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Kenny Williams verlässt die WALTER Tigers

Kenny Williams verlässt die WALTER Tigers

Kenny Williams, der in den vergangenen Spielzeiten der Beko Basketball Bundesliga für die WALTER Tigers Tübingen auf Korbjagd gegangen war, wird nicht wie erwartet auch im vierten Jahr bei den Schwaben auflaufen. Der 26-jährige US-Amerikaner ist seit Mittwoch spurlos verschwunden.
1316375150/img_williams.jpgNach recht gesicherten Informationen der Verantwortlichen der WALTER Tigers hat sich der einstige Publikumsliebling der Tübinger eigenmächtig in Richtung seiner amerikanischen Heimat abgesetzt. Wahrlich nicht zu glauben, stellt sich dieser Sachverhalt mittlerweile aber als traurige Realität heraus. In der Reaktion haben die Tübinger gezwungenermaßen den Vertrag mit Williams aufgelöst und mit dem Kanadier Velimir Radinovic bereits einen Ersatz für die neue Saison 2011/2012 verpflichten können.

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Zur kurzen Chronologie der Ereignisse:
Am Montagmorgen noch arbeiteten Tigers-Cheftrainer Igor Perovic und das Management der Tübinger das unbefriedigende Abschneiden der Mannschaft beim FRITZ&MACZIOL-Cup in Ulm auf. Mit dabei auch Williams, der als dienstältester Tigers-Akteur und beliebter Spieler innerhalb des Teams große Akzeptanz und Anerkennung genoss. Äußerst positiv, konstruktiv und hochprofessionell entwickelte sich ein lebhaftes und informatives Gespräch. Die Vorschläge teambildender Maßnahmen wie Kartfahren oder Paintball wurden vom 26-Jährigen begeistert aufgenommen.
Williams` Auftritt hatte Charisma. Keine Frage, "fear the beard", wie er von den Tübinger Fans genannt wurde, hatte sich in den vergangenen Jahren auch von der Persönlichkeit her weiter entwickelt. Perovic plante sogar, ihn zum Co-Kapitän zu ernennen. Von einer möglicherweise kurz bevorstehenden Trennung war im Laufe des Montags in keiner Weise auszugehen - ganz im Gegenteil. Williams versprühte in diesem Gespräch mit Nachdruck Optimismus hinsichtlich des Team und meinte voller Zuversicht: "Wir haben sehr gute Spieler, jeder spricht mit jedem, wir brauchen nur noch etwas Zeit, um richtig zusammenzuwachsen."

Im Laufe des Dienstag dann überschlugen sich wohl die Ereignisse. Zunächst bat Kenny Williams ProBasket-Geschäftsführer Robert Wintermantel um einen finanziellen Vorschuss für seine Familie. Seitens des Managements wurde diesem Wunsch entsprochen. Denn bereits in der Vergangenheit war dies immer mal vorgekommen - also durchaus nichts Besonderes. Doch damit nicht genug: Wie nach seinem Verschwinden bekannt wurde, verkaufte er teamintern seinen eigenen Fernseher und seine erst kürzlich neu erworbenen Protein-Shakes. Seine Teamkameraden wunderten sich zwar einigermaßen, machten sich aber weiter keine Gedanken. Unter dem Vorwand, dass seine Reisetasche kaputt sei, bat er anschließend auf der Geschäftsstelle um eine neue. Selbstverständlich entsprach das Management auch dieser Bitte.
Als Williams jedoch am Mittwochmorgen beim gemeinsamen Wurftraining im Tübinger Sportinstitut nicht auftauchte und auch telefonisch nicht zu erreichen war, schwante der Mannschaft, dem Trainerteam und dem Management nichts Gutes. Die Tübinger begaben sich sofort auf die Suche nach ihrem dienstältesten Spieler. Zunächst wurde in seiner Wohnung nach Anhaltspunkten für sein unentschuldigtes Fehlen Ausschau gehalten. Gleich die ersten Verdachtsmomente und Befürchtungen bestätigen sich dann im Verlaufe des Durchgangs in seiner Wohnung: Williams hatte sich in einer Nacht- und Nebelaktion abgesetzt. Weder die Gründe dafür sind bis heute bekannt noch gab es irgendwann Anzeichen für ein plötzliches Verschwinden. Perovic konstatierte sogar, dass "Williams sich nach seiner schweren Krankheit motiviert zurückgekämpft hatte und sich durchaus erfreulich in einer guten körperlichen Verfassung befand."

Unter dem Druck der kritischen Situation sahen die Schwaben sich gezwungen, zweigleisig vorzugehen. Zum einen wurde versucht mit Williams in Kontakt zu treten, zum anderen begann die Suche nach einem möglichen Ersatzspieler. Es gelang bis Samstagmorgen weder den Tübingern noch seinem Agenten, mit Williams telefonisch bzw. per Email in Kontakt zu treten. Nach intensiven Recherchen gehen die Tübinger nun abschließend davon aus, dass sich Williams am Mittwoch sehr früh mit dem Taxi auf den Stuttgarter Flughafen begeben hat und mit Zwischenlandung in Berlin nach Miami ausgereist ist, Deutschland also verlassen hat. Manager Wintermantel zeigt sich geschockt über die diesbezüglichen Ereignisse der vergangenen Stunden und Tage: "Ich bin persönlich sehr enttäuscht über die Art und Weise, wie uns Williams verlassen hat. Er hat uns dadurch in eine sehr schwierige Situation gebracht. Auch Perovic ist nicht minder erschüttert: "Wir kennen zwar nicht die Gründe seines Verschwindens, aber dies stellt für mich die größte menschliche Enttäuschung dar, die ich bisher erlebt habe."

Allen Enttäuschungen der letzten Tage zum Trotz: Die WALTER Tigers Tübingen hoffen für den Menschen Kenny Williams mit besten Wünsche auf eine sichere Zukunft. Mach`s gut, Kenny!

Velimir Radinovic neuer Tigers-Center
Doch es sind keine drei Wochen mehr bis zum Saisonauftakt gegen die FRAPORT SKYLINERS Frankfurt (Sa., 8.10., 20.00 Uhr in der Paul Horn-Arena). Das Management bemühte sich mit Hochdruck um einen adäquaten Ersatz, als es während der turbulenten letzten Tage dann zur traurigen Gewissheit geworden war, dass Williams nicht nach Tübingen zurückkehren wird. Mit dem 30-jährigen Kanadier Velimir Radinovic gelang es den Tübingern dann tatsächlich schon am Samstagmorgen, einen erfahrenen Spieler zu verpflichten. Radinovic bestritt in den letzten eineinhalb Jahren 36 Begegnungen für den Mitteldeutschen BC in der Beko Basketball Bundesliga. Er bringt somit auch wichtige Ligaerfahrung für das junge Tigers-Team mit. In im Schnitt knapp zwanzig Minuten Spielzeit kam der 2,12 Meter große Center serbischer Abstammung auf 6,4 Punkte und 4,2 Rebounds. Wintermantel ist nach dieser aüßerst turbulenten Woche erleichtert, dass für Williams schnell eine gute Lösung gefunden werden konnte: "Wir hatten mit der Verpflichtung von Velimir wirklich Glück im Unglück. Er ist ein Spieler, den wir bereits letzte Saison im Auge und gescoutet hatten. Von daher wissen wir genau um seine Stärken und glauben, dass er gut in unser Mannschaftsgefüge passt", so Wintermantel, der derzeit mit der Mannschaft beim 1. Bosch Rexroth Cup in Würzburg weilt. Neben Williams fehlen den Neckarstädtern am Main auch noch Akeem Vargas (China-Reise mit Ehingen) und Julian Albus, der sich am Mittwoch bei einem unglücklichen Fahrradsturz beide Hände empfindlich aufgeschürft hat.

Seine basketballerische Grundausbildung genoss der verheiratete Radinovic am renommierten College der Ohio State University (2000-2004). Im Anschluss folgten Profistationen in Serbien, Frankreich und Griechenland, ehe er im Frühjahr 2010 nach Weißenfels zum MBC kam. Perovic ist indes überzeugt, dass den Tübingern im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten und dem sehr knappen Zeitfenster eine ordentliche Verpflichtung gelungen ist: "Radinovic bringt uns Größe, die wir aus den Erfahrungen der letzten Vorbereitungsspiele benötigt haben. Trotz seiner 2,12m kann sich dieser Hüne sehr gut bewegen, kennt die Liga und ist erfahren. Seine Stärken liegen in der Verteidigung - ferner ist sein "pick and roll-Spiel" sehr ausgeprägt", so Perovic über seinen neuen Akteur.

Der 30-jährige Radinovic wird am Dienstagmorgen in Tübingen erwartet, absolviert umgehend die sportmedizinische Untersuchung, ehe er dann am Dienstagabend seine neuen Mitspieler kennenlernen wird.
WALTER Tigers Tübingen (Tobias Fischer)


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Quelle: WALTER Tigers Tübingen

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