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Liga-Report:

Liga-Report: "Bayern ist jetzt Hot Spot"

Nach der Saison ist vor der Saison. Bereits jetzt dreht sich das Personalkarussell bei den Klubs der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL) auf Hochtouren. Wir verschaffen einen Überblick: Wer geht, wer kommt und wer bleibt? Heute beleuchten wir Aufsteiger s.Oliver Baskets.
1311932367/img_Jason_Boone_s.Oliver_Wuerzburg.jpgDie s.Oliver Baskets haben den vielleicht dicksten Fisch in diesem Sommer an Land gezogen: John Patrick – Trainer des Jahres 2009 und 2010 in der Beko BBL.

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Beim Aufsteiger in Würzburg übernimmt der 43-Jährige in den nächsten zwei Jahren das Amt des Cheftrainers und Sportdirektors. Sieben Jahre hatte Patrick zuletzt in Göttingen die gleiche Position inne, davon drei Jahre mit einer Jugendmannschaft in Liga zwei sowie vier in der ersten Liga, unterbrochen von einer Spielzeit in Japan.

Jetzt steht der ehemalige Point Guard der Stanford University vor einem persönlichen Neuanfang. „Ich wollte eine neue Herausforderung“, begründet Patrick seinen Abschied von den „Veilchen“. Stellt sich die Frage, warum ein renommierter Trainer wie er, nicht zu einem europäischen Top-Klub gewechselt ist, sondern stattdessen einen Aufsteiger aus der ProA übernimmt. Die Faktoren „Perspektive“ und „Sicherheit“ seien für ihn mit ausschlaggebend gewesen.

Aber der wohl wichtigste Aspekt ist die Nähe zu seiner Familie. Patrick hat in Göttingen eine Frau, fünf Kinder, ein Haus mit Grundstück, Pferde, Hunde und Schwiegereltern. „Ich wollte unbedingt in den nächsten Jahren in der Nähe von zu Hause bleiben. Würzburg ist nicht weit weg von Göttingen, lediglich eine Stunde und 25 Minuten mit dem Zug. Zudem hat Würzburg ein gutes Konzept und ein solides finanzielles Fundament“, sagt der viel beschäftigte Familienvater.

Jeden Tag 250 km Pendeln

1311932442/img_John_Little_s.Oliver_Baskets.jpgDie Familie ist es gewohnt, dass der Papa längere Zeit nicht zu Hause ist. Insgesamt drei Jahre verbrachte Patrick als Spieler und Trainer in Japan (2001-2003 und 2005-2006), während seine Frau mit den Kindern in Göttingen blieb. Jetzt sei die Situation jedoch so, dass Patrick jeden Tag zwischen Göttingen und Würzburg pendeln wolle. Für ihn absolut kein Problem:

„Als ich in Tokio gecoacht und gewohnt habe, habe ich jeden Tag mit dem Zug zwei Stunden und 15 Minuten hin und noch mal die gleiche Zeit zurück gebraucht. Jetzt ist es viel einfacher. Der größte Teil des Coaching-Jobs besteht eh aus Vorbereitung. Das kann ich wunderbar während der Zugfahrt machen. Ich habe zwar auch ein Apartment in Würzburg, aber wenn es nicht zu spät ist, genieße ich abends oder vormittags ein bisschen Zeit mit meinen fünf Kindern und meiner Frau."

Als Amerikaner ist Patrick sowieso ganz andere Dimensionen und Arbeitswege gewohnt. Schon als Schüler fuhr er jeden Morgen eine Stunde und 15 Minuten auf der Autobahn zu seiner Highschool.

Bei den s.Oliver Baskets nimmt sich John Patrick eines Zweijahresplans an. Im ersten Jahr sei es das Ziel der Mannschaft, sich an die „Kultur“ in der Beko BBL sowie an einen neuen Spielstil zu gewöhnen und den Klassenerhalt zu schaffen. Im zweiten Jahr wolle man dann ein klareres Ziel ausgeben. „Die Fans erwarten viel Einsatz und Energie auf dem Feld", weiß Patrick. „Das wollen wir in dieser Saison zeigen."

Patrick vertraut bekannten Gesichtern

1311932498/img_Tim_Burnette_s.Oliver_Baskets.jpgVon Göttingen mit nach Würzburg bringt der Coach Kraftpaket Jason Boone sowie Aufbauspieler John Little. Auch der ehemalige Göttinger Ben Jacobsen kehrt zurück in die Beko BBL und zu seinem damaligen Trainer mit dem er 2010 die FIBA EuroChallenge gewann. „Unser Etat ist nicht groß, aber solide", meint Patrick, der in der Offseason einige Spieler in einem „Mini-Bootcamp mit Jetlag" gegen die japanische Nationalmannschaft testen konnte, im Rahmen von drei Benefizspielen in Tokio zu Gunsten der Erdbeben- und Tsunami-Opfer. „Wir haben solide Spieler verpflichtet."

Dazu gehören die Bonner Patrick Flomo und Alex King, Oliver Clay (Trier), Achmadschah Zazai (Chemnitz) und Felix Hoffmann (Breitengüßbach). „Außer Gilbert Brown haben wir keinen Spieler mit NBA-Potenzial. Gilbert ist unser Ausrufezeichen, aber auch Fragezeichen. Denn wenn der Lockout vorbei ist, könnte er theoretisch mit einem Buy-out nach Boston gehen." Brown wird der Go-to-Guy in der Offensive von John Patrick sein. Mit einer Armspannweite von 2,20 Metern kann der sprunggewaltige Athlet von der University of Pittsburgh aber auch defensiv jeden Angreifer vor große Probleme stellen.

Lediglich drei Spieler aus dem Kader der Aufstiegsmannschaft bleiben Würzburg erhalten: Ivan Elliott, Tim Burnette und Christoph Henneberger. Ein Name wird vergeblich gesucht: Der „ProA-Spieler des Jahres" Lee Jeka. Überraschend unterschrieb der letztjährige Top-Leistungsträger der s.Oliver Baskets trotz seines unbestrittenen Beko BBL-Potenzials bei ProA-Ligist Saar-Pfalz Braves.

In Würzburg gilt es jetzt noch ein Problem zu lösen: der Bau einer Spielstätte, die auf lange Sicht erstligatauglich ist. Die jetzige s.Oliver Arena erfüllt zwar die Mindestkapazität von 3.000 Sitzplätzen, erinnert aber optisch an eine bessere Schulturnhalle. „Ich habe gehört, dass wir in Würzburg eine Chance auf eine neue Arena haben. Es gibt eine Perspektive, auch finanziell", freut sich der neue Coach im Frankenland und schließt mit den Worten: „Bayern ist jetzt ein Hot Spot für Basketball."

Der Status-Report


Wer bleibt?
Ivan Elliott, Tim Burnette, Christoph Henneberger

Wer geht?
Lee Jeka, Torvoris Baker, Frieder Diestelhorst, Pele Paelay, Michael Fleischmann, Daniel Cioffi, Chris Heinrich, Sascha Kesselring, Lars Buss, Jonathan Levy, Kevin Wysocki, Dimitry McDuffie (Karriereende)

Wer kommt?
John Patrick (Trainer), Alex King, Felix Hoffmann, Achmadschah Zazai, Gilbert Brown, Patrick Flomo, Oliver Clay, John Little, Jason Boone, Ben Jacobsen

Bei wem ist die Zukunft noch ungewiss?
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