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Liga-Report: Endlich zu Hause

Liga-Report: Endlich zu Hause

Nach der Saison ist vor der Saison. Bereits jetzt dreht sich das Personalkarussell bei den Klubs der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL) auf Hochtouren. Wir verschaffen einen Überblick, wer geht, wer kommt und wer bleibt. Heute beleuchten wir Phoenix Hagen.
1307092415/img_Edward_Seward_Phoenix_Hagen.jpgWenn Oliver Herkelmann auf die abgelaufene Saison zurückblickt, dann fällt ihm dazu als erstes folgende Überschrift ein: „Endlich zu Hause angekommen!“, erklärt der Manager von Phoenix Hagen. Zu Hause, das ist die ehemalige Ischelandhalle, reich an Tradition und lange Jahre Deutschlands Basketball-Tempel Nummer eins.

Weil aber auch an Tempeln der Zahn der Zeit nagt, erfolgte im vergangenen Jahr nach langem Ringen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene die Runderneuerung. Jetzt heißt die „Ische“ ENERVIE Arena und bietet mehr Komfort und die Standards, die Basketball-Arenen der Beko BBL haben müssen.

„Das Schöne ist, dass trotz des Umbaus das Flair der Ischeland-Halle geblieben ist. Die Fans sind ganz dicht dran am Geschehen, wir haben bei Heimspielen immer noch einen richtigen Hexenkessel“, freut sich Herkelmann. In Punkten will der ehemalige Nationalspieler den Effekt, den die Halle auf die Leistung des Teams in der vergangenen Saison hatte, nicht bemessen.

„Aber ich glaube, dass wir wieder einen echten Heimvorteil hatten.“ In Hagens Ausweichquartier während der Umbauphase der „Ische“, einer umgebauten Tennishalle, war Phoenix genauso fremd wie der jeweilige Gegner.

Erfolg mit unkonventionellen Stil

Mit dem Faktor Halle allein will Herkelmann aber nicht erklären, warum die Westfalen eine Saison frei von Abstiegssorgen gespielt haben. „Die Mannschaft war schlichtweg besser als im Jahr zuvor“, betont der Manager, der einst selbst für Hagen die Stiefel schnürte (1992 bis 1999 und 2004). Und das Team spielte nicht nur besser, sondern vor allem anders: weg von einer eher konventionellen Spielausrichtung, hin zu einem schnelleren und aggressiveren Stil. „Das war zum einen von unserer sportlichen Leitung so gewollt, zum anderen hatten wir aber auch die Spieler dafür. Mit dieser Umstellung haben wir in der Hinrunde sicher den ein oder anderen Gegner überrascht. Und weil wir in der Rückrunde auch im Setplay stabiler geworden sind, haben wir den Klassenerhalt, der unser erklärtes Saisonziel war, relativ früh unter Dach und Fach gebracht“, blickt Herkelmann auf eine erfolgreiche Spielzeit von Phoenix Hagen zurück.

Herkelmann: „Wir werden fast keinen halten können“

Die Kehrseite der Medaille: Es werden nicht viele Leistungsträger nach dem Sommer an die Volme zurückkehren – wenn überhaupt. Mark Dorris, Jakob Burtschi oder David Bell haben mit ihren Leistungen Begehrlichkeiten geweckt – eigene nach einem höheren Gehalt, bei anderen Klubs nach einer Verpflichtung der Hagener Stars. „Ich denke, wir werden fast keinen halten können“, schätzt Herkelmann. So werden sich die Phoenix-Fans daran gewöhnen müssen, dass in der kommenden Saison ein neues Team in der ENERVIE Arena auflaufen wird. Immerhin konnten die Verantwortlichen früh die Vertragsverlängerung mit Edward Seward verkünden. Der 32-jährige Center kam aufgrund von zwei schweren Verletzungen (Bandscheibe, Bruch des Schienbeinköpfchens) nur zu 22 Einsätzen im Phoenix-Trikot, hat sich bei den Fans aber einen guten Ruf als ehrlicher Arbeiter unter den Körben erworben. Seward kam durchschnittlich auf 4,2 Punkte, 5,1 Rebounds und 1,1 Blocks pro Spiel.

1307092457/img_Mark_Dorris_Phoenix_Hagen.jpg„Eddie ist heiß auf Hagen und wird extra früher aus den USA zurückkommen, um sich richtig fit für die neue Saison zu machen“, weiß Geschäftsführer Oliver Herkelmann. „Eddie ist ein super Typ und darüber hinaus mit einer Athletik gesegnet, die weit über Beko BBL-Niveau liegt.“

Der Amerikaner unterschrieb einen Vertrag bis 2013. Ebenfalls weiter für Korbjagd gehen werden Dominik Spohr und Dominik Wilkins. Der 22-jährige Spohr wurde in 26 Spielen eingesetzt, wo er durchschnittlich zwei Punkte in sechs Minuten erzielte.

„Dominik wird sich ganz auf Phoenix konzentrieren, also keine Kooperation spielen. Er hat eine gute Entwicklung im letzten Jahr hingelegt und seine Spielzeit gesteigert. Er will sich unbedingt in der Beko BBL durchsetzen. Dominik hat insbesondere auf der Power-Forward-Position gute Perspektiven auf mehr Spielzeit“, meint Herkelmann. Der Deutsch-Amerikaner Wilkins kam hingegen über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus. „Die ersten Monate waren schwer für ihn, weil er sich an das Niveau gewöhnen musste. In der zweiten Halbserie hat er große Fortschritte gemacht“, meint Phoenix-Coach Ingo Freyer. Der 1,83 Meter große und 22 Jahre alte Wilkins kam so zu drei Kurzeinsätzen.

Hasquet erste Neuverpflichtung

Hagens erster Zugang ist Jordan Hasquet. Der 2,06 Meter große Amerikaner ist für die Power-Forward-Position und gilt als athletischer und vielseitiger Spieler mit hohem Basketball-IQ. Für das NCAA-Team der Montana Grizzlies, für das einst auch der Phoenix-Guard David Bell spielte, legte er eine hervorragende College-Zeit aufs Parkett. Hasquet kam in 123 Partien auf durchschnittlich 11,4 Punkte, 5,9 Rebounds und 1,7 Assists bei einer Dreierquote von 36,5 Prozent. 2009 folgte dann der Wechsel nach Europa.

In der ersten Schweizer Liga LNA spielte Jordan Hasquet für die Starwings Basket Regio Basel, für die er durchschnittlich 10,8 Punkte und 4,1 Rebounds sammelte. Basel erreichte das Halbfinale der nationalen Meisterschaft und gewann den Landespokal. Anschließend wechselte Hasquet nach Zypern zu Hasapis Omonia Nicosia, wo er aus persönlichen Gründen allerdings nur für kurze Zeit blieb. Coach Ingo Freyer: „Jordan ist sehr vielseitig, kann am Brett punkten, gut werfen und spielt mit viel Energie.“

Freyer: „Die Arbeit ist noch nicht getan“

Apropos Freyer: Auch der Trainer bleibt Hagen treu, genau wie Co-Trainer Steven Wriedt. Beide verlängerten ihre Verträge bis 2013. „Die Coaches haben trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen eine tolle Leistung erbracht und in diesem Jahr eine fantastische Entwicklung mit unserer jungen, unerfahrenen Mannschaft durchlaufen. Diesen Weg wollen wir fortsetzen“, betont Herkelmann. Freyer ergänzt: „Mein Ziel war es immer, gemeinsam mit den Menschen an einem Standort vertrauensvoll etwas aufzubauen. Das hat hier bisher sehr gut geklappt und ich habe das Gefühl, dass die Arbeit noch nicht getan ist. Die operative Zusammenarbeit mit Steven Wriedt und Oliver Herkelmann hat sich sehr gut entwickelt. Das ist nicht selbstverständlich.“ Freyer geht somit in seine fünfte Saison als Cheftrainer bei den Feuervögeln, die er 2009 in die Beko BBL geführt hatte.

Die frühe Verpflichtung von Jordan Hasquet soll übrigens eine Ausnahme bleiben. „Wenn wir etwas in den beiden vergangenen Jahren gelernt haben, dann dass wir nicht schon weit vor Saisonbeginn annähernd das komplette Team zusammen haben“, spekuliert Herkelmann auf das ein oder andere „Sommer-Schnäppchen“…

Der Status-Report


Wer bleibt?
Ingo Freyer, Steven Wriedt, Edward Seward, Dominik Spohr, Dominik Wilkins

Wer geht?
Malte Schwarz, Andreas Büchert

Wer kommt?
Jordan Hasquet

Bei wem ist die Zukunft noch ungewiss?
Jakob Burtschi, David Bell, Mark Dorris, Bernd Kruel, Quentin Pryor, Žygimantas Jonušas, Matt Terwilliger

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