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Liga-Report:

Liga-Report: "Warten bis die Preise fallen"

Nach der Saison ist vor der Saison. Bereits jetzt dreht sich das Personalkarussell bei den Klubs der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL) auf Hochtouren. Wir verschaffen einen Überblick: Wer geht, wer kommt und wer bleibt? Heute beleuchten wir die Artland Dragons.
1310540033/img_Tyrese_Rice_Artland_Dragons.jpgBleibt er oder bleibt er nicht? Das war die Frage, mit der Geschäftsführer Marko Beens im Fall „Tyrese Rice“ in den vergangenen Wochen am häufigsten konfrontiert wurde.

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Nun hat das Bangen um den überragenden Spielmacher der Artland Dragons, der mit 17,2 Punkten und 5,1 Assists pro Spiel die Drachen bis ins Halbfinale der Playoffs führte, ein Ende – leider zu Ungunsten von Quakenbrück. Rice geht zum litauischen Top-Klub Rytas Vilnius.

Gleiches Angebot überzeugte Rice nicht, zu bleiben

„Es war kein Geheimnis, dass wir extrem großes Interesse hatten, Tyrese Rice zu halten“, gibt Geschäftsführer Marko Beens zu. „Aber genauso klar war auch, dass wir keine Purzelbäume machen würden und noch mehr Geld ausgeben, als wir uns leisten können.“ Rice hatte von Beens ein deutlich verbessertes Angebot im Vergleich zur Vorsaison vorliegen, welches dem von Konkurrent Vilnius glich. Dennoch konnte er den 24-Jährigen von einem Verbleib in Quakenbrück nicht überzeugen. Und das, obwohl die Situation für ihn dort ausgezeichnet schien, gerade wegen seines fünfjährigen Sohnes Ashawn, für den der Guard alleinerziehend sorgt und der in der Kleinstadt sehr gut aufgehoben war.

Trotz des Verlustes seines wichtigsten Akteurs kann Beens stolz auf die abgelaufene Spielzeit zurückblicken. „Unterm Strich war das für uns eine sehr erfolgreiche Saison, die einen Hauch besser war, als wir gedacht haben.“

Nach Platz vier in der Hauptrunde forderten die Dragons die favorisierten Brose Baskets im Halbfinale der diesjährigen Playoffs über fünf Spiele, während in den beiden Vorjahren nicht einmal der Einzug unter die letzten Acht glückte. Zudem erreichten die Männer aus Quakenbrück einen respektablen dritten Platz im Beko BBL-Pokal. Ebenfalls war es hier Bamberg, denen sich die Dragons im Halbfinale knapp geschlagen geben mussten und das sogar nach Verlängerung.

Heiße Duelle mit Bamberg

Das war das eine Mal, dass Artland die Bamberger auswärts in der Frankenhölle am Rande einer Niederlage hatte. Das andere Mal war während der regulären Saison, als es 1,8 Sekunden vor Spielende noch unentschieden stand. Beens: „Wir können entweder eine Drachenträne darüber vergießen, dass es so knapp war, oder eben erhobenen Hauptes sagen: ‚Hey, diese Jungs hatten wir zum zweiten Male in deren Halle am Rande einer Niederlage‘.“ Insgesamt acht Mal traten die Dragons in der abgelaufenen Spielzeit gegen die Franken an. Ist Bamberg der Hauptrivale der Artland Dragons geworden? „Nein, ganz sicher nicht“, entgegnet Beens. „Allein vom Etat her können wir nicht mithalten und auch sportlich spielen sie in einer anderen Liga.“ Dennoch freut sich der Geschäftsführer, dass Artland neben ALBA BERLIN zu den zwei Teams mit den meisten Siegen gegen Bamberg in der Saison gehörte.

„Spiele gegen Bamberg sind immer etwas Besonderes“, sagt Beens. „Vor allem ist das der speziellen Konstellation geschuldet.“ Damit meint der 41-Jährige in erster Linie Chris Fleming, der für ihn „immer ein Drache bleibt“. Zusammen mit Arne Woltmann und John Goldsberry, die alle im Artland aktiv waren, genießt der Brose-Coach noch heute große Sympathien in Quakenbrück, nicht zuletzt weil dessen Frau aus dieser Stadt stammt und er in den Sommermonaten häufig sein Haus in der niedersächsischen Kleinstadt bewohnt.

„Warten bis die Preise fallen“

1310539911/img_Darren_Fenn_Artland_Dragons.jpgIm Gegensatz zu den meisten Beko BBL-Klubs warteten die Artland Dragons nach dem Ende der Playoffs relativ lange, bis sie eine Veränderung im Kader bekannt gaben. Erst Anfang Juli kam mit Christian Hoffmann der erste Neuzugang aus Jena, der Andrej Mangold ersetzen wird. „Viele der Spieler, die wir gerne holen wollen, haben leider sehr hohe finanzielle Vorstellungen“, begründet Beens. „Da ergibt es wenig Sinn über eine Verpflichtung zu sprechen, wenn man soweit auseinander liegt. Dann muss man halt einfach auf die Zeit setzen bis die Preise fallen.“

„Ohne in Hektik zu verfallen“, muss sich der Klub jetzt zwangsläufig auf die Suche nach einem neuen Aufbauspieler begeben, dem vermeintlich wichtigsten Puzzleteil jeder Mannschaft. Erfreulich aus Sicht der Artland Dragons ist die Weiterverpflichtung einiger ihrer Leistungsträger. Neben dem Trainergespann um Stefan Koch gaben mit Nathan Peavy, Johannes Strasser und Bryan Bailey bereits drei Spieler aus dem alten Kader ihr „Ja-Wort“, mindestens für eine weitere Saison im Artland zu bleiben. Darren Fenn und Adam Hess hatten noch laufende Verträge. Hingegen wird mit großer Wahrscheinlichkeit Robert Kurz nicht mehr im Trikot der Drachen auflaufen.

Zurück in Europa

Ein nicht zu vernachlässigender Anreiz alte Spieler zu halten bzw. neue anzulocken ist, dass die Artland Dragons in der kommenden Saison auf europäischem Parkett spielen werden, nachdem sie in der Vorsaison kläglich in der Qualifikation für die EuroChallenge gescheitert waren. In diesem Jahr ist die EuroChallenge sicher, vielleicht springt sogar die Teilnahme im Eurocup heraus, für den sie sich gegen Gran Canaria qualifzieren können.

Ab Oktober kämpfen die Dragons dann um einen Platz unter den besten acht Teams der Beko BBL. Vom Titel will hier noch keiner reden. „Da müsste man mir schon einige Eiswürfel aufs Hirn schütten, wenn ich wirklich ernsthaft proklamieren würde, wir wollen Meister werden“, kokettiert Marko Beens im Hinblick auf die großen Favoriten aus Berlin, Bamberg, Oldenburg und München, deren Etatvolumen fast doppelt so hoch ist wie das von Artland. „Das Erreichen der Playoffs ist ganz klar unser wichtigste Ziel.“

Der Status-Report


Wer geht?
Andrej Mangold, Tyrese Rice, Robert Kurz

Wer kommt?
Christian Hoffmann

Wer bleibt?
Stefan Koch, Tyron McCoy, Martin Schiller (Trainergespann), Adam Hess, Darren Fenn, Johannes Strasser, Nathan Peavy, Bryan Bailey

Bei wem ist die Zukunft noch ungewiss?
Alexander Seggelke, Ruben Boumtje Boumtje, Cecil Brown, Florian Hartenstein, Florian Doeink, Roman Keller, Leo Niebuhr

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