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Erster Beko BBL-Heimsieg im Audi Dome

Erster Beko BBL-Heimsieg im Audi Dome

Mit 90:87 (41:40) bezwingen die Basketballer des FC Bayern in ihrem ersten Erstliga-Heimspiel seit 22 Jahren die starken Braunschweiger und bringen den Audi Dome mit 5.823 Zuschauern zum Beben.
Den ersten Korb für die Bayern in der BBL-Heimspiel-Premiere erzielte Steffen Hamann per Freiwurf, doch da lagen die Gäste aus Braunschweig bereits in Führung (1:2). Die Nervosität der Roten war mit Händen zu greifen, dementsprechend holprig fiel das erste Viertel aus. Im Gegensatz dazu traten die New Yorker Phantoms nach ihrem furiosen ersten Sieg gegen Hagen ausgesprochen selbstbewusst auf und versenkten in kaum mehr als drei Minuten drei Dreier. Die Mannschaft von Bayern-Coach Dirk Bauermann hechelte fortan einem Rückstand hinterher und tat sich gegen die aggressive Verteidigung der Braunschweiger schwer. Man leistete sich zu viele Ballverluste, und auch in Sachen Team-Fouls wurde bereits nach weniger als fünf Minuten die Grenze erreicht, die den Gegnern bei jedem weiteren Foul Freiwürfe beschert. Coach Bauermann wechselte viel durch und versuchte auf diese Weise die effektivste Formation zu ermitteln. Der Rückstand betrug zur Mitte des ersten Viertels 11 Punkte (6:17), aber jetzt machte sich die Einwechslung von Jonathan Wallace angenehm bemerkbar, indem sie eine kleine Wende zur Folge hatte. Wallace war an diesem Abend bestens aufgelegt und brachte die Bayern mit einem akrobatischen Korbleger, einem Dreier und zwei erfolgreich verwandelten Freiwürfen wieder etwas heran (13:17). Mit einem deutlichen, aber noch nicht besorgniserregenden 17:25-Rückstand endete das erste Viertel.

Im zweiten Spielabschnitt machte ein Nationalspieler eindrucksvoll auf sich aufmerksam: Jan Jagla hämmerte den Ball nach 16 Sekunden in den Korb, Auszeit Braunschweig. Keine Minute später war es wieder Jagla, der mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr einen Sprungwurf ins Ziel steuerte und mit der folgenden "Jagla-Faust" in Verbindung mit einem Ur-Schrei ordentlich Dampf abließ (21:27). Die Braunschweiger begannen ihrerseits wie schon zu Beginn der Partie recht treffsicher, so dass Bayern dem Rückstand weiter hinterherlief. Nach sechs Minuten stellte Je'Kel Foster mit zwei Körben den Anschluss wieder her (30:34), doch wenige Sekunden später folgte die trockene Antwort des Braunschweigers Kulawick in Form eines Dreiers. Jetzt schaltete sich Steffen Hamann ein, zeigte enormen Kampfeswillen und erzielte wichtige Treffer. Dem Topscorer des Abends, Jonathan Wallace, gelang es kurz vor der Pause, mit einem frenetisch bejubelten Drei-Punkte-Wurf die erste Führung für sein Team zu ergattern (40:39). Die Mannschaft fightete einer für den anderen und nahm eine knappe, aber nicht unverdiente 41:40-Führung mit in die Halbzeit-Pause.

Nach dem Seitenwechsel machte sich leider wieder die an diesem Tag bedenkliche Freiwurf-Schwäche der Bayern bemerkbar und bot den Braunschweigern erneut die Chance, in Führung zu gehen, und die Phantoms ließen sich nicht zweimal bitten (43:46). Ein Dreier von Philipp Schwethelm und ein weiterer von Jonathan Wallace - wunderbar herausgespielt von Ben Hansbrough - verschafften den Münchnern etwas Luft (52:48). Der Spielrhythmus war gefunden. Die Bayern hatten nun einen kleinen Lauf, und Jan Jagla steuerte einen weiteren Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie in den Korb (57:50). Logische Folge: Faust und Ur-Schrei. Auch am Ende des dritten Viertels lagen die Bayern weiter in Führung: 65:59.

Im letzten Spielabschnitt tat sich München zunächst erneut schwer, auch eine rasch genommene Auszeit brachte nicht die von Dirk Bauermann erhoffte Wirkung. Die anhaltenden Probleme von der Freiwurflinie und unnötige Ballverluste erleichterten es den Gästen, die Nase wieder in Front zu bringen und diese (zwar knappe) Führung über weite Strecken zu behalten (74:76, noch drei Minuten zu spielen). Doch Jonathan Wallace, der es an diesem Abend so richtig wissen wollte und vor Spielfreude nur so strotzte, zog beherzt zum Korb und glich zum 76:76 aus. Als Wallace wenig später einen Freiwurf zur 77:76-Führung traf, verloren sämtliche Sitzplätze im Audi Dome ihre Bedeutung, denn alle Zuschauer standen nun und schmetterten kollektiv "Defense - Defense!". Selbst den eigentlich auf Krücken angewiesenen Bastian Doreth hielt es nicht mehr auf seinem Stuhl in der Nähe der Bayern-Bank, gemeinsam mit seinem Leidensgenossen Robin Benzing feuerte er seine Teamkameraden leidenschaftlich an.
In der an Spannung kaum zu überbietenden Schlussphase hatten die Gäste nicht mehr viel Wurfglück, und die Bayern gaben nun keinen einzigen Defensiv-Rebound mehr her. Auch die Freiwürfe wurden jetzt von Philipp Schwethelm, Je'Kel Foster und Jonathan Wallace sehr zur Freude der entzückten und höllisch lauten Bayern-Fans fast alle sicher verwandelt. Der erste, so wichtige Heimsieg ist nach der Auftakt-Niederlage unter Dach und Fach - bereits am kommenden Mittwoch steht um 19.30 Uhr das nächste Heimspiel gegen Tübingen auf dem Programm.

Sebastian Machowski, Trainer der Braunschweiger Mannschaft sagte nach dem Spiel: "Wir haben eine große Chance vertan, hier einen wichtigen Auswärtssieg zu schaffen. Meine Mannschaft hat ein gutes Spiel gezeigt, ein Sieg für uns wäre auch verdient gewesen. Die tolle Stimmung war beeindruckend."

FC Bayern-Trainer Dirk Bauermann zeigte sich zufrieden: "Braunschweig ist hier mit breiter Brust angetreten, und ich bin sehr zufrieden, dass wir dieses Spiel gewinnen konnten. Jonathan Wallace war ganz wichtig von der Bank, er hat uns sehr geholfen. Die Kulisse war sensationell und von großer Bedeutung für diesen Sieg. Die Spieler waren in der Kabine so erleichtert, dass sie sich gar nicht so richtig freuen konnten. Das zeugt von dem großen Druck, aber wir wollen nun nicht über den Druck sprechen, sondern uns auf das nächste Heimspiel am kommenden Mittwoch freuen."

Es spielten für den Bayern München: Jonathan Wallace (25 Punkte/3 Dreier), Je'Kel Foster (16/1), Steffen Hamann (13), Philipp Schwethelm (11/1), Aleksandar Nadjfeji (11), Jan-Hendrik Jagla (10/1/8 Rebounds), Ben Hansbrough (4), Darius Hall, Bogdan Radosavljevic, Demond Greene und Ruben Boumtje Boumtje (DNP).
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