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Am Samstag (19 Uhr) kommt es in Ulm zum 18. Duell zwischen zwei schwäbischen Rivalen, die sich erstmals 1987 in der zweiten Bundesliga gegenüberstanden. Die Geschichte des ewig jungen Derbys zwischen ratiopharm Ulm und den Walter Tigers Tübingen.
image_1298538222279.jpegÜber die Bundesstraße 28 sind es gut 90 Kilometer. Eineinhalb Stunden quer über die Schwäbische Alb. Ein Katzensprung sozusagen. Dennoch trennen die Städte Welten.

Hier die Universitätsstadt, deren Stadtbild von den knapp 25.000 Studierenden geprägt ist und deren schmucke Konrad-Adenauer-Straße das Regierungspräsidium beheimatet. Dort die einwohnermäßig zweimal so große Doppelstadt, deren württembergischer Teil eben diesem Regierungspräsidium zugeordnet ist.

Ulm und Tübingen. Zwei Städte deren größter Gegensatz allerdings auf einem 28 mal 15 Meter großen Basketballfeld verortet ist.

Die Walter Tigers Tübingen einerseits. ratiopharm Ulm anderseits. Zwei schwäbische Basketball-Clubs, die dem anderen nicht den Dreck unter den Fingernägeln gönnen, wie man im Süden der Republik sagt. Oder wie es Robert Wintermantel, ehemals Spieler und heute Tübinger Geschäftsführer, formuliert: „Ich würde die Rivalität als Hass-Liebe beschreiben. Beide Seiten wären sehr traurig, wenn es den anderen nicht mehr gäbe.“

17 Derbys und kein bisschen Langeweile

image_1298538296159.jpeg„Jedes Team braucht einen Rivalen, der es zu Höchstleistungen puscht“, sagt Mike Taylor. Der Head Coach von ratiopharm Ulm war in bisher elf Derbys dabei. Taylor weiß also, wovon er spricht.

Nämlich von einem Duell, das in seinen bisher 17 Auflagen auf Bundesliganiveau (zweite Liga inklusive) vier Spiele erlebte, in denen ein Team mehr als 100 Punkte erzielte, zwei, die mindestens eine Verlängerung benötigten und fünf, die mit einer Differenz von drei oder weniger Punkten endeten.

„Das wichtigste Spiel in der Derby-Geschichte ist aber das zweite Spiel der Saison 2003/04, in dem es um den direkten Aufstieg in die Bundesliga ging“, versichert Taylor.

Die Ouvertüre: Ein Vorspiel mit zwei Verlängerungen

Doch bevor es zur unvergesslichen Schlacht in Tübingen kam, sollte die Ouvertüre in Ulm aufgeführt werden. Die Ausgangssituation: Tübingen der Favorit, der mit Hilfe seines neuen Coaches George Kämpf unbedingt den Aufstieg schaffen wollte. Ulm dagegen der klaren Underdog.

Ein Team, das unter Rookie-Coach-Taylor einen unterhaltsamen Basketball spielte, aber noch nicht reif war für die Bundesliga. Das mit Spannung erwartete Aufeinandertreffen entlud sich in einem Double-Overtime-Thriller, den Tübingen mit 113:110 gewann. Topscorer für die Gastgeber war Maksym Shtein mit 26 Punkten, für die Gäste überragte Brian Jones (36).

image_1298538395611.jpegIm Rückspiel treffen sich beide Teams dann zum Show-Down der zweiten Liga Süd. Der Gewinner steigt auf, der Verlierer muss mindestens noch ein Jahr in der Zweitklassigkeit verbringen. Der Start in der rappelvollen Uhlandhalle verläuft für Ulm katastrophal.

„Nach dem ersten Viertel lagen wir mit gefühlten 3:20 zurück“, schätzt Taylor. „An den genauen Spielstand kann ich mich nicht erinnern, aber es war furchtbar“, so Mike T. Doch Chris Grosse, Emeka Errege und Maksym Shtein kämpfen sich zurück. Zur Halbzeit steht es nur noch 41:44. Das vierte Viertel gehört ganz klar den Gästen. Der vermeintlich siegbringende Wurf von Errege, der insgesamt 30 Punkte erzielt, dreht sich allerdings wieder aus dem Korb heraus.

In der Verlängerung leisten sich die Ulmer beim Stand von 84:84 dann einen folgeschweren Ballverlust. Als die Spieluhr bei verbleibenden 1,9 Sekunden stoppt, pfeifen die Schiedsrichter ein Foul gegen Errege. Tübingens Sebastian Maio besiegelt an der Freiwurflinie die Ulmer Niederlage. Die Uhlandhalle steht Kopf – die Tübinger sind wieder erstklassig.

Seither kann ein Spiel Ulm vs. Tübingen nicht mehr ablaufen wie jedes andere auch. Wenngleich Tübingens Trainer Igor Perovic festgestellt hat, „dass du als Spieler beim ersten Mal vielleicht noch nicht so genau weißt, um was es geht. Aber das lernst du schnell“.

image_1298538435189.jpegPerovic hat diese Erfahrung selbst gemacht. Schließlich stand er 2007/08 als Point Guard in zwei Derbys auf dem Feld. Doch bei aller Rivalität blieb der Wettstreit stets fair. Robert Wintermantel sagt:

„Wenn ich Mike Taylor vor dem Spiel die Hand gebe, wünschen wir uns gegenseitig zwar kein Glück, aber ein gutes Spiel. So muss Sport sein.“

Am 26. Februar steht die 18. Auflage dieser epischen Rivalität auf dem Programm.

Die ewige Tabelle

Ulm 11 Siege – Tübingen 6 Siege

1987/1988 (2. Liga)
W Tübingen – Ulm: 88:109
W Ulm – Tübingen: 94:84
1992/1993 (Bundesliga)
W Ulm – Tübingen: 84:68
W Tübingen – Ulm: 79:81
2002/2003 (2. Liga)
W Tübingen – Ulm: 77:82
L Ulm – Tübingen: 102:107
2003/2004 (2. Liga)
L Ulm – Tübingen 110:113 nach 2 OT
L Tübingen - Ulm 86:84 nach OT
2006/2007 (Bundesliga)
W Tübingen - Ulm 65:72
L Ulm - Tübingen 79:93
2007/2008 (Bundesliga)
W Ulm - Tübingen 84:78
W Tübingen - Ulm 70:78
2008/2009 (Bundesliga)
W Tübingen - Ulm 77:84
L Ulm - Tübingen 95:98
2009/2010 (Bundesliga)
L Tübingen - Ulm 94:78
W Ulm - Tübingen 80:79
2010/11 (Bundesliga)
W Tübingen – Ulm: 83:100

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