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EM kein Alibi:

EM kein Alibi: "Das ist alles zu verkraften"

Die DBB-Spieler haben einen Vorteil, erklärt FCB-Co Wucherer. Bei einem Fehlstart werde Hoeneß nicht die Kabine entern. Denis Wucherer durfte sowohl als Spieler wie auch als Coach von einem der besten Basketball-Trainer Deutschlands lernen. Beim FC Bayern ...
1314179923/img_dbb_12.JPG... ist der ehemalige Nationalspieler erneut Dirk Bauermanns Assistenz Trainer.

Doch nun sind der Chef und mit Robin Benzing, Philipp Schwethelm, Steffen Hamann und Jan Jagla vier Spieler mit der DBB-Auswahl (die EM ab 31. August LIVE im TV auf SPORT1) unterwegs. Und Wucherer hat mit dem zweiten Co-Trainer Yannis Christopoulos die Verantwortung für das große Projekt FC Bayern und die Vorbereitung vor dem Start in die erste Beko-BBL-Saison des Vereins.

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"Ich hoffe, es genauso gut vermitteln zu können wie der Chef", verrät Wucherer. Im SPORT1-Interview spricht der 37-Jährige über seinen Chef, das erste Jahr in der höchsten Spielklasse Deutschlands und Uli Hoeneß.

SPORT1: Herr Wucherer, Ihr Chef ist weg, Sie als Trainer-Novize haben freie Hand beim FC Bayern: Was machen Sie daraus?

Denis Wucherer: Ganz so ist es nicht mit der freien Hand. Ich habe mit Yannis Christopoulos einen erfahrenen Coach aus Griechenland als weiteren Co-Trainer an meiner Seite. Mit ihm hat Dirk Bauermann ja bereits bei Apollon Patras (1999-2000, d. Red.) und Brandt Hagen (2000-2001, d. Red.) zusammengearbeitet. Zudem hat Christopoulos in Griechenland und Zypern auch schon Headcoach-Erfahrung gesammelt. Die Vorbereitung des Profi-Teams nehmen wir zusammen vor.

SPORT1: Können Sie denn selbst Akzente setzen, oder sind Sie momentan nur Handlanger?

Wucherer: Für die Spieler ist es wichtig, dass es bei den Aufgaben des Head Coaches eine klare Zuständigkeit gibt. Die liegt momentan bei Yannis, ich übernehme die Co-Trainer-Rolle. Der Teil, den ich beitrage, liegt in erster Linie bei der individuellen Verbesserung der Spieler. Das wird auch in der Saison so sein. Derzeit bin ich zudem für die Verteidigung zuständig. Das habe ich mit Dirk in den letzten beiden Sommern bei der Nationalmannschaft von Grund auf miterlebt und mit erarbeitet. Ich hoffe, es genauso gut vermitteln zu können wie der Chef.

SPORT1: Wie genau ist der Plan, den sie abarbeiten müssen?

Wucherer: So genau ist der nicht, wir haben viel Spielraum. Natürlich gibt Dirk Bauermann die Grundkonzeption sowohl in der Offense als auch in der Defense vor. Yannis und ich haben vor dem offiziellen Trainingsbeginn lange mit ihm gesprochen. Wir wissen also, was wir in den nächsten mindestens vier Wochen vermitteln müssen.

1314184161/img_Archibong.jpgSPORT1: Koko Archibong hält sich momentan beim FCB "für bevorstehende Aufgaben" in Form. Könnten diese beim FC Bayern sein?

Wucherer: Wenn man unseren Kader betrachtet, sieht man, dass er bereits relativ vollgepackt ist. Besonders auf seiner Position - Small Forward - haben wir mit Philipp Schwethelm oder Robin Benzing zwei Nationalspieler mit großem Potenzial verpflichtet, die auch viel Spielzeit brauchen. Somit ist für Koko bei uns im Kader kein Platz, auch wenn er eine hohe Spielqualität mitbringt. Aber da uns in den nächsten vier Wochen vier Nationalspieler fehlen, ist es wichtig, dass wir mit hochkarätigen Spielern unseren Kader auffüllen und immer mindestens zehn Mann im Training haben.

SPORT1: Wie groß ist der Nachteil, dass Benzing, Schwethelm, Steffen Hamann und Jan Jagla derzeit fehlen und erst Mitte September müde zurückkehren?

Wucherer: Es bleiben dann in der Tat nur zwei Wochen, um die komplette Mannschaft auf das erste Saisonspiel bei den Telekom Baskets Bonn vorzubereiten. Das ist sicher nicht ideal. Aber die Nationalspieler haben eine hohe Qualität und kennen, zumindest in den Grundzügen, die Handschrift von Dirk Bauermann. Die unterscheidet sich in München nur in Details von der bei der Nationalmannschaft. Somit werden sie nur eine relativ kurze Zeit für die Umstellung brauchen. Man muss auch abwarten, wie müde die Spieler wirklich sind. Es ist nicht ihr erstes großen Turnier, außerdem hatten sie vor dem EM etwas Zeit zu regenerieren. Ich habe es selbst ebenfalls einige Jahre gemacht, das ist alles zu verkraften.

1314183975/img_dbb_08.JPGSPORT1: Wenn der Auftakt jedoch dennoch schiefgehen sollte, wann steht dann Uli Hoeneß in der Kabine?

Wucherer (lacht): Uli Hoeneß überlässt die sportliche Leitung voll und ganz Dirk Bauermann. Er hat allergrößtes Vertrauen in ihn. Uli Hoeneß ist ein extrem intelligenter und cleverer Mensch, der sein Basketball-Wissen gut einzuschätzen weiß. Ich glaube nicht, dass er aus diesem Grund jemals in der Kabine stehen wird.

SPORT1: Neue Liga, neuer Kader. Was ändert sich an der Spielweise des FC Bayern?

Wucherer: Im Vergleich zum letzten Jahr wird sich einiges ändern. Das liegt aber daran, dass in der ProA ein anderer Basketball gespielt wird als in der Beko BBL. Das Niveau ist ein ganzes Stück höher. Deswegen haben wir uns auf der einen oder anderen Schlüsselposition verstärkt, die Starting-Five wird dadurch natürlich ebenfalls anders aussehen. Insgesamt wird es zwangsläufig ein anderer und noch attraktiverer Basketball, denn sonst kann man in der Beko BBL nicht mitspielen.

SPORT1: Sie haben lange unter Bauermann gespielt und waren ebenfalls sein Co-Trainer in der Nationalmannschaft. Was schauen Sie sich von ihm ab?

Wucherer: Natürlich hatte Dirk aufgrund der Tatsache, dass ich meine ersten sechs Profi-Jahre unter ihm gespielt habe und auch bei der Nationalmannschaft unter ihm als Assistent gearbeitet habe, einen großen Einfluss auf mich. Sollte ich dann irgendwann den Schritt zum Headcoach gehen, was eines meiner Ziele ist, werde ich stark von ihm geprägt sein. Meine Idee vom modernen Basketball-Spiel wird seiner sehr ähneln. Dennoch hoffe ich, dass ich auch jetzt schon meine eigenen Stärken im individuellen Bereich und bald auch im taktischen Bereich mit einbringen und weiter verbessern kann.

SPORT1: Haben Sie mit Dirk Bauermann vor der Anstellung beim FC Bayern ein Bewerbungsgespräch geführt?

Wucherer: Wir sind in ständigem Kontakt gewesen, seit das Projekt FC Bayern München vor einem guten Jahr gestartet ist. Da habe ich relativ frühzeitig mein Interesse signalisiert.

Quelle: SPORT1
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