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LeBrons kleiner Kumpel

LeBrons kleiner Kumpel

Er sieht so aus wie der schüchterne Junge von nebenan. Wie einer, der kein Wässerchen trüben könnte. Auf dem Basketballfeld hingegen explodiert er regelrecht, dirigiert seine Mannschaft, wie es sich für einen 1A-Aufbauspieler gehört, rangiert unter den besten Passgebern der Liga ...
image_129940363512.jpeg... und ist zweitbester Punktesammler seines Teams. Die Rede ist von Dru Joyce vom TBB Trier. Der 26-Jährige Amerikaner redet ruhig, aber abgeklärt – antwortet brav auf die Fragen, die ihm gestellt werden. Eine der am häufigsten an ihn gestellten lautet: Wie war's denn damals zusammen mit LeBron James auf der Highschool?

Es ist kein Zufall, dass Joyce im Augenblick, als das Telefon für das Interview klingelt, sich das Spiel der Miami Heat vom Vortag anschaut, wo sein Freund LeBron die Fäden zieht. „Ich schaue mir die meisten seiner Spiele auf NBA.TV im Internet an“, sagt er. „Entweder live in der Nacht oder im Replay am Tag danach.“

Seit Joyce zehn Jahre alt ist, kennt er den gleichaltrigen James. Beide wuchsen zusammen in der 200.000-Einwohner-Stadt Akron, im US-Bundesstaat Ohio, auf und besuchten die gleiche Highschool. Mit der St. Vincent - St. Mary High School errangen Joyce und James 2003 die nationale Meisterschaft.

„Es war etwas ganz Besonderes, eine große Ehre, als Nummer-eins-Team des Landes bezeichnet zu werden“, erinnert sich Joyce, dessen Vater damals die Mannschaft coachte und es bis heute noch tut. „Wir hatten sehr viel Spaß. Diese Erfahrung war verrückt. Wir haben im nationalen Fernsehen auf ESPN gespielt. Wir sind durch das ganze Land geflogen. Es war ungewöhnlich, denn normalerweise machen das Highschool-Mannschaften nicht.“ In der Tat waren die Fighting Irish das erste Team, welches in dieser Form gereist ist und im Fernsehen vor den Augen von Millionen Zuschauern spielte.

Basketball - "more than a game"

image_1299403802492.jpegDie Erlebnisse von Joyce mit James und den anderen Teammitgliedern, zu denen u. a. auch der Ex-Ulmer und Tübinger Romeo Travis gehörte, wurden in dem Dokumentarfilm „More than a game" verfilmt, der Ende 2009 in die Kinos kam. Vier, fünf Mal habe Joyce den Film gesehen. „Ich kenne die Story, weil ich alles selber miterlebt habe und weiß, was passiert“, lacht er. Sechs Jahre haben die Dreharbeiten für den Film gedauert. Über diesen Zeitraum wurden Joyce und Co. mehrmals in Akron, wo der 1,82 m große Point Guard noch immer lebt, in den Sommermonaten zu Interviews vor die Kamera gebeten. „Auf der Suche nach den Antworten auf die Fragen gingen mir viele Storys durch den Kopf und es sind viele Erinnerungen hochgekommen.“

Dabei sei es für Joyce aber nicht immer leicht gewesen, sich an die Details der Vergangenheit zu erinnern, nachdem er schon viele Jahre die Highschool hinter sich hatte. „Was das spielerische angeht, ist LeBron definitiv der beste Spieler, mit dem ich je zusammenspielte und mit Sicherheit einer der besten Spieler aller Zeiten“, sagt Joyce über den NBA-Superstar. „LeBron ist auch einer der besten Freunde, die ich jemals hatte. Kein Zweifel. Wir haben so viel Zeit, so viele Jahre zusammen verbracht, miteinander abgehangen und Basketball gespielt. Wenn ich da war, war er auch da. Wenn sie ihn gesehen haben, haben sie auch mich über all die Jahre gesehen, während wir aufgewachsen sind.“

Selbstverständlich stehen die Buddys Joyce und James in permanentem Kontakt. „Vieles machen wir über SMS und E-Mails“, erzählt der Trierer Aufbau. „In unserer Generation schreiben wir mehr Kurzmitteilungen, als dass wir miteinander reden.“ Es gibt Tage, da kommunizieren beide fast täglich. Über die Geschicke des anderen wissen sie immer Bescheid. „Wir sind jetzt beide Familienmenschen“, sagt Joyce über die Gesprächsthemen mit James. „Viele der Diskussionen gehen um das Wohl unserer Familien, wie es seinen zwei Kindern und meiner kleinen Tochter geht. Das nimmt den größten Teil unserer Konversationen ein. Basketball ist wahrscheinlich das letzte Thema, worüber wir uns unterhalten. Wir wissen in etwa wie es uns basketballerisch geht, da wir uns auf dem Laufenden halten. Wir wissen, wo wir uns informieren können. Ich kenne seine Stats und er kennt meine.“ Über den bevorstehenden Lock-out in der NBA hätten sich beide aber nicht ausgetauscht. James sei zu beschäftigt mit der Gegenwart.

Joyce visiert mit der TBB die Playoffs an

image_1299403889704.jpegLaut eigener Aussage habe sich Dru Joyce sehr gut in Trier eingelebt, nachdem er letzte Saison in Polen spielte. Mit dem TBB sei die Zielsetzung, sich jeden Tag ein Stück zu verbessern. Joyce:

„Es ist wichtig, dass wir uns nicht aus der Bahn werfen lassen, wenn wir mal verlieren. Egal ob Sieg oder Niederlage, wir nehmen das Beste aus beidem mit, um uns zu verbessern.“ Fortschritte sehe „The True Choice“ (die richtige Wahl), wie Joyce mit Spitznamen genannt wird, vor allem im Spielverständnis, Rhythmus und Selbstvertrauen in der Mannschaft. „Je länger wir zusammen spielen, desto wohler fühlen wir uns." Mit halbem Auge schielen die Trierer jetzt auch auf die Playoffs.

Mit seiner persönlichen Leistung in dieser Saison ist Joyce einigermaßen zufrieden, jedoch gebe es noch viel Luft nach oben. Er wolle noch mehr erreichen und von Spiel zu Spiel besser werden. „Meine Führungsqualitäten sind etwas, woran ich jederzeit weiter arbeite", sagt er mit breiter Brust. „Ich möchte der Point Guard sein, der Trier zu den Playoffs steuert." Dru Joyce ist ein Mann, der von sich behauptet „outspoken“ zu sein, wie die Amerikaner sagen: direkt, freimütig, geradeheraus, unverblümt. Seine Aussagen, genau wie sein Auftreten auf dem Spielfeld, sind von großem Selbstvertrauen geprägt. „Ich möchte mit gutem Beispiel vorangehen, will versuchen das Team bestmöglich zu führen und sicherstellen, dass jeder meiner Mitspieler die Dinge richtig macht.“

Über seinen Coach Henrik Rödl findet Joyce lobende Worte. „Er macht dieses Jahr einen großartigen Job“, meint der kleine Anführer. „Er bereitet uns hervorragend auf jedes Spiel vor und redet sehr viel mit uns. Eine seiner Stärken ist es, mit den Spielern zu kommunizieren und Beziehungen aufzubauen. Henrik hat ein gutes Gespür dafür, wie die Stimmung in der Mannschaft ist. Das ist gut, denn es bildet Vertrauen zwischen den Spielern und dem Trainer.“

"Ich fühle mich wohl in der Beko BBL"

image_129940396567.jpegDie Beko BBL ist Joyce ans Herz gewachsen. Vor seiner erfolgreichen Saison in Polen, wo er mit Anwil Wloclawek bis ins Finale vorstieß, spielte Joyce zwei Jahre in Ulm.

„Ich mag Deutschland“, sagt er über seine zweite Heimat. „Es ist für mich der angenehmste Ort zu spielen. Weg von zuhause, weg von Amerika zu sein, ist nicht leicht, aber die BBL gibt mir die Sicherheit und den Komfort, nach dem ich als Spieler suche. Das ist eine gute Liga, in der ich mich wohl fühle.“

Gerne würde der kleine Spieler mit dem großen Auftreten auch in Zukunft in der Liga bleiben, wie er zugibt. Ob für Trier, wird sich zeigen, alles ist offen.

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Zur Person:
Dru Joyce

In seiner ersten Profistation spielte Joyce von 2007 bis 2009 bei ratiopharm Ulm, wo er im zweiten Jahr als Denker und Lenker der Spatzen den Einzug in die Playoffs schaffte. Nach einem Abstecher in Polen kehrte er vor dieser Saison in die Beko BBL zurück und steht mit dem TBB Trier erneut vor dem Einzug in die Playoffs. Bei all seinen Stationen gehörte er zu den tragenden Säulen auf der Spielmacherposition.

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