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Junge Tiger zahlen Lehrgeld gegen den Meister

Junge Tiger zahlen Lehrgeld gegen den Meister

Bis zum 30:30 (16. Minute) waren die knapp 2500 Zuschauer in der Paul Horn-Arena beim Kräftemessen mit dem Deutschen Meister und Pokalsieger Brose Baskets Bamberg guter Dinge, doch dann zog der Favorit das Tempo spürbar an und sorgte für klare Verhältnisse. Am Ende zierte ein bitteres 68:92 die Anzeigetafel der Arena, nicht zuletzt weil die WALTER Tigers den zahlreichen Bamberger Offensivwaffen nichts entgegenzusetzen hatten. „Unser Team kann qualitativ nicht über 40 Minuten mit Bamberg mithalten. Mit den ersten 20 Minuten bin ich zufrieden, in der zweiten Halbzeit haben wir Bambergs Offensive aber nicht in den Griff bekommen!“, wusste auch Tigers-Coach Igor Perovic. Aufmunternden Beifall der tollen Tübinger Fans gab es für das junge Tigerteam trotzdem.
Die WALTER Tigers begannen zunächst nervös und leisteten sich zwei schnelle Turnover. Da der Deutsche Meister dies aber nicht bestrafte, konnte Josh Young die Tiger in der zweiten Minute aus der Distanz mit 3:2 in Front bringen, ehe die Bamberger Scharfschützen Anton Gavel und Ex-NBA-Profi Casey Jacobsen dann doch heiß liefen und Perovic mit einem schnellen 8:0-Lauf zu einer frühen Auszeit zwangen. Offenbar hat das Spiel in München den jungen Tübinger Spielern viel Selbstvertrauen gegeben, zumindest spielten sie mutig und engagiert mit. Tyrone Nash zog einige Fouls und konnte in der fünften Minute von der Linie auf 9:12 verkürzen - kurz darauf punktete Reggie Redding zum 11:12. Unter den Körben hatte jedoch Marcus Slaughter die Lufthoheit. Ein ums andere Mal blockte er die Wurfbemühungen der Gastgeber. Gegen Ende des Viertels verteidigten die Gäste knüppelhart, sodass Tübingen kaum noch gute Würfe bekam. Ein erneuter 9:0-Lauf des Deutsche Meisters war die Konsequenz. Defensiv schien Tübingen unsortiert, sodass Bamberg zu vielen freien Würfen kam. So lagen die Hausherren nach dem ersten Viertel mit 19:26 im Hintertreffen.

Der Beginn des zweiten Durchgangs verlief ausgeglichen - Bamberg setzte unter den Körben auf Nationalspieler Tibor Pleiß, während auf Seiten der Tübinger Vaughn Duggins viel Verantwortung übernahm. Ein Duggins-Steal verwertete Redding zum 27:30 - nun bat Flemming zur Auszeit. Die Tiger zeigten weiter ihre Krallen und glichen in der 16. Minute sogar zum 30:30 aus. Die Paul Horn-Arena kochte. Als Bamberg kurz darauf zu vier schnellen Punkten kam, zitierte Perovic sein Team an die Seitenlinie, um einen erneuten Run der Gäste zu verhindern, doch daraus wurde nichts, weil die Bamberger weiter ungemein stark verteidigten. Ein einziges Pünktchen gelang den Tübingern in den nächsten vier Minuten, während Bamberg deren 13 erzielen konnte. Weil aber Akeem Vargas mit der Schlusssirene aus der Distanz traf, ging es noch mit einem akzeptablen 35:43-Zwischenstand in die Halbzeit.

Angeführt von Slaughter zog Bamberg nach der Halbzeit schnell auf 47:35 davon, allerdings kassierte er in der 22. Minute auch sein drittes Foul und wurde von Flemming auf die Bank zitiert. Das tat dem Bamberger Spiel aufgrund der unglaublich tief besetzten Bank kaum weh. Im Stile eines Topteams zeigte Bamberg dem jungen Tübinger Team nun dessen Grenzen auf. In der 24. Minute traf Predrag Suput zum ernüchternden 54:37 für die Franken, während bei den Tigern nichts mehr zusammen lief. Adnan Hodzic sorgte dann wieder für einige Tübinger Punkte, allerdings trafen die Bamberger hochprozentig und wehrten jeden Versuch einer Tübinger Aufholjagd ab. Und erzielte Tübingen dann doch einmal zwei Körbe in Folge brachte Fleming in einer Auszeit sein Team wieder in die Spur. Zu allem Überfluss traf Karsten Tadda mit der Schlusssirene einen Dreier zum 70:51.

Zu Beginn des Schlussdurchgangs merkte man den Tübingern die Enttäuschung an. Wieder einmal haben sie tapfer gekämpft, doch Bamberg war an diesem Abend einfach eine Nummer zu groß. In der 34. Minute gerieten dann noch Redding und Slaughter aneinander. Redding kassierte neben einem unsportlichen Foul auch noch ein technisches Foul, Slaughter musste nach seinem technischen Foul mit fünf Fouls vom Parkett. Das sollte dann aber der letzte Aufreger in einem insgesamt dann doch recht einseitigen Spiel werden. Die Bamberger zogen nun Punkt um Punkt davon. Bis auf 27 Punkte wuchs der Tübinger Rückstand an, bis beim Stand von 68:92 die Schlusssirene ertönte.
Dschungelgeflüster:

Pinke Schuhe: Pink eine Mädchenfarbe? Oh nein! Wenn selbst ein Spieler vom Kaliber eines Marcus Slaughter auf rosa Schuhwerk setzt, sollte damit ein für alle Mal Schluss sein! Jungs, zieht euch rosa an.

Lichtverhältnisse: Licht aus für die Präsentation der Tigers-Spieler. Zu ungewohnt früher Stund blieb es auch ohne Hallenbeleuchtung hell.

Luftdruck: Unmittelbar bevor es zum ersten Tipp-Off ging, verlangte Tyrone Nash den Spielball um dessen Luftdruck ein letztes Mal fachmännisch zu prüfen. Erst als er mit dem Spielgerät einverstanden war, konnten die Unparteiischen das Spiel beginnen.

Airball: Einen Airball aus rund einem Meter. Dieses Kunststück gelang Marcus Slaughter in der vierten Minute. Ein hohes Anspiel von Anton Gavel wollte der Modellathlet direkt verwandeln und warf einen stolzen Meter zu weit.

Sieger im Fanclub-Duell: Beim Duell der beiden Fanclubs in der Halbzeit lief es für die Tübinger besser. Die bärenstarke Tübinger Verteidigung ließ nichts anbrennen. Mit 13:5 ging dieser Vergleich an die Schwaben. Leider geht dieses Ergebnis nicht in die offizielle Beko BBL-Wertung ein.

Gefrustet: Tigers-Spielmacher Josh Young schlich nach dem Spiel wie ein geprügelter Hund die Treppe in der Arena hinauf. "Bamberg war eine klasse besser als wir. Das müssen wir akzeptieren", so Young. Dennoch blickt der 23-Jährige nach vorne. "Nun müssen wir auswärts etwas Zählbares holen", hofft Young.
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