FB Twitter Instagram YouTube Google+
Knappe Niederlage gegen Berlin nach großartigem Kampf

Knappe Niederlage gegen Berlin nach großartigem Kampf

Die Basketballer des FC Bayern unterliegen ALBA BERLIN im mit 6.700 Zuschauern erstmals ausverkauften Audi Dome mit 79:85 (43:39).
Die Stimmung war grandios in der olympischen Basketballhalle von 1972, als Robin Benzing nach wenig mehr als zwei Spielminuten per Freiwurf die erste Führung gegen den amtierenden deutschen Vizemeister aus der Hauptstadt herstellte (5:4). Beide Teams gingen mit sehr hoher Intensität zu Werke und legten ein Spiel hohen Niveaus auf das Parkett. Die Mannschaft von Dirk Bauermann behielt die Oberhand und konnte die Gäste mit guter Verteidigungsleistung tatsächlich verunsichern (13:6 nach vier Minuten). Berlin variierte die defensive Strategie, setzte Bayern immer wieder mit einer Ganzfeld-Presse unter Druck und ging eine Minute vor der ersten Viertelpause in Führung (17:19), ehe Demond Greene einen Dreier versenkte und die Fans ob des Spielstandes von 22:21 nach dem Auftaktviertel in kollektive Verzückung versetzte.

Auch im zweiten Spielabschnitt zeigte München eine starke Teamleistung mit einer guten Trefferquote und konnte die Berliner stets einige Punkte auf Abstand halten. Auffälligster Bayern-Akteur in diesem Viertel war Aleksandar Nadjfeji, aber auch der neue Center Jared Homan wusste auf sich aufmerksam zu machen, indem er kurz vor der Pause spektakulär seine ersten Punkte im Bayern-Trikot erzielte, standesgemäß per Dunking, der die Korbanlage bedrohlich zum Schwanken brachte. Halbzeitstand: 43:39.

Im dritten Viertel drehten die Gäste etwas auf, allen voran Wirbelwind DaShaun Wood, der von den Münchnern kaum in den Griff zu bekommen war. Nach etwas mehr als drei Minuten gingen die Bamberg-Bezwinger vom letzten Wochenende in Führung, doch kurz darauf haute Chevon Troutman den Ball durch den Ring und brachte den Audi Dome zum Ausrasten (52:50). Die Antwort der Berliner hatte einen Namen: Heiko Schaffartzik, der die Euphorie der Zuschauer mit zwei "trockenen" Dreiern kurz hintereinander etwas abkühlte. Nun rannte Bayern einem knappen Rückstand hinterher, konnte aber die Bewegungsfreiheit der Gegner nicht mehr so effektiv einschränken, was immer wieder zu eher einfachen Punkten der Albatrosse führte. Ein erfolgreicher Drei-Punkte-Wurf von Jan Jagla verkürzte den Rückstand zur letzten Viertelpause auf 60:64.

Den ersten Korb des finalen Durchgangs erzielte wieder Jan Jagla, der mit einem genialen Pass von Ben Hansbrough bedient wurde. Wenig später war es abermals Jagla, der per Dreier die Führung zurückholte (67:66) und den Audi Dome zum Erzittern brachte – unglaublich diese Stimmung! Nun folgte ein sensationeller Showdown zweier BBL-Teams auf Augenhöhe, den sämtliche Fans im Audi Dome nur noch stehend verfolgten. Die Führung wechselte mehrfach, und unglaubliche Würfe fanden ihren Weg in den Korb – hier war es wieder der Berliner Wood, der mit einem Dreier aus nahezu acht Metern und im Rückwärtsfallen demonstrierte, wie atemberaubend Basketball sein kann.

Zwei Minuten vor dem Ende hatte München die Nase 79:78 vorn, doch danach war es wieder der Topscorer des Spiels, DaShaun Wood, der die Regie übernahm und Berlin erneut in Front brachte. Die Bayern waren ganz nah dran am Sieg, gaben aber in der Schlussphase drei wichtige Defensivrebounds ab und verloren im Angriff einmal zu häufig den Ball, so dass man foulen musste, um die ALBA-Spieler an die Freiwurflinie zu bekommen und auf Fehlwürfe zu hoffen. Diesen Gefallen taten die Gäste den Bayern aber nicht und entführten den Sieg in die Hauptstadt. Die Bayern-Fans waren kurz etwas enttäuscht, freuten sich dann aber über den tollen Basketballabend und feierten die FCB-Spieler ob ihres großartigen Kampfes.

Gordon Herbert, Coach von ALBA BERLIN, meinte nach dem Spiel: „Das war ein sehr gutes Basketballspiel. Beide Mannschaften haben in einer großartigen Atmosphäre hart gekämpft. Wir waren nicht besonders glücklich, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, glücklicherweise waren es nur vier Punkte Rückstand. Ich denke, wir haben dann eine bessere zweite Hälfte gezeigt, es war ein richtiger Wettstreit.“

FCB-Coach Dirk Bauermann sagte: „Glückwunsch an Gordon Herbert und ALBA BERLIN. Ich glaube, dieses Spiel war eine Werbung für den Basketball. Es war ein Spiel auf sehr hohem Niveau, das wir sicher genauso hätten gewinnen können und dies auch verdient gehabt hätten. Am Ende waren wir zwei defensive Rebounds davon entfernt, das Spiel zu gewinnen. Solche Dinge passieren. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit der Leistung der Mannschaft. Wir haben gegen die im Moment wahrscheinlich heißeste Mannschaft der Liga gespielt und hatten diese am Rande einer Niederlage. Es hat nur sehr wenig gefehlt zum Schluss. Wir können mit dieser Leistung absolut leben, auch wenn uns das Ergebnis weh tut – keine Frage.“

Schon am kommenden Dienstagabend steht für die Münchner eine schwere Auswärtsaufgabe im dritten Spiel der Eurocup-Gruppenphase auf dem Programm. Gegner ist der derzeitige Gruppenerste, der BC Spartak St. Petersburg.

Es spielten für den FC Bayern München: Chevon Troutman (14 Punkte), Je’Kel Foster (13/4 Dreier/8 Rebounds), Robin Benzing (9/7 Rebounds), Steffen Hamann (8), Aleksandar Nadjfeji (8), Demond Greene (8/1), Jan-Hendrik Jagla (8/2), Jared Homan (4), Philipp Schwethelm (3/1), Ben Hansbrough (2), Jonathan Wallace (2) und Darius Hall (dnp).
easyCredit Telekom TipBet Spalding Ranko Simba Dickie Group Kinder plus Sport