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Gereift, abgeklärt und ehrgeizig

Gereift, abgeklärt und ehrgeizig

Die Halle lag auf dem Weg. Ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Oldenburg und Frankfurt. Gerne hätte hätte der Fahrer den Blinker gesetzt, wäre von der A1 abgefahren, um sich kurz darauf in den Katakomben der ENERVIE Arena zu Hagen den Dress der Nationalmannschaft ...
1312878585/img_Dominik_Bahiense_de_Mello_EWE_Baskets_Oldenburg_1.jpg... überzuziehen. Doch Dominik Bahiense de Mello zog es am Abend des 5. August weiter gen hessische Bankenmetropole, um in der alten Wohnung für Ordnung zu sorgen.

image_1288779294890.png.

Nur wenige Tage zuvor war der 26-Jährige noch mit den „Adlerträgern“ auf Gran Canaria gewesen, ehe er von Bundestrainer Dirk Bauermann aus dem 16er-Kader gestrichen wurde. Für Bahiense de Mello kein Beinbruch, sondern vielmehr Motivation, sich kommende Saison bei seinem neuen Arbeitgeber in der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL), den EWE Baskets Oldenburg, umso mehr reinzuhängen und für 2012 erneut zu empfehlen.

Gereift zur Konstante

Der 1,90-Meter-Athlet stand in den vergangenen sechs Jahren im Aufgebot der DEUTSCHE BANK SKYLINERS, in denen er nicht nur vom talentierten Youngster zum gestandenen Profi, sondern vor allem auch vom Jugendlichen zum gereiften Mann entwickelte. Sechs Jahre dauerte es auch, ehe die Öffentlichkeit dauerhaft Gefallen am Spiel des Guards finden sollte, der in der Spielzeit 2010/2011 zu den großen Konstanten im verletzungsgeplagten Aufgebot der „Mainhattan-Giganten“ zählte. Im Schnitt legte Bahiense de Mello solide 5,9 Punkte in fast 18 Minuten pro Partie auf - wobei er mit der neuen Dreier-Linie bestens zurechtkam und starke 36,1 Prozent seiner Versuche von „Downtown“ verwandelte. Leistungen, die ihm nach 2008 und 2009 zum dritten Mal eine Einladung zur Teilnahme an den Lehrgängen der A-Nationalmannschaft einbrachte.

Einheit, auf die das ganze Land schaut

1312878599/img_Dominik_Bahiense_de_Mello_EWE_Baskets_Oldenburg_2.jpg„Es ist tatsächlich immer wieder eine große Freude und eine ganz besondere Ehre, im Sommer mit der Nationalmannschaft trainieren zu dürfen“, berichtet Bahiense de Mello. „Das ist vom Gefühl her komplett anders als während der Saison im Verein, da wir eine rein deutsche Einheit sind, auf die dann das ganze Land schaut.“ Vor drei Jahren hatte er sich erstmals für den A-Kader empfohlen, nachdem er in der Jugend bereits die Junioren-Auswahlen des Verbandes durchlaufen hatte. „Das erste Mal war natürlich ziemlich aufregend, denn ein Großteil des Teams bestand noch aus dem Kern um Pascal Roller, Demond Greene und weiteren Spielern, die es zu Medaillen bei der EM und der WM gebracht hatten“, erinnert er sich. „Im Sommer 2008 war auch Dirk Nowitzki dabei, mit dem ich bei meinem ersten Länderspiel dann auch gemeinsam aufgelaufen bin.“ Im westfälischen Halle schlägt Deutschland die Auswahl Polens mit 76:62, Bahiense de Mellos Output beträgt fünf Zähler.

„Du musst permanent Gas geben, um deine Nominierung zu rechtfertigen“

Doch ehe die Mannschaft in Richtung Olympia-Teilnahme im chinesischen Peking abfliegt, wird Bahiense de Mello aus dem Kader gestrichen. Auch vor der Europameisterschaft 2009 wird er zum Sommerlehrgang eingeladen, schafft erneut aber nicht den Sprung unter die letzten Zwölf. „Ich habe es nie als Selbstverständlichkeit angesehen, bei der Nationalmannschaft dabei sein zu dürfen“, gibt der heute 26-Jährige offen zu. „Das war auch diesmal so. Wir reden hier immerhin von den besten deutschen Spielern, auf die sich alles konzentriert. Da musst du permanent Gas geben, um deine Nominierung zu rechtfertigen.“ Vorgelebt wird die hohe Intensität von Headcoach Dirk Bauermann, der seinen Schützlingen bekanntlich viel abverlangt. Das weiß auch der Neu-Oldenburger: „Der Coach legt viel Wert auf ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Als Spieler musst du immer auf der Höhe sein. Beim Trainingslager auf Gran Canaria habe ich mich reingehängt - dass es am Ende nicht gereicht hat war natürlich sehr schade.“

„Es ist mein Ziel, es in den Zwölfer-Kader zu schaffen“

1312878617/img_Dominik_Bahiense_de_Mello_EWE_Baskets_Oldenburg_3.jpgDie Erfahrungen der vergangenen Wochen haben Bahiense de Mello in gewisser Weise angefixt, sich über seine Leistungen bei den „Donnervögeln“ für 2012 abermals für den Verband zu empfehlen. „Es ist definitiv mein Ziel, es in den Zwölfer-Kader zu schaffen. Die Lehrgänge machen trotz der harten Arbeit viel Spaß, denn es bringt dich als Basketballer enorm weiter. Aber ich bin so ein kompetetiver Typ, der bei der jeweiligen Endmaßnahme dabei sein will - da geht‘s dann richtig um die Wurst.“

Fit vor der Vorbereitung

Für Bahiense de Mello ist der Sommer im Nationaldress nun jedoch (vorzeitig) beendet. Die volle Konzentration gilt den anstehenden Aufgaben in Oldenburg. „Ich bin gespannt auf das neue Team, wie wir uns zusammenfügen, welches Gesamtkonzept Predrag Krunic (Oldenburger Headcoach, Anm. d. Red.) für all die Einzelteile bereit hält.“ Dank des Lehrgangs mit der Nationalmannschaft befindet sich der Shooting Guard bereits in guter Form. „Durch das komprimierte, knackige Programm auf Gran Canaria haben alle Spieler erneut einen Schritt nach vorn gemacht. Wenn wir Mitte August in Oldenburg mit der Vorbereitung loslegen, dann bin ich schon fit. Im Umkehrschluss will ich mich über die Saison mit den Baskets gesehen für 2012 anbieten, um dann im Sommer wieder dabei zu sein.“
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