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Letztes Spiel am Kuhberg: Phoenix Hagen als Abschiedsgast

Letztes Spiel am Kuhberg: Phoenix Hagen als Abschiedsgast

Die Kuhberghalle gehört zu den traditionsreichen Basketballstätten Deutschlands. Doch jetzt hat sie ausgedient. Am Samstag um 19 Uhr fällt nach 25 Jahren der letzten Vorhang, wenn ratiopharm ulm auf Phoenix Hagen trifft. Danach ziehen die „Spatzen“ in die gut 6.000 Zuschauer fassende ratiopharm arena um.
An einen tränenreichen Abschied denken die Ulmer im Vorfeld der Partie höchsten aus Sentimentalität. Denn rein sportlich sind die Rollen klar verteilt. Die Ulmer sind Zweiter mit sieben Siegen aus neun Partien! Besonders bemerkenswert dabei: Die Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath hatte aufgrund des Umzugs in die neue Halle erst zwei Heimspiele.

In knappen Partien behielten die Ulmer oft die Oberhand. Und selbst bei Meister Bamberg schnupperten sie an der Sensation und verloren erst im Schlussspurt mit 59:64. Am letzten Spieltag gab es ein beeindruckendes 82:58 in Bremerhaven.

Die neue Halle und neue Sponsoren haben rund um den Kuhberg für Euphorie gesorgt. Ein Blick auf den Kader verrät: ratiopharm ulm hat 2011/2012 den nächsten Schritt in der Liga-Hierachie gemacht! Die Mannschaft wurde zu Saisonbeginn deutlich verstärkt und genügt nun ohne Zweifel Playoff-Ansprüchen. Der amerikanische Shooting Guard Isaiah Swann kam aus Israel und avancierte mit 15,6 Punkten prompt zum Top-Scorer. Sein Back-up ist mit Roderick Trice ein weiterer gestandener Spieler. Für die Flügelposition verpflichtete man mit Steven Esterkamp (ehemals Bremerhaven und Paderborn) einen Routinier, der sich die Position mit Sebastian Betz teilt.

Drei Amerikaner rotieren unter den Körben. „Big“ John Bryant (2,11 m, 127 kg), mit 13,4 Punkten und 9,6 Rebounds herausragender Spieler seiner Mannschaft, hat Gesellschaft von dem erfahrenen Dane Watts, der schon für Tübingen und Ludwigsburg aktiv war, sowie von Rookie Keaton Nankivil erhalten. „Auf den großen Positionen sind sie wirklich sehr gut besetzt“, findet Phoenix-Trainer Ingo Freyer. Auf der Aufbauposition sieht das mit dem Ex-Hagener Per Günther (9,6 Punkte im Schnitt) nicht anders aus: „Er ist inzwischen immerhin deutscher Nationalspieler.“ Günthers Ersatz ist der US-Boy Tommy Mason-Griffin.

Phoenix Hagen hat die unnötige 104:111-Niederlage gegen Tübingen vom letzten Samstag inzwischen verdaut. „So ärgerlich das war, damit müssen wir umgehen. Schlimmer ist da schon, dass wir keine besonders gute Trainingswoche hatten“, so Freyer. Das lag nicht zuletzt am Fehlen von Edward Seward. Der Center hatte sich am vergangenen Wochenende eine Schnittwunde an der Hand zugezogen, die sich später schwer entzündet hat.
Der Amerikaner liegt im Krankenhaus und wird auf unbestimmte Zeit ausfallen. Die Situation ist dramatischer, als sie auf den ersten Blick erscheint, berichtet Geschäftsführer Oliver Herkelmann: „Das ist eine sehr ernste und völlig unberechenbare Geschichte. Fakt ist: Nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten haben wir uns auf die Suche nach einem Ersatzmann für Eddie gemacht.“

Dass die Feuervögel am Samstag klarer Außenseiter sind, ist Ingo Freyer bewusst. Erschrecken kann ihn das aber nicht: „Natürlich stehen die Zeichen gegen uns. Ulm ist Zweiter, ist durch das letzte Spiel am Kuhberg zusätzlich motiviert und uns fehlt ein wichtiger Spieler. Aber wir haben schon beweisen, dass wir unberechenbar sind und glauben absolut an unsere Chance. Trotzdem ist uns klar, dass wir am Samstag auf eine sehr gute Mannschaft treffen.“
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