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Keine Führung, kein Sieg

Keine Führung, kein Sieg

Die Telekom Baskets Bonn haben ihre Partie des 24. Spieltags in der Beko Basketball Bundesliga gegen den TBB Trier mit 74:79 (14:26, 17:12, 26:23, 17:18) verloren. Vor 5.170 Zuschauer im Telekom Dome - darunter eine lautstarke Abordnung aus der Moselstadt - rannten die Hausherren permanent einem Rückstand hinterher, glichen mehrfach aus, konnten jedoch nie die Führung übernehmen. An seinem 25. Geburtstag kam Baskets-Guard Folarin Campbell auf sieben Punkte, zum Topscorer Bonns avancierte Nic Wise mit 20 Zählern. Bei Trier machte Philip Zwiener (23 Punkte, 75 Prozent Trefferquote aus dem Feld) eine beeindruckende Figur.
Es gibt in der Beko BBL-Saison 2010/2011 viele spannende Themen. Eines von übergeordnetem, nationalen Interesse ist der TBB Trier um Philip Zwiener. Der 25-Jährige legt im Schnitt 14,0 Punkte pro Spiel auf, was im Schnitt rund 20 Prozent aller Zähler der Moselaner darstellt. Im Auftaktviertel auf dem Hardtberg schien der Forward besonders gut aufgelegt, markierte die ersten sechs Zähler der Gäste im Alleingang, wobei er aus allen Lagen und von verschiedensten Positionen aus vollstreckte (0:6, 2. Minute). Die gewohnt starke Verteidigung der Gäste wusste Bonn nur aus der Distanz erfolgreich zu attackieren, doch Zwiener und Co. hatten offensiv bereits zu viel Fahrt aufgenommen. Der 2,01m-Mann zeichnete bis zur Viertelpause für starke 13 Punkte verantwortlich, fand in Dru Joyce - der die letzten beiden Angriffe von jenseits der 6,75m-Linie abschloss - einen treffsicheren Nebendarsteller (14:26).

Wie schon in vielen Spielen der vergangenen Wochen, zeigten die Baskets auch an diesem Sonntagnachmittag zu viele individuelle Fehler, während der TBB an beiden Enden des Feldes weiter Druck aufbaute. Bonn und Trier warteten in dieser Phase mit einer Zonenverteidigung auf, was zunächst einiges an Tempo aus der Partie nahm. Am eigenen Brett gut arbeitend, kamen die Gäste zu mehreren Fastbreaks, die erfolgreich abgeschlossen wurden, was den Vorsprung Triers allmählich in bedrohliche Höhen schraubte (21:36, 17. Minute). Michael Koch stellte seine Schützlinge taktisch neu ein - vor allem bezüglich des Verhaltens in der Defense. Bis zur Halbzeitpause kassierten die Baskets nur noch einen einzigen Gegentreffer und drückten den Rückstand in den einstelligen Bereich (31:38). Bonns stets ackernder Jacob Jaacks war einer der Motoren des Bonner Comebacks, der Centerspieler machte insgesamt elf Punkte, war für sechs Rebounds verantwortlich und sorgte für die wichtige Entlastung von Teamkollege Chris Ensminger, der wegen einer Bänderdehnung im Fuß in den Tagen vor dem Spiel nicht trainieren konnte. Dennoch sollte der 38-Jährige mit insgesamt 17 Punkten und fünf Rebounds erneut Bonns effektivster Spieler sein.

Das Momentum zugunsten der Hausherren überdauerte die Pause. Die Baskets starteten nach dem Seitenwechsel mit einem 7:0-Lauf und stellten so mit insgesamt 13-Punkten in Folge den ersten Ausgleich seit dem eröffnenden Sprungball her (38:38, 22. Minute). Doch Trier hatte die passende Antwort in Person von Dragan Dojcin, der sowohl aus der Distanz als auch von der Freiwurflinie traf. So blieb den Rheinländern ihre erste Führung verwehrt, doch sie ließen die Rödl-Truppe nicht allzu weit enteilen (48:50, 28. Minute). Nach einem Dreierversuch von Jeremy Hunt flog von der Weakside Patrick Flomo heran, griff sich den Ball weit oberhalb der Ringniveaus und drückte das Leder durch die Reuse - eine Initialzündung, die wenig später den erneuten Ausgleich herbeiführte. „Jetzt aber" dachten sicher viele der in den letzten Wochen leidgeprüften Bonner Fans, doch dem Team sollte der letzte, entscheidende Schritt einfach nicht gelingen.

Wann immer Bonn scheinbar am Drücker war, nahm der TBB den Gastgebern mit einem schwierigen Wurf den Wind aus den Segeln (57:61). Dazu kam eine ganze Reihe von leicht vergebenen Korblegern auf Bonner Seite, was sich am Ende bitter rächen sollte.

Zwiener, der im dritten Viertel ohne Korberfolg geblieben war, übernahm jetzt auf Seiten Triers die Verantwortung, und meldete sich mit einem erfolgreichen Treffer von „Downtown" zurück im Rennen um die Topscorer-Krone des Abends (61:64, 32. Minute). Es blieb eng, auf keiner Seite wurden einfache Würfe gestattet, noch fanden die schwierigen unverhofft ihr Ziel. Nach einem Doppelpack von Zwiener und Samy Picard aus der Distanz sah sich Coach Koch zu einer mahnenden Auszeit gezwungen (65:72, 38. Minute). Hernach schaltet Nic Wise offensiv einen Gang höher, nutzte zwei Ballverluste der Gäste eiskalt aus und trieb seine Mannschaft zum Comeback an (70:72, 39. Minute). Doch auch der vierte Anlauf der Hausherren wurde am Ende nicht mit Erfolg gekrönt. In der letzten Minute riss Triers Dru Joyce die Tempokontrolle an sich, ließ die Uhr weit herunter ticken und suchte kurz vor Ende der eigenen Angriffszeit den Abschluss. Der Guard wurde gefoult, traf allerdings beide fälligen Freiwürfe sicher (72:76, 40. Minute). Der anschließende Dunkingversuch von Tim Ohlbrecht wurde von Maik Zirbes geblockt, wodurch automatisch der TBB-Break initiiert wurde. Zwar konnte Barry Stewart auf dem Weg ans Brett gestoppt werden, doch nur auf Kosten zweier Freiwürfe, die der Amerikaner eiskalt einnetzte (72:78). Bonn rannte die Zeit davon. Als sich keine geeignete Wurfoption anbot, suchte Wise den Weg ans Brett und wurde mit zwei Boni belohnt (74:78). Bei 16,8 verbleibenden Sekunden Restspielzeit musste Bonn taktisch foulen, um wieder in Ballbesitz zu gelangen. Die Gäste ließen sich jedoch nicht mehr aus der Ruhe und vom eingeschlagenen Weg gen Auswärtssieg abbringen.

Für die Baskets bedeutet die zweite Niederlage in Folge das vorläufige Abrutschen aus den Playoff-Rängen. Das Team von Coach Michael Koch steht jetzt auf dem neunten Platz der Tabelle. Um wieder in die Erfolgsspur zu geraten, muss das nächste Heimspiel gegen die Eisbären Bremerhaven (Sa., 05.03.2011) auf jeden Fall gewonnen werden.

Stimmen:

Michael Koch, Headcoach Telekom Baskets Bonn:
"Glückwunsch an Henrik Rödl und sein Team. Trier hat uns heute wenig Chancen gegeben, so dass wir stets einem Rückstand hinterher laufen mussten. Wir haben es einfach nicht geschafft, unsere Chancen zu nutzen und haben so auch einige leichte Fastbreaks vergeben, was die heutige Niederlage aber nicht alleine erklärt. Im letzten Viertel haben wir einfach zu viele Dreier durch individuelle Fehler kassiert. Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen, wir müssen aber lernen unsere derzeit vielen Fehler abzustellen. Vor allem, dass wir vorne oftmals viel zu überhastet reagieren. Im Moment sind wir leicht angezählt, wir kommen aber wieder und hoffen, am kommenden Samstag wieder mit Alex King spielen zu können."

Henrik Rödl, Headcoach TBB Trier:
"Wir haben das Spiel konzentriert angefangen, doch dann hat uns Bonn mit laufender Spielzeit immer mehr unter Druck gesetzt. Insbesondere mit ihrer aggressiven Verteidigung. Als es dann im letzten Viertel darauf ankam, waren wir mental aber wieder voll da. Wir haben uns gut gegen die Bonner Zone angestellt und hatten das Glück, dass wir von außen einige schwere Würfe treffen konnten. Letztlich haben diese Treffer Bonn wohl den Mut genommen, noch einmal entscheidend zurück zu kommen. Wir sind am Ende auch mit der Foulbelastung gut klar gekommen, so dass wir den Druck vor allem auf die großen Bonner Spieler stets aufrecht halten konnten. Im Moment geht wohl jede Mannschaft ein wenig auf dem Zahnfleisch, darum bin ich besonders froh, hier und heute gewonnen zu haben."

Telekom Baskets Bonn:
Hauer (dnp), Ensminger (17), Hunt (12/2), Campbell (7/1), Thülig (0), Wise (20/2), Jaacks (11/1), Flomo (4), Ohlbrecht (3/1), Wohlfarth-Bottermann (dnp), Tyndale (0)

TBB Trier:
Stewart (8/2), Joyce (14, 11 Assists), Zwiener (23/3), Dojcin (11/2), Karamatskos (dnp), Bynum (2), Evans (4), Picard (3/1), Clay (1), Zirbes (13)
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