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Einbruch im Schlussviertel

Einbruch im Schlussviertel

Auch im fünften Saisonspiel gab es WALTER Tigers Tübingen nichts zu holen. Bei ALBA BERLIN mussten sich die Schützlinge von Tigers-Cheftrainer Igor Perovic am Ende deutlich mit 56:76 (30:37) geschlagen geben. Lange Zeit hielten die Gäste aus Baden-Württemberg aber gut mit, nach 33 Minuten betrug der Rückstand beim 51:53 nur geringe zwei Zähler, die Tübinger konnten jedoch in den verbleibenden Spielminuten die Intensität nicht mehr erhöhen. Im Gegenteil:
Mit einem 23:5-Schlussspurt setzte die neuformierte Truppe von Gordon Herbert sich dann doch deutlich durch. Hauptursache für die erneute Niederlage war vor allem die Reboundunterlegenheit der Neckarstädter. Mit 43 zu 25 dominierten die Hauptstädter die Bretter, inklusive 17 Offensivrebounds. Damit war Perovic überhaupt nicht zufrieden und ging seine Spieler nach der Partie deutlich an: "Wir haben uns selber aus dem Spiel genommen, wir müssen hier aggressiver zu Werke gehen. Nächste Woche treffen wir mit John Bryant und Dane Watts auf eines der besten Offensivduos unter den Körben", sagte Perovic im Hinblick auf das Derby gegen ratiopharm ulm am kommenden Sonntag (18 Uhr - Paul Horn-Arena). Bester Akteur der Schwaben war erneut Vaughn Duggins, der auf gute 18 Zähler und sechs Rebounds kam.

Tübingen im Reboundduell unterlegen

Zum Saisonauftakt der Berliner vor heimischem Publikum erwischten der Hausherren den besseren Start. Nach fünf Minuten führte die Herbert-Truppe mit 11:5, die Tigers deuteten aber an, dass sie an die gute Leistung aus dem Spiel gegen die Artland Dragons anknüpfen möchten. Duggins verkürzte wenig später auf 11:8. Erneut leisteten sich die Schwaben wieder viele unnötige Ballverluste und stärken ungewollt den Gegner. Dazu kam die bereits angesprochene Reboundschwäche. Die Berliner Yassin Idbihi, Torin Francis, Derrick Allen und Bryce Taylor waren ihren Gegenspieler Adnan Hodzic, Tyrone Nash, Ruben Spoden und Velimir Radinovic zu allen Phasen der Partie überlegen. Der sprunggewaltige Taylor ("nur fliegen ist schöner") schloss in der 8. Minute mit einem sehenswerten Dunking zum 18:10 für seine Farben ab - die bis dahin höchste Führung in der Begegnung. Der Rest des Viertels gehörte dann den Gästen. Mit einem 9:0-Lauf gingen die Tigers zum ersten Mal im Spiel in Führung, Duggins schloss zum 19:18 für sein Team ab. Es blieb aber ALBA-Spielmacher DaShaun Wood überlassen, die letzten Aktionen im ersten Abschnitt zu vollenden. In der Schlusssekunde traf Wood zum 20:19 für Berlin.

Das zweite Viertel war sehr spiel- und niveauarm. Magere 28 Punkte konnte beide Mannschaften bis zur Halbzeit erzielen. Berlin merkte man an, dass sie noch einige Zeit benötigen um richtig eingespielt zu sein. Schwächen beim Abschluss und Ballverluste kennzeichnete auch das Auftreten der Albatrosse im zweiten Viertel. Dies bemängelte auch Herbert im Gespräch mit Amtskollege Perovic: "Wir haben viel Potential im Team, können es aber im Moment noch nicht abrufen. Wir haben noch viel Arbeit vor uns", so der Kanadier über die Situation der Berliner nach den ersten Spieltagen. Was die Berliner aber deutlich besser machten als die Tigers, war die Aggressivität und Entschlossenheit auf dem Spielfeld. "Daran lässt sich aufbauen, damit bin ich zufrieden. Spielerisch sind wir aber noch weit von unserem Soll entfernt", ergänzte Herbert. Taylor war es in der 19. Minute, der erneut per spektakulären Dunk die bis dato höchste Führung der Heimmannschaft erzielte. Duggins und Reggie Redding verkürzten in der Schlussminute auf 30:37. Alles war noch drin für die Tigers.

Erneute Aufholjagd im dritten Viertel

Nach der Halbzeit zeigten die Berliner guten Basketball und waren verantwortlich, dass die Tübinger zumeist nur reagieren konnten. In der Offensive holten sich Hausherren einen Offensivrebound nach dem anderen und hatten immer die zweite Chance im Spiel, Punkte zu erzielen. Nach 25 Zeigerumdrehungen lagen die Schwaben mit 34:48 in Rückstand, es zeichnet sich eine klare Niederlage bis zum Spielende ab. Doch die Tigers steckten erneut nicht auf und kämpfen bis zum Schluss. Der Lohn: Bis zum Viertelende gelang der Perovic-Truppe ein 13:3-Lauf, die knapp 10.000 Zuschauer in der O2 World zu Berlin waren in dieser Phase kaum zu hören und trauten wohl ihren Augen nicht.
Und der Schlussabschnitt begann auch ordentlich für die Gäste, nach 32 Minuten verkürzte Redding auf 51:53, das Spiel war offen und die Tübinger Fraktion glaubte wieder ernsthaft an den ersten Saisonerfolg in der noch jungen Spielzeit. Doch völlig unverständlich ging nun bei den Tübingern nichts mehr, obwohl das Momentum auf Seiten der Schwaben war. Nationalspieler Heiko Schaffartzik war es dann schlussendlich, der die Partie mit elf seiner insgesamt 13 Punkte im letzten Viertel entschied, davon drei Dreier. Die restlichen Berliner Punkte teilten sich Kyle Weaver und Idbihi mit jeweils sechs Zählern.

Dschungelgeflüster:

Verspätung: Bevor die Tübinger am Sonntagmorgen mit dem Bus in Richtung Stuttgarter Flughafen aufbrechen konnten, musste sie noch auf Tyrone Nash warten. Der 23-jährige US-Amerikaner hatte seinen Pass vergessen. Am Schalter angekommen, checkten die WALTER Tigers dann zügig ein und begaben sich an Board. Aufgrund des dichten Nebels verzögerte sich auch der Abflug in Richtung Berlin-Tegel um ganze 35 Minuten. Kapitän Drogsch holte die verlorene Zeit aber weites gehend wieder ein, nach 50 Minuten landete die Maschine der Air Berlin um kurz nach 12 Uhr in der Hauptstadt.

Punktsieger Duggins: Der Shooting Guard war erneut der beste Spieler in Diensten der Tübinger. Der 23-Jährige aus den Vereinigten Staaten erzielte 18 Punkte, holte sechs Rebounds und verteidigte extrem gut. Vor allem gegen DaShaun Wood, mit welchem er gemeinsam an der Wright State University auf Korbjagd ging. Duggins ließ Wood nicht zur Entfaltung kommen, der MVP der letzten Saison kam am Ende nur auf überschaubare fünf Punkte. In der Schlussphase schmorte der Spielmacher sogar auf der Berliner Bank, Schaffartzik war an diesem Tag schlichtweg besser. Herbert nahm es gelassen: "Es ist doch gut, wenn wir ein Spiel auch ohne ihn in der Schlussphase gewinnen können", so Herbert.

Wiedersehen mit Mauricio Parra: Nach vier Jahren in Tübingen und einem Gastspiel beim damaligen Pro A-Ligisten FC Bayern München ist der Spanier nun in der Hauptstadt angekommen. Nach einem Jahr im Hintergrund ist der 39-Jährige nun Co-Trainer von Gordon Herbert. Nach dem Spiel unterhielt sich Parra noch längere Zeit mit dem Tübinger Cheftrainer, von 2005 bis 2008 war der sympathische Spanier Assistenztrainer bei den Schwaben, Perovic damals noch Spieler.

Unterstützung aus der Heimat: 30 Schüler (Neigungsfach Sport) des Tübinger Keppler-Gymnasium verbringen die kommende Woche in der Bundeshauptstadt. Um die Tübinger in der Ferne unterstützen zu können, begaben sich die Schüler mit Lehrer Markus Herr bereits um 5 Uhr in Richtung Berlin. Von Beginn an hörte man die Gruppe im weiten Rund und feuerten die WALTER Tigers bravourös an. Vielen Dank.

Promialarm: Unter den Zuschauern in der gut gefüllten O2 World waren auch erneut einige Prominente. Neben Dauergast Ann-Sophie Briest tummelte sich unter anderem auch der ehemalige Fußball-Nationalspieler Marco Rehmer und Moderatorin Minh-Khai Phan-Thi.

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