcoach in der Oberliga und Regionalliga. Die große Basketball-Bühne betrat er dann in der Saison 1994/1995, als er Assistenz-Trainer von Don Beck wurde – eine Verbindung, die lange andauern sollte. Bis 2002 waren beide für die Moselstädter aus Trier verantwortlich, bevor sich eine fünfjährige Zeit in Oldenburg anschloss. Darüber hinaus hospitierte er bei NBA-Clubs.

Zwischen Schule und Trainer-Dasein

Während sich Held inzwischen voll und ganz auf den Basketball konzentrieren kann, lief in den ersten Jahren alles parallel. Neben dem Familienleben („Um ehrlich zu sein: Während der Saison ist man hier unglaublich eingeschränkt“) wollten Lehrer-Beruf und Trainer-Dasein unter einen Hut gebracht werden. Das lief in Oldenburg sogar zwei Jahre lang per Pendeln: Unter der Woche unterrichtete der heute 52-Jährige in Bitburg, am Wochenende standen die Spiele der EWE Baskets im Fokus. „Eine schwierige Zeit“, gibt er im Rückblick zu, „allerdings stand meine Familie wie immer voll hinter mir. Nur so ist das alles überhaupt denkbar.“

image_1298963749333.jpegDass alle Familienmitglieder positiv basketballverrückt sind, vermerkt Held mit Freude: „Es ist toll, dass alle diesen wundervollen Sport lieben.“

Seine Söhne Florian und Ralph jr. spielen in der NBBL bzw. JBBL, der älteste, Christian Held, durchläuft aktuell eine Ausbildung zum Trainer im Rahmen der Baskets Akademie Weser-Ems. Auch Tochter Daniela hegt eine große Basketballleidenschaft.

Die Beurlaubung als Lehrer – Held unterrichtete zuletzt an der Partnerschule des Leistungssports, dem Gymnasium Eversten in Oldenburg – hat indes nicht dazu geführt, dass der Arbeitsaufwand insgesamt weniger geworden ist. Held ist beratend in allen Bereichen eingebunden und pflegt in der Jugendarbeit viele Kontakte zu allen Beteiligten. Die Arbeit als Assistenz-Trainer ist ohnehin außerordentlich umfangreich. „Ich sichte unter anderem Spiele auf DVD, analysiere sie und schneide für Predrag und die Mannschaft spezielle Szenen zusammen. Ziel dieser Tätigkeit ist es, die richtigen Schwerpunkte für das Training und die Vorbereitung auf den nächsten Gegner vorzuschlagen.“

"Der nächste Gegner wartet schon"

Und freie Tage? „Ja, die gibt es. Da fahre ich dann in andere Basketball-Standorte und beobachte kommende Gegner live“, erklärt Held. Nicht nur im Sommer, wenn Besuche bei Summerleague-Spielen in den USA anstehen, sondern praktisch dauerhaft ist Held auch in die Spielerakquise involviert. „Es gilt, stets interessante Akteure im Blick zu haben und ihre Entwicklung zu verfolgen.“

Gab es je den Wunsch nach einem Headcoach-Posten? „Natürlich würde mich prinzipiell eine solche Aufgabe reizen, aber auch eine als Jugendkoordinator. Die Situation in Oldenburg ist allerdings sehr gut, da ich in meiner Doppelfunktion die Möglichkeit habe, am Gesamtkonstrukt mitzuwirken und eben auch sehr kreativ zu sein. Man sollte aber grundsätzlich niemals nie sagen.“

Die Gefahr, im Schatten des Headcoaches zu verschwinden, sieht Held nicht: „Loyalität ist wichtig, das hat aber nichts mit Selbstaufgabe zu tun. Zwar ist es eine Art von Zuarbeit, die im Bundesliga-Betrieb anfällt, allerdings heißt das ja nicht, dass ich nicht mit Predrag intensiv über unsere Entscheidungen diskutiere und mich darüber auch einbringen kann.“

Die Vergänglichkeit des eigenen Tuns darf auch Ralph Held nicht beeinflussen. Wenn eine Woche Arbeit und intensive Vorbereitung auf dem Parkett in den erhofften Sieg münden – alles gut. Wenn aber ein, zwei kleine Fehler die vielen Stunden Analyse, Training und Korrekturen binnen Sekunden vernichten – genau das frustriert. „Es ist doch ganz klar, dass Niederlagen bitter sind“, so Held. „Aber es geht ja immer weiter. Unmittelbar nach der Schlusssirene wird allen wieder bewusst: Der nächste Gegner wartet schon.“ Und dann heißt es wieder: DVDs schauen, Szenen schneiden und alles dafür tun, dass am kommenden Wochenende ein Sieg gelingt. Und die Baskets Akademie im Blick behalten. Und die Familie nicht zu kurz kommen lassen …

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