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Euroleague: Der Schlüssel zum Bamberger Erfolg gegen Unicaja Malaga liegt unter den Körben

Euroleague: Der Schlüssel zum Bamberger Erfolg gegen Unicaja Malaga liegt unter den Körben

Die Eckpunkte in der Euroleague sind für den Deutschen Meister Brose Baskets mit dem klaren Sieg gegen Zagreb und der unvermeidlichen Niederlage gegen ZSKA Moskau gesetzt. Jetzt geht es „ans Eingemachte“: Am Donnerstag (3. November, 21 Uhr, live auf SPORT1+, ...
1320222358/img_Anton_Gavel_Brose_Baskets.jpg... ab 21:15 auch auf SPORT1) steht in der Stechert Arena das erste Spiel gegen einen Gegner auf dem Programm, mit dem die Bamberger sich im Mittelfeld der Gruppe B mit je 1:1-Siegen auf Augenhöhe wähnen dürfen.

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Schon in der letzten Saison lagen beide Teams dicht beieinander. Malaga gewann in Bamberg 69:65, Bamberg in Malaga 72:70. Aber: Während man die Saison 2010/11 in Bamberg als die beste der Vereinsgeschichte in Erinnerung behält, spricht man in Malaga rückblickend von einer Katastrophensaison, in der fast alles schief ging, was schief gehen kann. Nur mit Ach und Krach erreichte Unicaja am Ende die spanischen Playoffs und rettete damit seine A-Lizenz in der Euroleague.

Zwei alte Bekannte aus der Beko BBL im Spielaufbau

Trainer Chus Mateo, der schon im Januar den glücklosen Aito Garcia Reneses ablöste, steht in der neuen Saison vor der Aufgabe, Unicaja weiter in die Erfolgsspur zurückzuführen. Manche Kritiker in Spanien meinen natürlich, dass das nicht schwer sein könne, weil es schließlich kaum schlimmer kommen kann als in der letztjährigen Seuchensaison. Aber auf der anderen Seite ist Malagas Budget im Vergleich zum Vorjahr auch um 20 Prozent geschrumpft und nähert sich damit zum Beispiel dem noch einmal aufgestockten Bamberger Etat an.

Wie Malaga die von der Wirtschaftskrise erzwungenen Kürzungen umgesetzt hat, kann man vor allem auf den kleinen Positionen erkennen, wo Unicaja sich von schillerndern Stars wie Terrell McIntyre und Roderick Blakney getrennt hat. Für den serbischen Nationalspieler Uros Tripkovic sucht Unicaja noch einen Abnehmer. Um diese teure „Altlast“ möglichst schnell entsorgen zu können, wurde er mit Blick auf die Wechsel-Regularien zunächst nicht für die Euroleague eingeschrieben, um ihm die Option, sofort zu einem anderen Europaligisten zu wechseln, offen zu halten.

Überraschend landete Malaga am Mittwoch doch mit Uros Tripkovic in Deutschland, den man inzwischen auch für die Euroleague gemeldet hat. Hintergrund: Wegen der Bedeutung des Spiels in Bamberg haben sich die Spanier entschlossen, den serbischen Shooting Guard als „Joker“ doch wieder ins Team zu nehmen.

Neu wurden E. J. Rowland (angeschlagen) und Kristaps Valters verpflichtet, die wir in der Beko BBL zwar in guter Erinnerung haben (Rowland spielte einst für die Artland Dragons und Bonn, Valters in Oldenburg), die aber im europäischen Maßstab keinen Star-Status genießen. Im Kollektiv funktionieren beide indes genauso wie die anderen neuen Außenspieler Gerald Fitch und Tremmel Darden bisher besser als ihre Vorgänger. Unicaja gelang in der spanischen Liga ein fast perfekter Start (4:1 Siege) und auch in der Euroleague liegt Malaga – nicht zuletzt dank Valters, der in der letzten Woche mit 20 Punkten den Verlängerungssieg gegen Zalgiris aus dem Feuer riss – bisher im Soll.

Malagas gefährlichste Waffe: Center Joel Freeland

1320222401/img_Tibor_Pleiss_Brose_Baskets.jpgDer neue uneigennützig agierende Backcourt steht Unicaja umso besser, weil die Andalusier ihre größte Stärke unter dem Korb haben, wo schon in letzten Jahr Joel Freeland mit 19 Punkten beim 69:65 gegen die Brose Baskets zum Matchwinner in der Stechert Arena wurde. Der gerade in der spanischen Liga zum Spieler des Monats gekürte Engländer ist auch im neuformierten Unicaja-Team die erste Option im Angriff. Mit 17,5 Punkten pro Spiel Topscorer der „Lega Endesa“, ist er in der spanischen Liga auch der drittbeste Rebounder (9 pro Spiel).

Die Kreise dieses Centers einzuengen, dürfte das oberste Ziel der Bamberger Verteidigung ein. Valencia hat am vergangenen Sonntag im Spitzenspiel der spanischen Liga vorgemacht, wie effektiv dieses Taktik ist: 24 Minuten lang träumte Malaga angesichts von 14 frühen Punkten Freelands vom Sieg in Valencia. Als die Gastgeber ihre Defense gegen den Engländer, der in den letzten 16 Minuten keinen einzigen Punkt mehr erzielte, indes verstärkten, verlor Malaga noch 62:75.

An seiner Seite hat der virtuose Freeland mit Luka Zoric (führte in der letzten Saison Zagreb zum kroatischen Meistertitel) und dem 33-jährigen Routinier Jorge Garbajosa (feiert am Donnerstag nach einer Verletzungspause sein Comeback) zwei weitere starke Center. Zudem spielt der Bosnier Nedzad Sinanovic, der 2007/08 zusammen mit Tibor Pleiß für die Köln 99ers spielte, mit seinen 2,22 m im Konzept von Chus Mateo eine größere Rolle als im letzten Jahr unter Aito Garcia Reneses. Der Schlüssel zum Erfolg liegt somit am Donnerstag wohl unter den Körben. Malaga führt die Rebound-Statistik der Euroleague mit 41,5 pro Spiel an, die Brose Baskets (27,0) belegen den letzten Platz.

Unicaja Malaga im Stenogramm

Guards:
E. J. Rowland (28, 188, US/BUL), Gerald Fitch (29, 192, USA), Kristaps Valters (30, 191, LAT).
Forwards: Tremmel Darden (29, 194, USA), Berni Rodriguez (31, 197), Hrvoje Peric (26, 203, CRO), Saul Blanco (26, 194), Uros Tripkovic (25, 197, SRB).
Center: Joel Freeland (24, 208, GBR), Luka Zoric (26, 211, CRO), Jorge Garbajosa (33, 206), Nedzad Sinanovic (28, 222, BIH).
Headcoach: Jesus „Chus“ Mateo (42, erste Europaliga-Saison)
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