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EnBW Ludwigsburg unterliegt im Artland mit 79:95

EnBW Ludwigsburg unterliegt im Artland mit 79:95

Die Basketballer der EnBW Ludwigsburg bleiben in dieser Saison weiterhin ohne Erfolgserlebnis auf fremdem Parkett. In Quakenbrück unterlagen die Barockstädter am Samstagabend den Artland Dragons mit 79:95. Nach einem vielversprechenden Start im ersten Viertel (20:17) stellte sich im weiteren Spielverlauf vor allem die Defensivleistung als zu schwach heraus. Zudem musste die Mannschaft ohne ihren verletzten Kapitän Jerry Green und mit einem angeschlagenen Alex Harris ins Spiel gehen. Bei den Dragons drückten Nathan Peavy (22 Punkte, 6 Rebounds), David Holston (19, 6 Assists) und Neuzugang Brandon Thomas (17, 5 Rebounds) dem Spiel deutlich ihren Stempel auf. Mark Dorris war auf Ludwigsburger Seite mit 22 Punkten, 3 Rebounds, 2 Assists und 2 Steals der effektivste Akteur.
EnBW-Trainer Markus Jochum war vor dem Spiel nicht zu beneiden, musste er doch ohne seinen etatmäßigen Aufbauspieler Jerry Green (Bänderanriss im Knöchel) und mit einem angeschlagenen Alex Harris (Bänderdehnung im Knöchel) in die Partie gehen. Er beorderte seinen Youngster Tim Koch zusammen mit Mark Dorris, Jeff Greer, Donatas Zavackas und John Bowler in die Startformation. Diese legte gleich vielversprechend los und dank vier Punkten von Bowler sowie einem Steal und anschließendem Korb von Mark Dorris, lagen die Schwaben nach 2:14 Minuten mit 6:2 in Führung. Ein Dreier von Jeff Greer baute den Vorsprung gar auf 11:6 aus. Dragons-Aufbauspieler David Holston holte sein Team aus dem Tiefschlaf und leitete mit seinen ersten Punkten einen 6:0-Lauf zur 12:11-Führung ein. Alex Harris und Johannes Lischka holten für Ludwigsburg die Führung zurück (15:12), ehe Kurt Looby mit einem krachenden Dunking, nach schönem Anspiel von David McCray, ein erstes Ausrufezeichen in der Artland Arena setzte (17:14). Johannes Lischka netzte kurz darauf einen schwierigen Dreier ein (20:15), ehe Darren Fenn den Endstand des ersten Viertels besorgte (20:17).

Das zweite Viertel begannen die Barockstädter in Zonenverteidigung und Dragons-Kapitän Darren Fenn erzielte per Dreier den Ausgleich (20:20). Dann kam eine Schlüsselszene des Spiels: Nach einem Block von Kurt Looby gegen Darren Fenn schnappte sich Alex Harris den Rebound und stürmte in bekannter Manier zum Fastbreak. Goran Jeretin wusste sich nur durch ein Foul zu helfen und wollte den Angriff stoppen. Harris schien dies kommen zu sehen und setzte aus vollem Lauf zum Dreipunktewurf an. Die Unparteiischen entschieden auf drei Freiwürfe für Ludwigsburg. Das versetzte Dragons-Trainer Stefan Koch derart in Rage, dass er prompt ein technisches Foul kassierte. 5 Freiwürfe plus Ballbesitz für EnBW Ludwigsburg beim Stande von 20:20. Doch leider ließen Alex Harris und anschließend Donatas Zavackas jeweils einen Freiwurf liegen. Aus dem anschließenden Ballbesitz resultierte ein Ballverlust von David McCray, den Brandon Thomas direkt mit einem Korberfolg plus Bonusfreiwurf bestrafte. Anstatt mit fünf bis acht Punkten in Führung zu gehen, blieb das Spiel ausgeglichen (23:23) und die 3.000 Zuschauer entfachten zum ersten Mal so richtig Stimmung. Es entwickelte sich in der Folge ein offener Schlagabtausch. Bis zum 35:35 in der 17.Spielminute waren beide Mannschaften auf Augenhöhe. In der Schlussphase des zweiten Viertels kassierten die Ludwigsburger einen unnötigen 9:2-Lauf der Dragons und gingen mit einem 37:44-Rückstand in die Pause.

Nach holprigem Beginn im dritten Viertel brachte der unermüdlich kämpfende Mark Dorris sein Team wieder bis auf 44:50 heran. Dann setzte Darren Fenn zum Dreipunktewurf an, Bowler springt mit, Pfiff vom Schiedsrichter, Foul im Wurf, ungläubiger Blick von Bowler, noch ein Pfiff vom Schiedsrichter, technisches Foul, fünf Freiwürfe für Artland. Davon trafen die Dragons drei, und im anschließenden Ballbesitz markierte der bärenstarke Nathan Peavy seine Punkte 17 und 18 und sein Team lag mit 55:44 in Front. Doch Mark Dorris lief nun mehr und mehr heiß und stemmte sich eindrucksvoll gegen die drohende Niederlage. Ein Dreier zum 47:55, ein Korb zum 52:58 und ein weiterer Dreier zum 55:63 hielt die EnBW Ludwigsburg weiter im Spiel. Alex Harris, der am Mittwoch noch um Training umgeknickt war, erzielte per Freiwurf das 58:63 und die Schwaben waren 2:42 Minuten vor Ende des dritten Viertels wieder im Geschäft. Anthony Hilliard traf ebenfalls per Freiwurf zum 65:58, ehe der Ex-Braunschweiger Brandon Thomas seinen ersten Dreier zum 68:58 einnetzte. Der kleine Mann der Dragons, David Holston, vervollständigte mit seinem Korbleger zum 70:58 den 7:0-Lauf seines Teams. Mit einer 73:62-Führung für Artland ging es ins Schlussviertel.

Einfache Körbe von Brandon Thomas und Anthony Hilliard zwangen EnBW-Trainer Markus Jochum beim Stande von 62:77 zu seiner dritten Auszeit in der zweiten Halbzeit, Dennoch blieb die EnBW-Offensive in den folgenden Minuten weiter ohne Erfolg und Guido Grünheid erhöhte die Führung bis auf 79:62. Erst ein Dreier von Donatas Zavackas und weitere Punkte von Mark Dorris ließ im Ludwigsburger Lager wieder etwas Hoffnung aufkeimen (68:81). Doch David Holston besorgte mit einem Dreier zum 84:68 und einem anschließenden Assist, der von Brandon Thomas verwertet wurde, den höchsten Abstand des Spiels beim Stande von 86:68. Die Messe war, rund 4 Minuten vor Ende, so gut wie gelesen und der Sieg ging am Ende verdient an die Artland Dragons (95:79).

Die EnBW Ludwigsburg steht nach 11 absolvierten Spielen mit 4 Siegen und 7 Niederlagen auf Platz 13 der Tabelle der Beko BBL. Nach einer Durststrecke von nur einem Sieg in den vergangenen sieben Spielen, steht das Team am 17.12. gegen die Telekom Baskets Bonn und am 22.12. gegen Phoenix Hagen vor zwei richtungsweisenden Spielen. Tickets gibt es wie immer unter www.enbw-ludwigsburg.de oder in der Geschäftsstelle in der Pflugfelder Str. 22, gleich neben der Arena (Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 9-13 Uhr und 15-18 Uhr) oder bei allen eventim-Vorverkaufsstellen.

Stimmen zum Spiel:

EnBW-Coach Markus Jochum:
"Wir sind ganz gut gestartet, uns war klar, dass uns hier eine intensive Verteidigung und viel Druck erwartet. Wir haben es nicht geschafft, unser Spiel weiter aufzuziehen, haben nicht mehr unsere guten Optionen gesucht und den Spielfluss verloren. Trotzdem sind wir im Spiel geblieben, doch dann gab es zu viele frustrierende Dinge, die man wegstecken muss, was wir aber nicht getan haben. Außerdem hatten wir heute eine kleine Rotation und waren auch etwas müde. Dennoch geht der Sieg für Artland vollkommen in Ordnung, wenn vielleicht auch ein bisschen zu hoch".

Dragons-Coach Stefan Koch:
"Ludwigsburg hat sich sehr gut verkauft. Man darf nicht vergessen, dass sie ohne ihren Starter auf der Position eins, Jerry Green, und mit einem angeschlagenen Alex Harris gespielt haben. Dennoch haben sie ihren Plan mit einer großen Zielstrebigkeit verfolgt, das gebührt viel Anerkennung. Wir haben heute wieder 95 Punkte gemacht, in einem Spiel, in dem wir den Ball nicht besonders gut geworfen und nicht besonders gut bewegt haben. Das zeigt, wie viel Talent wir haben. Das Thema bleibt aber die Verteidigung. Wir waren wieder zu nachlässig, haben zu viele Dinge zugelassen. So lange wir das nicht abstellen, werden wir keinen Schritt nach vorne machen".

Die Viertel im Überblick: 17:20, 27:17, 29:25, 22:17

Zuschauer: 3.000 (ausverkauft)

Scorer EnBW Ludwigsburg:
Dorris (22 Punkte), Zavackas (17), Bowler (12), Harris (11), Lischka (9), Looby (4), Greer (3), McCray (1), Koch (0), Olden (n.e.)

Scorer Artland Dragons:
Peavy (22 Punkte), Holston (19), Thomas (17), Fenn (14), Hilliard (9), King (6), Strasser (4), Grünheid (4), Jeretin (0), Njei (0), Doeinck (0), Hartenstein (n.e.)
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