FB Twitter Instagram YouTube Google+
FC Bayern München – Basketball mit Tradition

FC Bayern München – Basketball mit Tradition

Das ambitionierte Basketball-Projekt von Beko BBL-Aufsteiger FC Bayern München - ein Konzept, das aus der Retorte kam, denken viele jüngere Fans. In Wirklichkeit hat die Korbjagd beim bekanntesten und mit über 160.000 Mitgliedern größten deutschen Sportverein jedoch Tradition.
1312536367/img_FC_Bayern_Muenchen_4.jpg1946 wurde die Basketball-Abteilung gegründet, 1954 und 1955 wurden die „roten Riesen“ Deutscher Meister.

image_1288779294890.png.

1956 pilgerten rund 30.000 Zuschauer ins Stadion an der Grünwalder Straße, um unter freien Himmel das Freundschaftsspiel gegen den italienischen Spitzenklub Lancia Bozen mitzuerleben.

Die Bayern gewannen 54:46. Im Büro von Vizepräsident Bernd Rauch, der treibenden Kraft des Basketball-Projektes, erinnert ein Schwarz-Weiß-Foto an diese legendäre Partie.

2.000 Mark im Monat

Seine Hochzeit erlebten die Bayern-Basketballer in den 60er Jahren. 1966 waren sie Gründungsmitglied der Bundesliga, 1968 gewannen sie den Pokal. Star des Teams von Trainer Franz Kronberger war Nationalspieler Klaus Schulz, der Anfang des Jahrzehnts als erster deutscher Basketballer überhaupt – und damit lange vor dem Leverkusener Norbert Thimm – ins Ausland wechselte (Estudiantes Madrid).

1312536425/img_FC_Bayern_Muenchen_3.jpgAuch Hansjörg Krüger und Dieter Schneider spielten damals in der Nationalmannschaft. 1970 sorgte der FC Bayern für Aufmerksamkeit, als er die Bemühungen des aufstrebenden Lokalrivalen USC München konterte und diesem den seinerzeit besten deutschen Aufbauspieler Helmut Uhlig abwarb.

Mit einem Monatsgehalt von 2.000 Mark war der nur 1,70 Meter große Uhlig Topverdiener der Bundesliga. Die Erfolge eröffneten den Basketballern sogar Zugang zur Schickeria. Das Schwabinger Lokal „Alter Simpl“ war seinerzeit, lange vor dem P1, der Hotspot des Münchner Nachtlebens. Aufbauspieler Jürgen Schröder erinnert sich: „Wenn der Türsteher einen Basketballer erblickte, hat er ihn an der Warteschlange vorbei ins Lokal gewinkt.“

1974 Abstieg aus der höchsten Spielklasse

Anschließend wurde es um die Bayern jedoch ruhiger. Auch die Verpflichtung Uhligs konnte nicht verhindern, dass der USC die Vorherrschaft an der Isar übernahm. Der Lokalrivale wurde Vizemeister, der FCB lediglich Vierter der Südstaffel der damals noch zweigeteilten Bundesliga. Außerhalb des Spielfeldes verlief die Saison 1970/71 geradezu schicksalhaft:

1312536464/img_FC_Bayern_Muenchen_2.jpgDer US-Importspieler, mit dem die „Roten“ die Saison in Angriff nehmen wollten, ertrank noch vor dem ersten Punktspiel bei einer Kajaktour in der Salzach. Sein als Ersatz verpflichteter Landsmann Slim Thornton musste sich nach wenigen Wochen in einem Mordprozess verantworten und fehlte fast die gesamte Spielzeit. Verteidigt wurde er von seinem Mannschaftskameraden Klaus Schulz, der im Hauptberuf als Rechtsanwalt arbeitete. Von dieser Chaos-Saison erholten sich die Bayern nicht mehr so recht. 1974 stiegen sie aus der Bundesliga ab.

Das vorerst letzte Bundesliga-Kapitel des FC Bayern wurde zwischen 1987 und 1989 geschrieben. Als Meister der 2.Bundesliga Süd gelang der Aufstieg ins Oberhaus. Im ersten Jahr verkaufte sich die Mannschaft von Trainer Gregor Aas als Neunter teuer. Nachdem jedoch die Vereinsführung die finanziellen Zuwendungen kürzte, konnte das Team im zweiten Jahr als Elfter der damals lediglich zwölf Teams umfassenden Liga den Abstieg nicht vermeiden. Zum Kader gehörten u.a. die beiden US-Boys Cedric Robinson und George Devone, der Ex-Bayreuther Jochen Trux und der heutige Abteilungsleiter Peter Kemmer.

Die neue Heimat heißt Rudi-Sedlmayer-Halle

1312536540/img_FC_Bayern_Muenchen_1.jpgDanach folgten 22 Jahre in der 2.Bundesliga Süd, Regionalliga Südost und zuletzt ProA, die durch freiwillige Rückzüge und Aufstiegsverzichte geprägt waren. Erst nachdem der Verein den Vorstandsbeschluss lockerte, außer Fußball keine andere Sportart zu fördern, konnte Bernd Rauch sein Projekt vorantreiben.

Prämisse hatte der Umzug aus der in den 1950er Jahre erbauten Städtischen Sporthalle an der Säbener Straße hinein in eine größere Spielstätte. Vergangene Saison spielten die „roten Riesen“ in der Olympia-Eishalle, ab Oktober 2011 tun sie dies in der Rudi-Sedlmayer-Halle, dem Schauplatz des Basketball-Turniers der Olympischen Sommerspiele 1972.

Zur Person: Dino Reisner

Geburtsdatum: 14.02.1971 in Bayreuth

Beruf: Aufgewachsen in Bayreuth, Studium in Bamberg und Berlin – der Basketball pflasterte allerorten seinen Lebensweg. Lebt seit 1999 in München und war verantwortlicher Redakteur des BBL-Jahrbuches 1998/99 und der kicker-Sonderhefte in den vergangenen fünf Jahren sowie Autor der Chronik 40 Jahre Basketball Bundesliga (Sutton Verlag).
easyCredit Telekom TipBet Spalding Ranko Kinder plus Sport