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Jungspunde und Haudegen

Jungspunde und Haudegen

Der TBB ist eine der positiven Überraschungen der Beko BBL. Der neue Trainer Henrik Rödl hat eine interessante Mischung aus jungen und älteren Spielern zusammengestellt, die mit elf Siegen und zehn Niederlagen derzeit den neunten Platz der Tabelle belegt ...
... und an den Playoff-Plätzen schnuppert. Die Moselstädter, zuletzt mit 73:71 beim Mitteldeutschen BC erfolgreich, bevorzugen einen ausgesprochen kontrollierten und ruhigen Stil. Nur Düsseldorf erzielt weniger Punkte als Trier – und nur Meister Bamberg kassiert weniger Gegenpunkte.

Beim TBB spielen alle Akteure sehr zuverlässig ihre Rollen. Herausragend sind der ehemaliger Berliner Forward Philip Zwiener (14,1 Punkte, 5,3 Assists) sowie US-Aufbauspieler Dru Joyce (12,1 Punkte, 4,8 Assists). Für eine Menge Erfahrung sorgen Center George Evans (40 Jahre), Forward Dragan Dojcin (35) sowie Guard John Bynum (31). Hinzu kommen gut ausgebildete junge Spieler wie der vom College verpflichtete Guard Barry Stewart, Center-Talent Maik Zirbes oder die früheren Berliner Guards Oliver Clay und Oskar Faßler, dessen Einsatz aufgrund von Achillessehnenproblemen allerdings noch unsicher ist.

„Trier hat sich insgesamt sehr gut entwickelt“, findet Phoenix-Coach Ingo Freyer. „Es macht insbesondere Spaß zu sehen, wenn sich junge Leute wie Philip Zwiener oder Maik Zirbes, der sich im Saisonverlauf stark verbessert hat, so gut entwickeln.“ Seinen Hut zieht Freyer vor George Evans, verbunden mit einer verwegenen und nicht ganz so ernst gemeinten Idee: „Mit 40 Jahren eine solche Leistung abzurufen ist phänomenal. Vielleicht sollte ich meinen Co-Trainer Steven Wriedt auch mal wieder spielen lassen, der ist auch in dem Alter und kennt sich auf der Center-Position aus.“

In Trier sieht sich Ingo Freyer in der Außenseiterrolle, aber keinesfalls als chancenlos: „Trier hat ein Heimspiel und liegt vor uns in der Tabelle. Sie spielen sehr solide und die Partien mit TBB-Beteiligung verlaufen meist eng. Für uns wird es darum gehen, unser Selbstvertrauen auf das Parkett zu bringen, dann können wir die Partie offen gestalten.“ Dabei sieht er durchaus noch Steigerungsmöglichkeiten zum 91:86 gegen Bremerhaven: „Unsere Leistung war nicht so toll, wir haben nicht immer klug gespielt.“ Keine Schwierigkeiten mehr mit seiner gebrochenen Nase hat Zygimantas Jonusas: „Da sind die schlimmsten Probleme überstanden.“

Phoenix inside: Oliver Herkelmann nach Bremerhaven und vor Trier

Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann war sichtlich angefressen nach der unnötigen Niederlage gegen den Mitteldeutschen BC vor zwei Wochen. Er forderte Wiedergutmachung gegen Bremerhaven – und das Team folgte seinen Worten: „Die Jungs wollten unbedingt das Spiel gegen den MBC vergessen machen und das ist ihnen eindrucksvoll gelungen. Dabei haben wir den Eisbären einige ihrer Stärken wegnehmen können und unsere eigenen Stärken durchgebracht.“ Insgesamt sieht er Fortschritte bei den Feuervögeln: „Wir sind mehr und mehr in der Lage, auch enge Spiele zu gewinnen. Wenn wir eine gute Trefferquote von der Dreierlinie haben, sind Siege gegen sehr viele Teams möglich. Interessant wird zu sehen sein, wie konstant unsere jungen Spieler in den nächsten Partien agieren können.“

Dem nächsten Gegner aus Trier zollt Herkelmann Respekt: „Das ist eine Mannschaft, die sehr viel Wert auf ein organisiertes und strukturiertes Spiel legt und sehr stark verteidigt mit einem Philip Zwiener als Leader, der nach einigen Jahren in Berlin als reiner Rollenspieler eine hervorragende Saison spielt und mit sehr großem Selbstvertrauen agiert. In Trier wachsen Playoff-Träume und die Arena wird am Sonntag sicherlich sehr voll sein. Wir müssen vor allem unsere Turnover-Zahl wieder runter bekommen, die war in den letzten Spielen einfach zu hoch. Besonders am Anfang müssen wir einige einfache Würfe kreieren, dann haben wir eine gute Chance.“

Für den Phoenix-Geschäftsführer ist die Reise nach Trier auch ein Trip in die Vergangenheit, denn er hat von 1999 bis 2001 an der Mosel gespielt: „Trier ist eine wunderschöne Stadt und ich durfte mit einigen sehr guten und erfahrenen Akteuren zusammenspielen - Carl Brown, Keith Gray und vor allem Bernard Thompson, den ich für einen der besten und komplettesten Spieler halte, die je in Deutschland gespielt haben. Mit Don Beck hatten wir einen sehr guten Trainer, der selbst aus den Spielern im relativ gesetzten Alter immer noch Verbesserungen herausgeholt hat. Die Krönung war mein zweiter Pokalsieg im Finale gegen Brandt Hagen 2001. Leider habe ich mir in Trier auch eine schwere Knieverletzung zugezogen, die im Endeffekt meine Karriere beendet hat. Alles in allem es aber eine ganz tolle Zeit und ich komme immer wieder gerne zurück nach Trier!"
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