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Liga-Report: Aufbruchstimmung in Ulm

Liga-Report: Aufbruchstimmung in Ulm

Nach der Saison ist vor der Saison. Bereits jetzt dreht sich das Personalkarussell bei den Klubs der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL) auf Hochtouren. Wir verschaffen einen Überblick, wer geht, wer kommt und wer bleibt. Heute beleuchten wir ratiopharm Ulm.
1306141109/img_Per_Guenther_ratiopharm_Ulm.jpgRatiopharm Ulm beendet die Saison mit nur zwölf Siegen auf Platz 14 – das schlechteste Ergebnis seit dem Aufstieg im Jahr 2006. „Insgesamt ist das Minimalziel Klassenerhalt locker erreicht“, bilanziert Dr. Thomas Stoll, Manager und Geschäftsführer des Klubs.

„Allerdings hatten wir vor, an den Playoffs zu schnuppern. Das ist uns nicht gelungen. Insofern war es sportlich keine erfolgreiche Saison.“

image_1288779294890.png.

In den letzten beiden Jahren sei eine Stagnation erkennbar gewesen. Mit ein Grund, warum es zur Trennung von Mike Taylor kam, der acht Jahre als Trainer die Geschicke der Spatzen leitete. „Unsere Analysen haben nicht immer übereingestimmt“, sagt Stoll, ohne näher auf die Details eingehen zu wollen.

Längere Saisonvorbereitung

Ein Nachfolger war mit Thorsten Leibenath schnell gefunden. Der ehemalige Trainer der Artland Dragons und Gießen 46ers galt als Wunschkandidat und überzeugte die Ulmer Vereinsführung im Vorstellungsgespräch. Seit dessen Engagement herrscht eine Art Aufbruchstimmung, denn „mit einem neuen Trainer kommt eine neue Philosophie“, weiß Stoll. „Thorsten hat in den ersten Wochen einige Dinge geändert und hat noch Einiges vor. Das ist eine spannende Geschichte für alle Beteiligten.“ Da der neue Coach großen Wert auf die Jugendarbeit legt, plant ratiopharm Ulm eine noch engere Verzahnung mit ProB-Kooperationspartner BG Illertal-Weißenhorn. Des Weiteren soll die Saisonvorbereitung deutlich früher starten. Ab Mitte August will der Sporttheoretiker Leibenath dabei auch die Athletiktrainer verstärkt einbinden und Leistungstests mit den Spielern durchführen.

Beko BBL-erfahrene Spieler haben Priorität

Dass es im Zuge einer Trainerneuverpflichtung zu Veränderungen im Kader kommt, versteht sich von selbst. Dennoch bleibt das Grundgerüst der Mannschaft stabil. Mit Per Günther, John Bryant und Roderick Trice bleiben drei potenzielle Starter an Bord. Ebenfalls einen Vertrag für die kommende Spielzeit haben die Ergänzungsspieler Marcel Heberlein und die Wenzl-Brüder. Hauptaufgabe sei es jetzt, die übrigen Starterpositionen zu füllen. Dabei hätten Spieler mit BBL-Erfahrung Priorität. „Natürlich verpflichtet man gerne Spieler, die man kennt und von denen man weiß, was man bekommt“, erläutert Stoll. „Die große Nachfrage ist aber noch nicht da. Wir warten darauf, bis die Playoffs vorbei sind.“ Aber auch in kleineren Ligen wie Österreich, Rumänien oder den Benelux-Staaten schauen sich Trainer und Management um.

Für eine Weiterverpflichtung interessant seien die Personalien Coleman Collins und Sebastian Betz, jedoch müsse man abwarten, wie sich die nächsten Wochen entwickeln. Fest steht bereits die Trennung von Backup-Guard Travis Walton. Auch bei Tommy Mason-Griffin zeigt die Tendenz in Richtung Abschied. Die Zukunft von Topscorer Robin Benzing ist offen.

Etaterhöhung um 50 Prozent

1306141205/img_John_Bryant_ratiopharm_Ulm.jpgDer sportlichen Leistung der Ulmer Mannschaft zum Trotz kann der Geschäftsführer der abgelaufenen Spielzeit aber auch Positives abgewinnen. „Die entscheidenden Dinge gab es abseits des Parketts.“ Damit meint Stoll den Bau der neuen „ratiopharm arena“, welche am 10. Dezember 2011 im Spiel gegen Oldenburg eingeweiht wird. Auch eine Erhöhung des Etats um rund 50 Prozent kann der Klub verzeichnen. Stoll: „Der Gesamtetat, mit dem wir planen, liegt bei drei Millionen Euro.“

Zu guter Letzt schickte ratiopharm Ulm mit John Bryant nicht nur den effektivsten Spieler der Beko BBL ins Rennen, sondern hatte auch einen Anteil am neuen Zuschauerrekord der Liga. Im Schnitt besuchten 2.918 Fans die 17 Heimspiele – und damit so viele wie noch nie zuvor.

„Wir wollen den Umzug gut hinbekommen und dann natürlich eine bessere Platzierung erreichen als dieses Jahr“, äußert sich Stoll bescheiden über die Ziele für die kommende Spielzeit, die mit acht Auswärtsspielen aus den ersten elf Partien beginnt. „Den schwierigen Start müssen wir erstmal überstehen. Unser Ziel ist, dass wir irgendwann ein ausgeglichenes Punkteverhältnis haben. Wir wären schon sehr zufrieden, wenn wir relativ nah an die Playoffs herankämen.“

Der Status-Report


Wer bleibt?
John Bryant, Per Günther, Roderick Trice, Michael Wenzl, Andreas Wenzl, Marcel Heberlein

Wer geht?
Mike Taylor (Trainer), Travis Walton, Lee Humphrey, Sean Sonderleiter

Wer kommt?
Thorsten Leibenath (Trainer)

Bei wem ist die Zukunft noch offen?
Robin Benzing, Daniel Fitzgerald, Coleman Collins, Sebastian Betz, Tommy Mason-Griffin

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