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Fast alles neu in Bonn

Fast alles neu in Bonn

Rückblende, 23. April 2011: 4430 Zuschauer im Bonner Telekom Dome nehmen eher teilnahmslos einen letzten, erfolglosen Dreierversuch von Mark Tyndale zur Kenntnis. Der Fehlwurf ist die letzte sportliche Aktion der Telekom Baskets in der Saison 2010/2011, die sechste Niederlage in Folge markiert das Ende einer mit 28:40 Punkten und Rang 13 komplett verkorksten Spielzeit.
Das in Fankurven so beliebte „Ihr könnt nach Hause fahren“, das gewöhnlich den geschlagenen Gegner meint, erhält in den folgenden Wochen eine ganz neue Bedeutung, denn die Verantwortlichen schicken, sportlich und menschlich enttäuscht, nahezu den kompletten Kader hinfort.

Zeitsprung, 22. Oktober 2011, 20 Uhr: Mehr als 5000 Zuschauer stärken ihrem Team den Rücken und blicken auf 8:0 Punkte, attraktiven Teambasketball und unbändigen Einsatz in den ersten Saisonspielen zurück. Die EWE Baskets Oldenburg gastieren im Telekom Dome, die Hausherren wollen ihre positive Gesamtbilanz (16:14 Siege in Pflichtspielen seit dem Jahr 2000) gegen die Gäste von der Hunte ausbauen (live bei Sport1). Von Resignation, Unmut über das Tun der eigenen Spieler und tiefer Enttäuschung ist längst keine Spur mehr.

Es ist viel passiert seit dem 23. April. Die Telekom Baskets Bonn, zuvor stets ein garantierter Anwärter auf die Playoffs, hatten 2010/2011 große Probleme und schafften es letztlich nicht, ein echtes Team auf das Parkett zu schicken. „Innerhalb des Teams hat es nicht funktioniert, die Spieler haben nicht an einem Strang gezogen“, blickt Headcoach Michael Koch in der Sport Bild zurück, „sondern nur für sich gespielt. Wir wollten nicht mehr mit ihnen zusammenarbeiten.“ Konsequenz: Mit Ausnahme von Routinier Chris Ensminger und den Youngstern Fabian Thülig und Jonas Wohlfarth-Bottermann gingen alle.

Aktuell macht es den Eindruck, als hätten Koch und seine Mitstreiter ein sehr glückliches Händchen bewiesen. Individuelle Klasse ist bei den Neuen in jedem Fall vorhanden – was Fans und Verantwortlichen aber noch viel wichtiger ist: Der Teamgeist ist zurückgekehrt nach Bonn. Mit exzellentem Zusammenspiel, enormer Energie und großer Cleverness agierten die Telekom Baskets bislang in jeder Partie. Alle Neuzugänge trugen bislang ihren Teil zum Erfolg bei: Distanzspezialist und Topscorer Simonas Serapinas (16,0 Punkte pro Spiel, 44,4 % Dreier), der mehr als zuverlässige Chris Ensminger (15,5 P., 7,8 Rebounds), Block-Experte Tony Gaffney (14,8 P., 6,3 R., 3,3 Blocks), Benas Veikalas (12,0 P.), Rückkehrer Jared Jordan (7,3 Assists) und Zvonko Buljan (7,8 P.).

Komplettiert wird der Kader durch die Deutschen Florian Koch, den Ex-Oldenburger Andrej Mangold (17:55 Minuten pro Spiel auf dem Feld), Fabian Thülig, Jonas Wohlfarth-Bottermann und Daniel Hain, der von 2007 bis 2011 bei den EWE Baskets spielte und im Juni 2009 mit den Oldenburgern Deutscher Meister wurde.

Die EWE Baskets wiederum werden am Samstag darum bemüht sein, genau die Fehler, die bei den Niederlagen in Ludwigsburg und Braunschweig zuweilen im Überfluss begangenen wurden, zu vermeiden oder mindestens zu reduzieren.

„Wir müssen deutlich aggressiver werden, und das geht bei mir los. Da muss ich entsprechend Zeichen setzen und alle mitziehen“, gibt sich Aufbauspieler Bobby Brown in einem Interview der Beko Basketball Bundesliga selbstkritisch. „Abschnittsweise gefällt mir unsere Verteidigung schon sehr gut, das müssen wir aber über das gesamte Spiel zeigen.“

Dass die beiden Niederlagen Spuren hinterlassen haben, glaubt Brown nicht – im Training wurde an den Fehlern gearbeitet: „Die Teamchemie ist und bleibt großartig! Das Training war in der Tat intensiv, alle haben sich gegenseitig gepusht und Vollgas gegeben. Jeder macht den anderen besser, keiner zeigt in irgendeiner Form mit dem Finger auf andere. Wir akzeptieren die Herausforderungen und wollen es schon gegen Bonn besser machen.“

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