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Liga-Report: Gießen setzt auf jungen Mann

Liga-Report: Gießen setzt auf jungen Mann

Nach der Saison ist vor der Saison. Bereits jetzt dreht sich das Personalkarussell bei den Klubs der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL) auf Hochtouren. Wir verschaffen einen Überblick, wer geht, wer kommt und wer bleibt. Heute beleuchten wir die LTi GIESSEN 46ers.
1308564213/img_Maurice_Jeffers_LTi_GIESSEN_46ers.jpg„Es war eine schlimme Saison für uns. Das ist noch diplomatisch ausgedrückt”, fasst der Geschäftsführer der LTi GIESSEN 46ers, Christoph Syring, die abgelaufene Spielzeit seiner Mannschaft zusammen. „Ich bin froh, dass wir am Ende wenigstens die Klasse halten konnten.”

Gefangen in der Negativspirale

Nachdem die Gießener mit fünf Siegen aus den ersten sieben Spielen unerwartet stark in die Saison 2010/2011 starteten, folgten 13 Niederlagen und lediglich vier weitere Siege in 27 Spielen. „Es gibt Erklärungsansätze für Teilbereiche, aber eine richtig greifbare Erklärung für das, was da passiert ist, haben wir nicht”, blickt Syring immer noch ratlos auf die Geschehnisse zurück.

„Es sind viele kleine Dinge, die irgendwann schief gelaufen sind, die in der Summe zu einem dramatischen Abwärtstrend geführt haben. Auch wir haben die ganze Zeit fassungslos zugeschaut.” Im Zuge der Niederlagenserie seien wahnsinnig viele Animositäten, gegenseitige Schuldzuweisungen und mangelnde Selbstkritikfähigkeit zutage getreten. Zudem schrieb man der Mannschaft unter Trainer Vladimir Bogojevic irgendwann fehlenden Kampfgeist und Disziplinlosigkeit im Training bei dem einen oder anderen Spieler zu.

Logische Konsequenz war der Trainerwechsel Mitte Januar dieses Jahres. Steven Keys Aufgabe war es, der Mannschaft frischen Wind einzuhauchen und neu zu motivieren. Immerhin konnte dieser noch vier Spiele aus den letzten 15 Partien gewinnen, was letztlich zum Klassenerhalt reichte. Bezeichnend für den Verlauf der Spielzeit war dennoch, dass das rettende Ufer nicht aus eigener Kraft, sondern letztlich mithilfe der Niederlagen der direkten Abstiegskandidaten Bayreuth und Weißenfels am letzten Spieltag erreicht wurde.

Neuanfang mit Björn Harmsen

1308564253/img_Michael_Jordan_LTi_GIESSEN_46ers.jpgTrotz „erfolgreicher Mission” durfte Key nicht an der Lahn bleiben. Ende Mai stellten die 46ers mit Björn Harmsen seinen Nachfolger vor. „Die Aufgabenstellung, als Steven zu uns gekommen ist, war eine sehr spezifische, nämlich eine psychologisch verfahrene Situation aufzubrechen”, begründet Syring.

„Das hat mit dem Klassenerhalt funktioniert. Aber es ist eine andere Aufgabenstellung, am Anfang einer Saison eine Mannschaft mit beschränkten finanziellen Mitteln neu zusammen zu stellen und dann auf einen erfolgreichen Weg zu führen. Wir haben uns entschieden, dass wir diese Sache in die Hände eines Trainers geben, der genau das schon mehrere Mal mit Bravour gemeistert hat.” In der Tat scheint Coach Björn Harmsen hierfür der richtige Mann zu sein. Dem 28-Jährigen gelangen mit Jena und dem Mitteldeutschen BC zwei Aufstiege und anschließend führte er den MBC in der Saison 2009/2010 mit dem zweitkleinsten Budget der Liga fast in die Playoffs.

Hohe Intensität und voller Einsatz

Der gebürtige Göttinger Harmsen, der als Kind hin und wieder Heimspiele in der Gießener Sporthalle Ost besuchte, freut sich auf die neue Herausforderung, nachdem ihn eine Bauchspeicheldrüsenentzündung zuletzt mehrere Monate vom Coaching-Job in Weißenfels abhielt. „Mein grundsätzlicher Wunschgedanke ist, dass die Mannschaft mit der höchst möglichen Intensität auftritt und immer vollen Einsatz zeigt”, gibt Harmsen die Marschroute der nächsten Saison vor, in der bislang lediglich Maurice Jeffers und Elvir Ovcina einen Vertrag haben. „Das ist letztlich auch das, was die Zuschauer hier sehen wollen, wenn sie zum Spiel kommen.” Übrigens kamen trotz der miserablen Saison so viele Fans wie noch nie in die Sporthalle Ost. Im Schnitt waren es 3.522, Platz sechs in der Beko BBL.

In Zukunft werde der Jugendförderung in Gießen größere Bedeutung beigemessen. Harmsen: „Wir wollen intensiv daran arbeiten, immer auch den Nachwuchs mit nach oben zu bringen.” Das Minimalziel für die kommende Spielzeit ist klar: der Klassenerhalt in der 46. Saison der LTi 46ers. „Wenn wir es schaffen, die Mannschaft gut zusammen zu bringen, dass sie als Kollektiv funktioniert, und wenn wir verletzungsfrei bleiben, dann ist mit Sicherheit auch mehr möglich.” Harmsen weiß wovon er spricht.

Status-Report


Wer bleibt?
Maurice Jeffers, Elvir Ovcina, Ryan Brooks

Wer geht?
Steven Key (Trainer)

Wer kommt?
Björn Harmsen (Trainer), Robert Oehle

Bei wem ist die Zukunft noch ungewiss?
Anthony Smith, Jannik Freese, Mathias Perl, Dirk Mädrich, Tim Schwartz, Zachery Peacock, Javon Baumann, Michael Jordan

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