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Liebe zwischen Basketball und American Football

Liebe zwischen Basketball und American Football

Er ist athletisch, sehr beweglich und schnell, ja extrem schnell. Eigentlich typische Eigenschaften, die ein guter Aufbauspieler auf alle Fälle besitzen sollte. Doch diese Merkmale kann auch der Tübinger Publikumsliebling und Center Kenny Williams für sich beanspruchen.
image_1297253013750.jpegDer 25-jährige US-Amerikaner lebt von seinem extrem körperbetonten Spiel und bewegt sich auf dem Spielfeld äußerst elegant und leichtfüßig. Dies ist jedoch nicht selbstverständlich, denn der 2,03 Meter große "Big Man" der Schwaben bringt immerhin gute 108 Kilogramm auf die Waage.

Aus Sicht seines Trainers (Anm.d.Red.: Igor Perovic) ist Williams der "schnellste und beweglichste Center" der Liga. Diese hilfreichen Eigenschaften eines Basketballspielers kommen jedoch nicht von ungefähr. Bevor "fear the bear", wie ihn die Tübinger Fans liebevoll nennen, seine Basketballkarriere am College von Mississippi einleitete, spielte der Vater einer vierjährigen Tochter lange Zeit mit großem Eifer und viel Leidenschaft American Football.

"Alle US-Amerikaner kennen American Football und wissen, was der Super Bowl ist. Ich liebe diesen Sport", schwärmt Williams über die populärste Sportart in Nordamerika.

"Der Super Bowl ist das größte und wichtigste Sportereignis in den USA"
Williams erinnert sich gerne an seine Kindheit zurück, als er den ersten Kontakt mit dem "Leder-Ei" hatte. Schon mit sechs Jahren fing der heutige Basketballprofi auf der Straße und in Parks an Football zu spielen - die Leidenschaft mit dem rauen Sport hat ihn bis heute nicht losgelassen. Auch nicht, wenn er Tausende von Kilometern von der Heimat entfernt ist und in Europa seiner Arbeit nachgeht. Nach dem überragenden Derbysieg seiner WALTER Tigers Tübingen gegen die EnBW Ludwigsburg fieberte Williams am vergangenen Sonntag dem Finale der amerikanischen Football-Meisterschaft - dem Super Bowl - entgegen. "Der Super Bowl ist das größte und wichtigste Sportereignis in den USA. Für fast jeden Amerikaner ist es ein absolutes Muss, am Super Bowl Sunday vor dem Bildschirm zu sitzen und das Finale der beiden besten Mannschaften des Kontinents in einem feierlichen Rahmen zu verfolgen", erklärt Williams die Bedeutung des weltweit größten Einzelsportereignisses. Dies tat auch "fear the beard" gemeinsam mit seinem besten Kumpel im Team, Jay Thomas.

Erdnussbutter, Sandwiches und Chips zum Super Bowl
Während sich viele Amerikaner zu kleineren und größeren Super Bowl Partys trafen und bei Barbecue sowie diversen Getränken auf den "Kick-off" warteten, verfolgten die beiden Tigers-Akteure den Super Bowl im kleinen Rahmen. Doch ein wenig amerikanisches Flair durfte auch im fernen Tübingen nicht fehlen. Mit Erdnussbutter, Sandwiches und ausreichende Mengen an Chips genossen die beiden Freunde das große Spektakel, bei welchem neben dem eigentlichen Sportereignis, auch die verschiedenen Showelemente sowie Dutzende von neuen Werbespots eine tragende Rolle spielen.

Der Super Bowl ist mehr als nur ein Spiel. Auch Williams gefällt das komplette Rahmenprogramm. "Der Super Bowl ist ein riesiger Kommerz, es laufen die besten Werbespots des gesamten Jahres und die größten Künstler des Landes geben sich mit einer tollen Show die Ehre", so die Nummer 50 der WALTER Tigers. Ein Beispiel: 30 Sekunden Werbezeit kosten gute drei Millionen US-Dollar, ein Wahnsinnsbetrag. Natürlich ist das auch ein Treffen der Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport. Neben den Schauspielern Michael Douglas, Keanu Reaves oder Catherine Zeta-Jones, verfolgte auch der ehemalige US-Präsident George W. Bush das Finale vor 105.000 Zuschauern im texanischen Arlington.

Deion Sanders als Wegweiser und Vorbild
Über den Spielausgang war Williams ein wenig überrascht, denn die Pittsburgh Steelers - mit sechs Siegen erfolgreichste Mannschaft im Super Bowl - galten doch vor der Begegnung gegen die Green Bay Packers - NFL-Rekordsieger mit 13 Titeln - als klarer Favorit. Aber der kleinste aller 32 American Football-Standorte setzte sich nach vier Spielvierteln zu je 15 Minuten reiner Spielzeit und nach insgesamt knapp vier Stunden mit 31:25 durch. Williams konnte sich bei der Finalbegegnung auf keine Fanseite begeben, sein Herz schlägt für ein anderes Team. Anzunehmen wäre, dass der in Miami geborene und aufgewachsene Tigers-Center Anhänger der Miami Dolphins sei. Doch weit gefehlt. Sein Lieblingsteam sind bis heute die Dallas Cowboys. Fragt sich nur warum? Williams erläutert wie folgt seine Vorliebe: "In meiner Jugendzeit waren Deion Sanders, Troy Aikman, Emmitt Smith und Michael Irvin von den Dallas Cowboys die herausragenden Spieler der NFL. Ihre Spielweise hat mich so sehr beeindruckt, dass ich seither immer den Cowboys die Daumen drücke. Mein Lieblingsspieler ist zweifelsohne Sanders. Sein Spiel war atemberaubend und ich habe ihn immer bewundert", so der Basketballprofi der Tigers mit eigener Vergangenheit als American Football-Spieler.

Duale Sportausbildung
In der Tat ist Williams sowohl mit dem runden Basketball als auch dem ei-förmigen Football-Leder aufgewachsen und groß geworden. An der American High School in seiner Heimatstadt streifte sich der 25-Jährige sowohl das Basketball- als auch das Football-Trikot über. Dabei zeigte sich schon frühzeitig, dass er in beiden Sportarten Talent besitzt. "Zu meiner Zeit an der Highschool hatte ich einige Anfragen am College Football zu spielen. Das schmeichelte mir natürlich sehr und ich entschied mich für einen Ortswechsel nach Kalifornien an das Reedley College", berichtet Williams und fügte im nächsten Atemzug hinzu, "dass es ihm dort aber nicht gefallen habe und er nach Florida zurückkehrte." Wieder im gewohnten Umfeld angekommen, startete er seine Basketballkarriere, zuerst am St. Petersburg College in Sonnenstaat Florida, bevor er an die University of Mississippi wechselte. Williams blickt ohne Groll oder Enttäuschung zurück, dass es mit dem American Football nicht ganz geklappt hat. Er ist freilich froh, dass er diese Erfahrung machen konnte und die körperliche Fitness durch diese Sportart erlernt und stets gefördert hat. "Ohne American Football wäre mein Spiel heute sicherlich anders. Im Football wird physisch sehr hart trainiert. Das alleine ist schon sehr wichtig, dass man sich keine schwereren Verletzungen zuzieht", erklärt der Publikumsliebling der Neckarstädter.

Spezieller Spielmodus und das Duell "Mann gegen Mann"
Dass American Football zu der beliebtesten Sportart der Nordamerikaner wurde, erklärt Williams wie folgt: "Für uns Amerikaner geht es nicht nur um den Sport, die Show und das Rahmenprogramm sind auch sehr wichtig. Und dies gestaltet sich beim Football und speziell beim Super Bowl immer einzigartig", erklärt der ehemalige "Wide Receiver". Insgesamt spielen in der AFC (American Football Conference) und in der NFC (National Football Conference) jeweils 16 Mannschaften. Die Gewinner der beiden großen Conferences bestreiten am ersten Sonntag im Februar den traditionellen Super Bowl. Aufgrund der großen Kader eines Teams - bis zu 60 Spieler - und den entsprechenden Gehältern ist die Football-Saison recht kurz. 17 Spieltage müssen die Teams bestreiten, bevor es in die Play-offs geht. Im Unterschied zum Basketball gibt es hier keinen Modus "best of five" oder best of seven", nein, in einer einzigen Partie wird entschieden, welche Mannschaft die nächste Runde erreicht. "Auch dieser Spielmodus macht das Football so interessant", so Williams und fügt hinzu, "dass die Amerikaner den spannenden Sport so sehr lieben, weil es hier viele spektakuläre Duell der harten Jungs gibt."

Fokus auf die nächsten Spiele in der Beko BBL
Nach dem Super Bowl konzentriert sich Williams nun wieder auf seine Arbeit bei den WALTER Tigers und verliert das Ziel nicht aus den Augen. "Wir müssen weiter aggressiv spielen, dann haben wir auch in jeder Begegnung eine gute Siegchance", sagt Willliams. Und wem sonst als "fear the beard" sollte man glauben, bringt er doch viel Energie von der Bank und spielt zumeist mit viel Härte, Intensität und Aggressivität. Die Wurzeln beim American Football lassen grüßen!

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