FB Twitter Instagram YouTube Google+
Frankreich: Wie stark ist die

Frankreich: Wie stark ist die "Equipe Tricolore"?

Deutschlands dritter EM-Gegner Frankreich (Freitag, 20:00 Uhr MEZ live auf SPORT1) stellt mit fünf Akteuren, die in der letzten Saison im Schnitt zusammen 55 Punkte pro Spiel in der NBA erzielten, hinter den Spaniern das zweitgrößte Kontingent an Spielern aus der ...
1314900009/img_Boris_Diaw_Frankreich_EM_2011.jpg... US-Profiliga bei der Europameisterschaft.

Für viele zählen die Franzosen damit auch ohne die verletzten Leistungsträger Mickael Pietrus und Ronny Turiaf zu den großen Favoriten in Litauen.

image_1288779294890.pngTeam Germany berichtet live von der EM.

Skeptiker werfen jedoch ein, dass das auch schon 2007 und 2009 so war, wo das französische EM-Abenteuer am Ende stets schon im Viertelfinale mit einer Enttäuschung endete.

Einzig 2005 (Platz 3) standen die Franzosen in den letzten 50 Jahren bei einer EM auf dem Treppchen.

Schwach aus der Distanz

Nach den noch nicht sehr aussagekräftigen Pflichtsiegen gegen die Außenseiter Lettland (89:78) und Israel (85:66) verspricht die erste echte Bewährungsprobe gegen Nowitzki & Co am Freitag Aufschluss darüber zu geben, wie gut die Franzosen bei dieser EM auf- und eingestellt sind.

In der EM-Vorbereitung verloren die athletischen Franzosen nur ein Spiel (in Spanien). Die bärenstarke Verteidigung, die den Gegnern dabei im Schnitt nur 62 Punkte zugestand, war gegen Lettland und Israel nur phasenweise zu sehen, letztlich aber auch nicht nötig.

1314900170/img_Vincent_Collet_Frankreich_EM_2011.jpgIn der Offensive wird den Franzosen eine Schwäche bei den Distanzwürfen nachgesagt, was viele Gegner veranlassen wird, es bei der EM mit einer Zonenverteidigung zu versuchen, wie Lettland das im Auftaktspiel fast über die gesamte Spielzeit demonstriert hat. Letztlich schlummern im vielseitigen französischen Kader mit dem athletischen Mickael Gelabale (mit 6/9 bisher auch der beste französische Dreierschütze bei der EM) und dem technisch versierten Nicolas Batum auf dem Flügel sowie mit dem dynamischen Duo Boris Diaw und Joaquim Noah unter dem Korb zu viele Offensivoptionen, um sie allein mit einer solchen Zone auszubremsen.

Und wenn alle Stricke reißen, kann Trainer Vincent Collet sich immer noch auf seinen überragenden Spielmacher Tony Parker verlassen, der mit seinen 31 Punkten und 7 Assists gegen Lettland sicher nicht zum letzten Mal bei dieser EM ein Spiel für Frankreich aus dem Feuer gerissen hat. Mit seiner enormen Schnelligkeit und seinem genialen Spielaufbau zählt „TP“, der auch in der NBA zu den Megastars gehört, zu den herausragenden Stars dieser EM, die für jeden Gegner eine besondere Herausforderung darstellen.

Tony Parker in der französischen Liga?

Angesichts von zwölf französischen Akteuren in der NBA (mehr als aus jedem anderen europäischen Land) wird in Frankreich viel darüber spekuliert, ob der sich anbahnende Lockout in der US-Profiliga dazu führen könnte, dass man die ausgewanderten Stars wieder einmal in der heimischen Liga begrüßen kann. Aus dem Kreis der Nationalspieler hat aber bisher nur Nicolas Batum (in Nancy) einen konkreten Vertrag unterschrieben – mit einer Ausstiegsklausel für den Fall, dass die NBA doch den Spielbetrieb aufnimmt.

1314900281/img_Nicolas_Batum_Frankreich_EM_2011.jpgDer große Renner wäre ohne Frage die Rückkehr von Superstar Tony Parker. Bisher hatte der Spielmacher nur erklärt, dass er die Entwicklung bis Dezember abwarten wolle. Sollte sich bis dahin in der NBA nichts getan haben, werde er dann für ASVEL Lyon-Villeurbanne auflaufen, also für den Club, in den er als Teilhaber auch in großem Umfang finanziell involviert ist. Am Dienstag meldete die Zeitung „Le Progres“ aber, dass Parker sich bereits im Oktober das ASVEL-Trikot überstreifen werde, doch der Spielmacher dementierte das am Mittwoch in Litauen umgehend: „So weit sind wir noch nicht. Da gibt es vorher noch vieles zu regeln.“

ASVEL ist neben dem in der Hauptstadt vor sich hindümpelnden Paris-Levallois der einzige Großstadtclub in der französischen Liga, der so ein wenig unter einem provinziellen Image leidet und bezüglich der Zuschauerzahlen (3.700 im Schnitt bei einer Auslastung von 80 Prozent) an ihre Grenzen stößt. Auch die Liga setzt deshalb große Hoffnungen in eine in Lyon geplante 15.000 Zuschauer fassende Arena, die neue Dimensionen eröffnen würde, deren Fertigstellung aber gerade wieder auf 2015 verschoben wurde.

Frankreichs EM-Aufgebot im Stenogramm

Guards

Tony Parker (29, 188, San Antonio/NBA), Nando DeColo (24, 195, Valencia/ESP), Andrew Albicy (21, 177, Gravelines), Steed Tchicamboud (30, 193, Chalon),

Forwards
Nicolas Batum (22, 201, Nancy), Mickael Gelabale (28, 202, Charleroi/BEL), Boris Diaw (29, 203, Charlotte/NBA), Florent Pietrus (30, 202, Valencia/ESP), Charles Lombahe-Kahudi (25, 197, Le Mans),

Center
Joaquim Noah (26, 211, Chicago/NBA), Kevin Seraphin (21, 205, Washington/NBA), Ali Traore (26, 207, Krasnodar/RUS)

Headcoach: Vincent Collet (48, Strasbourg, zweite EM)

Parker packt die Loser-Angst

Aus Siauliai berichtet Michael Spandern (SPORT1)

Wenn es nach dem NBA-Faktor gehen würde, hätten sie Silber sicher. Wäre der Glamour ausschlaggebend, müsste es Gold sein.

1314900704/img_Nando_de_Colo__Frankreich_EM_2011.jpgDoch alles, was Frankreich in den letzten zehn Jahren gewonnen hat, ist eine Bronzemedaille bei der EM 2005. Die "Generation Tony", wie auch Tony Parker höchstselbst die an Einzelkönnern so reichen 80er-Jahrgänge nennt, droht eine Unvollendete zu werden. Der Ruf, nicht für große Spiele geschaffen zu sein, haftet jetzt schon an ihr.

Der Vergleich mit Nowitzki

Und der dreimalige NBA-Champion Parker, der auch gut ein Jahr nach der Scheidung von "Desperate Housewives"-Star Eva Longoria stets im Rampenlicht steht, hat Angst, dass ein fortgesetztes Scheitern auch an seinem Lack kratzen würde.

"Es ist ein wenig wie mit Dirk Nowitzki in Dallas, der zwölf Jahre in einer guten Mannschaft gespielt hat", sagte er der französischen Sportzeitung "L'Equipe":

"Er ist einer der besten Basketballer in der Geschichte des Basketballs. Aber hätte er nicht im Juni den Titel gewonnen, wäre er immer als ein Loser betrachtet worden."

Keiner spricht von einer Medaille

Klingt da Neid durch? Nein, wiegelt der Spielmacher der San Antonio Spurs vor dem Vorrunden-Duell im gar nicht glamourösen Siauliai (Fr., ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) ab: "Ich habe mich sehr für ihn gefreut."

Doch etwas habe Dirkules ihm voraus: die Olympischen Spiele. Die will Parker auch erleben, am besten als Fahnenträger wie Nowitzki 2008. Als Achtplatzierter der EM 2007 durfte die Equipe Tricolore vor Peking nicht mal am Quali-Turnier teilnehmen.

Bescheidenheit ist eingekehrt bei den Franzosen, obwohl sie mit Parker, Boris Diaw, Kevin Seraphin, Nicolas Batum und Joakim Noah eine Handvoll NBA-Akteure in ihren Reihen haben. Keiner spricht von einer Medaille. Platz 6, der die Tür nach London offenhält, ist das offizielle Ziel.

Keine Eile mit Erfolgen

Auch Parker nicht, obwohl er vor dem Turnier betont hatte, er werde nicht abtreten, bevor er mit dem Nationalteam etwas gewonnen habe.

1314900357/img_Boris_Diaw_Tony_Parker_Frankreich_EM_2011.jpgAber dazu - so der 29-Jährige - sei ja auch noch in Peking oder bei der nächsten EM, wo vermutlich nicht ganz so viele Topstars antreten, Zeit.

Obwohl er mit Noah, dem Sohn des ehemaligen Tennis-Stars Yannick, einen zweiten Medienstar an der Seite hat, fehlt dem 1,88 Meter kleinen Wirbelwind auf dem Parkett oft die Unterstützung.

Punktepartys zählen nichts

So musste schon zum Auftakt gegen Außenseiter Lettland ein 31-Punkte-38-Minuten-Kraftakt von "TP" her, um eine Blamage abzuwenden.

"Parker kann uns nicht jeden Abend retten", sagte Portlands Flügelspieler Batum zu SPORT1. "Wir müssen ihm helfen."

"Das ganze Team muss gut spielen, wenn wir bei diesem Turnier erreichen wollen", bestätigte Parker. "Es ist mir fast völlig egal, was ich individuell mache. Ich kann 30, 40 oder 50 Punkte erzielen - wenn am Ende nicht der Sieg steht, werden sie immer sagen, dass die Generation Tony nichts als eine Bronzemedaille gewonnen hat."

Parker auch ein Crunch-Time-König?

Nachdem in Umkehrung von 2007 Nowitzki als Champion und Parker als gescheiterter Topgesetzter des NBA-Westens ins Duell geht, entflammt auch wieder die Debatte, wer denn der bessere sei. Parker will sich nicht festlegen, Nowitzki lobt artig: "Tony Parker ist einer der besten Spielmacher der Welt."

Dass der aber wie Nowitzki seine Mitspieler besser macht und in den großen Momenten groß aufspielt, muss der Mann, der nach Kritik an den Spurs auch in den USA unter Druck steht, noch nachweisen.

Telekombasketball.de

Alle Spiele LIVE und in HD!

easyCredit Telekom TipBet Spalding Ranko Kinder plus Sport