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Euroleague: Der aktuelle Champion will in Bamberg eine neue Siegesserie starten

Euroleague: Der aktuelle Champion will in Bamberg eine neue Siegesserie starten

Die Bamberger Stechert-Arena ist am Donnerstag (17. November, 20:45 Uhr, live auf SPORT1+, ab 21:00 Uhr auch auf SPORT1) Schauplatz eines ganz besonderen Gipfeltreffens. Der Deutsche Meister Brose Baskets empfängt den Euroleague-Champion Panathinaikos Athen.
1321434368/img_Marcus_Slaughter_Brose_Baskets_2.jpgDie von der Euroleague zum „Spiel der Woche“ erklärte Begegnung könnte für die Bamberger das „Spiel des Jahres“ werden. Aber von einem Sieg zu träumen fällt nicht nur beim Blick auf die Tabelle schwer, sondern auch in Anbetracht des letzten Spieltags.

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Da bewies Panathinaikos nämlich in einem hochklassigen Schlagabtausch gegen einen anderen großen Favoriten, ZSKA Moskau, dass man den Titelverteidiger - allen griechischen Sparmaßnahmen zum Trotz - auch in dieser Saison auf der Rechnung haben muss.

Das Erfolgsgeheimnis von „Pana“: Kontinuität

Noch im Sommer wollten manche schon die Sterbeglocken für Panathinaikos läuten, nachdem der milliardenschwere Mäzen des Clubs, Pavlos Giannakopoulos, angekündigt hatte, dass er sich aus dem Basketball zurückziehen wolle und den Club zum Verkauf anbiete: „Nach vierzig Jahren ist es an der Zeit, sich zur Ruhe zu setzen“, erklärte der 78-Jährige, den man in den letzten Jahren trotz seiner temperamentvollen Auftritte bei Liga-Versammlungen („Wozu bezahle ich das hier eigentlich alles?“) in der Euroleague fast schon lieb gewonnen hatte. Da sich angesichts der Wirtschaftskrise aber auf die Schnelle kein Käufer fand, ließ sich Giannakopoulos aber am Ende doch zum Weitermachen überreden – bei eingeschränkten Bezügen.

Die Reduzierung des Budgets um 40 Prozent auf offiziell nur noch 20 Millionen Euro verlangte auch von Spielern mit laufenden Verträgen, Kürzungen hinzunehmen, worauf sich aber fast das gesamte Team einließ. Einzig Antonis Fotsis und Drew Nicholas zogen lieber nach Mailand weiter, wo das Geld bei Giorgio Armani offenbar noch lockerer sitzt. Alle anderen hielten „Pana“ die Treue, so dass Trainer Zeljko Obradovic auch in dieser Saison wieder seinen größten Trumpf ausspielen kann: Die Kontinuität. Seit 1999 – stets mit demselben Assistenten Dimitris Itoudis, mit dem er sich mittlerweile bei den Auszeiten nahezu perfekt die Ansagen in den Auszeiten teilt – hat er sein erfolgreiches System bei Panathinaikos installiert und ständig weiterentwickelt.

Auf Seiten der Spieler spielt Forward Stratos Perperoglou (derzeit verletzt) bereits seine fünfte, der letztjährige Euroelague-MVP Dimitris Diamantidis seine achte Saison für Panathinaikos. Die Innenspieler Mike Batiste und Kostas Tsartsaris tragen bereits in der neunten bzw. zehnten Saison das grüne Trikot mit dem Kleeblatt. Bei den durch die Abgänge von Fotsis und Nicholas erzwungenen Neuzugängen bewies Obradovic einmal mehr ein gutes Händchen. US-Guard David Logan passt sich schon nach wenigen Spielen genauso gut ins Panathinaikos-Spiel ein wie Power Forward Stephen Smith, den man ohnehin als den Aufsteiger des Jahres bezeichnen kann: Derselbe US-Amerikaner, der in der letzten Saison in der Bundesliga so gar nicht ins Oldenburger Team passen wollte und deshalb schon im Dezember entlassen wurde, ist jetzt mit im Schnitt 10,3 Punkten Starter beim Euroleague-Champion.

Erste Saisonniederlage gegen ZSKA Moskau im Gepäck

1321434428/img_Brian_Roberts_Brose_Baskets.jpgBezeichnend für die aktuelle Strategie, mit der Panathinaikos die finanzielle Durststrecke überbrückt, ist die letzte, kurz vor Saisonbeginn getätigte Verpflichtung von Sarunas Jasikevicius. Der 34-jährige Litauer lebt mit seiner griechischen Lebensgefährtin ohnehin bevorzugt in Athen und war deshalb sicher bereit, finanzielle Zugeständnisse zu machen.

Außerdem spielte er bereits von 2007 bis 2010 für Panathinaikos und weiß daher, wie der Hase in Athen läuft. Nicht zuletzt diese bei Panathinaikos systematisch gepflegte Kontinuität war es auch, die dafür sorgte, dass der Club in den letzten neun Jahren im Duell mit dem nationalen Erzrivalen Olympiakos regelmäßig die Nase vorn hatte und in der Euroleague mit vier Titeln (2002, 2007, 2009 und 2011) das erfolgreichste Team der letzten Dekade stellte.

Spätestens im Spitzenspiel am vergangenen Donnerstag gegen ZSKA Moskau wurde deutlich, dass das Konzept von Zeljko Obradovic auch in dieser Saison aufgehen könnte. Der Defense von Panathinaikos gelang es als erstem Team in dieser Saison, die Kreise von Andrej Kirilenko zumindest halbwegs zu stören (nur 9 Punkte). Prompt lag „Pana“ vier Minuten vor Schluss 67:58 in Führung, bevor man aber letztlich doch daran scheiterte, zwei große Handicaps zu kompensieren. Zum einen war Center Kostas Tsartsaris schon in der siebten Minuten mit einer Knieverletzung ausgefallen (er muss auch gegen Bamberg pausieren), zum anderen ging der letztjährige Euroleague-MVP Dimitris Diamantidis schon in der 32. Minute mit dem fünften Foul aus dem Spiel und fehlte Panathinaikos in der dramatischen Schlussphase sowie in der Verlängerung an allen Ecken und Enden. ZSKA gewann noch 78:76.

In der griechischen Liga am Wochenende spielfrei (und bis dato ungeschlagen), durfte Panathinaikos eine Woche lang in dieser bitteren ersten Saisonniederlage schmoren und wird umso mehr darauf brennen, in Bamberg eine neue Siegesserie zu starten. Auf dem Papier hat Zeljko Obradovic dabei mit dem Spielmacher-Duo Diamantidis und Nick Calathes (zusammen 21 Punkte und 6 Assists pro Spiel), dem extrem vielseitigen und athletischen Zentralafrikaner Romain Sato (11Punkte und 5,3 Rebounds pro Spiel) auf dem Flügel sowie einer auch ohne Tsartsaris eindrucksvollen Armada von beweglichen und kräftigen Innenspielern auf jeder Position die vermeintlich größeren Trümpfe in der Hand, was dem Serben aber nicht genug ist: „Ich möchte in den Augen meiner Spieler das Verlangen sehen, bis zur letzten Sekunde zu kämpfen“, forderte er nach der Niederlage gegen ZSKA.

Panathinaikos im Stenogramm
Guards:
Dimitris Diamantidis (31, 196), Nick Calathes (22, 198), David Logan (29, 184, US/POL), Sarunas Jasikevicius (35, 194, LTU), Alexandros Kyritsis (19, 198).
Forwards: Romain Sato (30, 194, CAF), Stephen Smith (28, 204, USA), Pat Calathes (26, 208).
Center: Aleksandar Maric (27, 211, AUS), Kostas Kaimakoglou (28, 205), Mike Batiste (34, 203, USA), Ian Vougioukas (26, 212).
Headcoach: Zeljko Obradovic (51, SRB, siebzehnte Saison in der Euroleague)

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