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Desolates letztes Viertel kostet EnBW Ludwigsburg den Sieg

Desolates letztes Viertel kostet EnBW Ludwigsburg den Sieg

Der Aufwärtstrend der EnBW Ludwigsburg wurde beim Tabellenletzten aus Bayreuth vorerst gestoppt. Nach drei Vierteln befanden sich Jerry Green & Co. noch auf der Siegesstraße (53:47), doch ein 5:17 im Schlussviertel führte am Ende zum ersten Saisonsieg für die Oberfranken. Die Ludwigsburger verloren klar das Reboundduell (28:43) und verrannten sich offensiv zu häufig in Einzelaktionen. Zudem ließ das Team von Trainer Markus Jochum zu viele Punkte an der Freiwurflinie liegen (12/20 – 60 %).
Das Spiel stand unter besonderen Vorzeichen. Die Bayreuther hatten vor wenigen Tagen noch ihren Trainer Andreas Wagner entlassen und als Interims-Coach sprang das Bayreuther Urgestein Georg Kämpf in die Bresche. Bei Ludwigsburg fehlte Donatas Zavackas aufgrund der im Bremerhaven-Heimspiel erlittenen Augenverletzung. Der BBC kam zu Beginn des Spiels besser aus den Starlöchern und Neuzugang Danny Gibson erzielte gleich im ersten Angriff seine ersten beiden Punkte. Ein Dreier von Osvaldo Jeanty machte die 6:0-Führung für Bayreuth perfekt und die Oberfrankenhölle tobte. Mark Dorris erzielte die ersten Ludwigsburger Punkte (3:6), doch die Bayreuther tankten gegen eine schwache EnBW-Defense weiter Selbstvertrauen und setzen sich schnell bis auf 13:5 ab. Erst zwei Dreier von Jerry Green und Alex Harris brachten die Barockstädter wieder in Schlagdistanz (11:13). Ekene Ibekwe baute den Bayreuther Vorsprung wieder aus (11:19), ehe EnBW-Center John Bowler mit vier Punkten in Serie auf 15:19 verkürzte. Mit einem 17:23 Rückstand ging die Jochum-Truppe ins zweite Viertel. Johannes Lischka drehte nun auf und brachte sein Team bis auf 21:23 heran. In der Defensive lief es in dieser Phase deutlich besser für die gelben Riesen, doch offensiv konnte man kaum Kapital daraus schlagen. Erst der Dreier von Tim Koch, der insgesamt 8 Minuten Einsatzzeit bekam, brachte die Ludwigsburger bis auf einen Punkt an Bayreuth heran (32:33). Alex Harris war es vorbehalten, das Spiel erstmals seit dem Beginn wieder auszugleichen (36:36), was gleichzeitig den Halbzeitstand bedeutete.

Die erste Ludwigsburger Führung besorgte ebenfalls Alex Harris, der mit einem erfolgreichen Dreier das 3.Viertel eröffnete (39:36). Bayreuth konterte mit 4 Punkten in Serie (39:40), ehe John Bowler und Johannes Lischka ihre Farben wieder nach vorne warfen (43:40). Doch Bayreuth kämpfte und wurde auch von der glänzenden Stimmung in der Oberfrankenhalle getragen. Nach 27 Spielminuten war das Spiel erneut ausgeglichen (45:45). Doch die EnBW Ludwigsburg konterte prompt. Ein Dreier von Alex Harris, ein Korb von John Bowler und weitere drei Punkte von Alex Harris bedeuteten einen 8:2-Lauf und eine 53:47-Führung nach drei Vierteln. Doch es dauerte genau 2:30 Minuten, ehe diese Führung wieder dahin war. Corey Stokes mit 5 Punkten und zwei Freiwürfe von Beckham Wyrick brachten den BBC durch einen 7:0-Lauf wieder mit einem Punkt in Front (54:53). Nun hielt Kurt Looby dagegen und besorgte zunächst per Freiwurf (54:54) und dann per Tip-Dunk 4:36 Minuten vor dem Ende die erneute 56:54 Führung. Rund eine Minute später, beim Stande von 56:55 für Ludwigsburg, kassierte Ekene Ibekwe sein 5. Persönliches Foul.

Darüber regte er sich so auf, dass die Unparteischen ihm gleich noch ein Technisches Foul anhingen, was zwei Freiwürfe plus Ballbesitz für die Schwaben bedeutete. Alex Harris wollte die Verantwortung übernehmen, doch ihm versagten an der Freiwurflinie die Nerven und beide Versuche gingen daneben. Im anschließenden Angriff landete der Ball wieder bei Harris, doch auch diesmal blieb das Wurfglück aus. Das Spiel wurde zunnehmend hektisch und keine der beiden Mannschaften konnte eine klar herausgespielte Offensivaktion landen. Erst 1:56 Minuten vor Ende kam Tyler Smith zu einem Korberfolg und brachte Bayreuth wieder mit 57:56 in Führung. Auf der anderen Seite versuchte nun Kapitän Jerry Green das Spiel in die Hand zu nehmen, doch sein Dreier verfehlte das Ziel und im anschließenden Angriff leistete er sich gar einen Ballverlust, den Osvaldo Jeanty mit einem frechen „Fastbreak-Dreier“ zum 60:56 für den BBC bestrafte. Markus Jochum nahm 1:15 Minuten vor Ende seine letzte Auszeit und Mark Dorris verkürzte anschließend auf 58:60. Bayreuth verliert den Ball und der Ball landet wiederum bei Mark Dorris. Noch 38 Sekunden zu spielen, Mark Dorris setzt zum Dreier an, der Ball fliegt, doch wieder nur auf den Ring. Im Gegenzug war es wiederum Osvaldo Jeanty, der mit zwei Freiwürfen das 62:58 besorgte. Der letzte EnBW-Angriff endete unter dem Korb, wo sich John Bowler einen weiteren Ballverlust leistete, der letztendlich zum 58:64 Endstand aus Sicht der Ludwigsburger führte.

Nach dieser bitteren und sicherlich auch vermeidbaren Niederlage ist das Team von Markus Jochum im Heimspiel gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig, am Samstag, den 29.10. um 19:30 Uhr, gefordert, das positive Punktekonto weiter auszubauen. Die Niedersachsen kommen mit den Ex-Ludwigsburgern Nils Mittmann und Kyle Visser, sowie mit einem der besten Flügelspielern der Liga, Immanuel McElroy in die Arena Ludwigsburg und gelten als klarer Playoff-Anwärter. Tickets gibt es wie immer unter www.enbw-ludwigsburg.de oder in der Geschäftsstelle in der Pflugfelder Str. 22, gleich neben der Arena (Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 9-13 Uhr und 15-18 Uhr) oder bei allen eventim-Vorverkaufsstellen.

Stimmen zum Spiel:

EnBW-Coach Markus Jochum:
"Wir haben uns heute nicht schlau angestellt. Bayreuth hat am Ende verdient gewonnen, mit Herz und Kampf gespielt. Wir haben schlechte Entscheidungen getroffen, uns nicht auf die Gangart des Spiels eingestellt. Uns war klar, dass Bayreuth heute hart spielt. Die Schiedsrichter haben viel durchgehen lassen, damit muss man leben. Wenn man nicht den freien Mann sucht und den Ball nicht schnell bewegt bekommt man wenig gute Würfe und macht nur 58 Punkte. Ich wusste dass in Bayreuth in dieser Woche viel passiert ist. Bayreuth steht mit dem Rücken zur Wand, ein neuer Spieler ist da, der Trainerwechsel gibt zumindest kurzfristig einen Push. Ich habe mein Team auf die Härte vorbereitet, wir wussten dass wir heute nicht schönen Basketball spielen können."

BBC-Coach Georg Kämpf:
"Das war ein wichtiges Spiel. Wenn man zu Hause spielt, hat man immer die Chance zu gewinnen. Wir haben über Kampf, Willen und Einsatz das Spiel gewonnen. Mir war klar dass es nicht spielerisch hochklassig wird. Der erste Sieg in der Liga ist immer der schwerste. Jetzt können wir die nächsten Spiele beruhigter angehen. Ich hoffe, der neue Trainer kann die Aufgabe mit Geduld und ohne Druck angehen. Ich bin überzeugt, dass die Klasse im Team da ist, um viel zu erreichen. Die Spieler haben es heute verdient gelobt zu werden, so wie sie nach dem Spiel in Würzburg zerrissen wurden. Sie haben Charakter gezeigt."

Die Viertel im Überblick: 17:23, 19:13, 17:11, 5:17

Zuschauer: 2.720

Scorer EnBW Ludwigsburg:
A. Harris (18 Punkte), Lischka (10), Green (9), Bowler (8), Dorris (5), Looby (5), Koch (3), McCray (0), T. Harris (0), Olden (n.e.)

Scorer BBC Bayreuth:
Jeanty (14), Ibekwe (13), Gibson (10), Stokes (8), Wyrick (7), Smith (7), Hunter (5)
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