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Ein Musterprofi hat die große Bühne verlassen

Ein Musterprofi hat die große Bühne verlassen

Am Ende war nur noch einer wichtig: Pascal Roller. Dass die DEUTSCHE BANK SKYLINERS im Halbfinalduell mit ALBA BERLIN den Einzug ins Endspiel gegen die Brose Baskets verpassen würden, spielte in diesem Augenblick keine Rolle. Statt traurig zu sein, feierten die ...
1308729281/img_Pascal_Roller_5.jpg... Frankfurter Anhänger lieber ihren Kapitän. Mit Sprechchören verabschiedeten sie den Spielmacher, der von 1999 an mit einem Jahr Unterbrechung wie kein anderer Profi den Basketball in der Mainmetropole prägte und in den beiden, bedeutungslosen Schlussminuten noch einmal auf dem Feld Regie führte.

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Auf der Position eins wurde Roller zum Markenzeichen und sympathischen Gesicht der Hessen. Eines, mit dem sich jeder identifizieren konnte – in ganz Deutschland. Nicht umsonst ist der 34-Jährige in der Saison 2009/2010 zum beliebtesten Spieler der Bundesliga gewählt worden.

Nach einer hart umkämpften Finalserie gegen Bamberg, in welcher Roller in der Rolle des Führungsspielers ein beeindruckendes Comeback gefeiert hatte – wenngleich er in der verloren gegangenen fünften Partie in Bamberg im entscheidenden Moment ungewohnte Schwächen an der Freiwurflinie offenbarte.

Der Kitt, der alles zusammenhielt und Maßstäbe setzte

1308729126/img_Pascal_Roller_DEUTSCHE_BANK_SKYLINERS_1.jpgDiesmal konnte sich der junge Familienvater, der seine Karriere ohne neuerlichen Titelgewinn beendet, in der für ihn finalen Playoff-Runde nicht mehr derart in den Vordergrund spielen. Das lag zum einen an DaShaun Wood, dem wertvollsten Spieler der Liga. Der Amerikaner, der mit seiner Spielfreude, Treffsicherheit, Vielseitigkeit und Schnelligkeit in Deutschland neue Maßstäbe setzte, war zu dominant, um ihm längere Erholungspausen auf der Bank zu gönnen. Außerdem war Roller gehandicapt. Ihm machten Knieprobleme zu schaffen. Eigentlich hätte er deshalb eine längere Behandlungspause einlegen müssen.

Doch auf diese Weise mochte der gebürtige Heidelberger in seiner Abschluss-Saison nicht die große Basketball-Bühne verlassen. Vielmehr wollte er da sein, wenn er gebraucht wurde. Und Roller war wichtig für das Team – auch in der Funktion des Kapitäns, in der er mit seiner ruhigen und unkomplizierten Art dazu beitrug, das Gefüge zusammenzuhalten. Als seine Spielzeit in den zurückliegenden Jahren zurückging, begehrte der Point Guard nie auf. Für den Routinier rückte vielmehr der Mannschaftserfolg in den Mittelpunkt; persönliche Interessen mussten hintenanstehen. Kein Wunder, dass auch Trainer Gordon Herbert mit großem Respekt von Roller redet.

Tränen und Emotionen zum Abschied

1308729479/img_Pascal_Roller_Junioren_EM_Israel_1994_Eroeffnungsfeier.jpgNach dem Saison-Aus gegen Berlin aber stand dieser in der Ballsporthalle ein letztes Mal im Rampenlicht. Eine Situation, auf die sich Roller nicht vorbereitet hatte. Und dementsprechend unsicher war der 122-malige Nationalspieler im ersten Moment. Mitten in den Huldigungen der Anhänger lief er zu seiner Frau Maria und umarmte sie lange.

In diesem Moment flossen bei ihm die Tränen, bevor er sich wieder auf den Weg zum Fanblock machte. Jetzt war Roller, der sichtbar schlucken musste, der emotionale Augenblick deutlich anzusehen.

Mit ihm tritt nach 406 Erstliga-Spielen eine Persönlichkeit ab, welche die Liga auch außerhalb des Spielfelds würdig vertrat. Was er zu sagen hatte, hatte Gewicht.

Nachfolger von Kai Nürnberger in der Strategenrolle

1308729548/img_Pascal_Roller_DEUTSCHE_BANK_SKYLINERS_2.jpgFür lange Zeit wird der faire Sportsmann und Musterprofi wohl der erfolgreichste Profi der DEUTSCHE BANK SKYLINERS bleiben. Schon in seiner ersten Saison in Frankfurt gewann er den Pokal. Unvergessen bleibt ihm auch das Jahr 2004. Damals holte Roller mit den Hessen die Deutsche Meisterschaft an den Main. Gleichzeitig wurde er zum „Basketballer des Jahres“ gewählt.

Mit seinen Turbosprints und Drei-Punkte-Würfen begeisterte der Basketball-„Scharfschütze“ die Liga. In Frankfurt löste der „Speedmaster“ so Kai Nürnberger in der Strategenrolle ab. Europameister wie sein namhafter Vorgänger wurde Roller indes nie. EM-Silber 2005 in Serbien &Montenegro sowie Bronze 2002 bei der WM in Indianapolis – das waren die größten internationalen Erfolge des Spielmachers, der nach den Olympischen Spielen 2008 in Peking seine Nationalmannschaftskarriere beendete.

Bewegungstalent mit klarem Kopf und Ballettausbildung

1308729863/img_Pascal_Roller_DEUTSCHE_BANK_SKYLINERS_5.jpgZum Basketball kam Roller im Alter von zehn durch seine Schwester Julia. Sie stiftete ihn auch zu einer klassischen Ballettausbildung an. Schon in der Jugend galt Roller als echtes Bewegungstalent mit einem klaren Kopf. Beides verhalf ihm dann zu einer bemerkenswerten Bundesliga-Karriere, die er nur für ein Jahr, in dem er nach Italien zu Angelico Biella wechselte, unterbrach.

Als neuen Kopf der „Mainhattan-Giganten“ und Nachfolger von Roller könnte sich Herbert den Amerikaner Wood vorstellen. Einen zweiten Roller aber wird es in Frankfurt mit dieser Nibelungentreue wohl nie mehr geben. Im Moment führt er Gespräche über eine Verwendung im Verein. Denn ganz von der Bildfläche soll ihr jahrelanges, sportliches Aushängeschild nicht verschwinden.

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