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Liga-Report: neues Team, neuer Stil

Liga-Report: neues Team, neuer Stil

Nach der Saison ist vor der Saison. Bereits jetzt dreht sich das Personalkarussell bei den Klubs der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL) auf Hochtouren. Wir verschaffen einen Überblick: Wer geht, wer kommt und wer bleibt? Heute beleuchten wir die Telekom Baskets Bonn.
1309764568/img_Chris_Ensminger_Telekom_Baskets_Bonn.jpgEs ist alles gesagt über die vergangene Saison. Platz 13, zum zweiten Mal in der Erstliga-Geschichte die Playoffs verpasst, von den eigenen, sonst so loyalen Fans ausgebuht.

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Es war nicht das Jahr der Telekom Baskets Bonn. Die Leistungen seines Teams bilanziert Coach Michael Koch mit einem Wort: „Ungenügend“. Viel mehr will der Trainer, der in seiner aktiven Zeit mit Panathinaikos Athen im Jahr 2000 den Euroleague-Titel gewann, zur Spielzeit 2010/2011 nicht sagen.

Lieber blickt er nach vorne, denn trotz einer miserablen Saison schenkt ihm der Verein weiter das Vertrauen und stattete Koch mit einem neuen Zwei-Jahres-Vertrag aus. „Wir halten nichts davon, den im Profisport gängigen Reflexen bei Erfolglosigkeit zu erliegen und als erstes mal einen Trainer zu entlassen, der in sechs Spielzeiten fünfmal die Playoffs erreichte, dazu zweimal das Finale“, erklärt Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich die Entscheidung. „Ich möchte mich bei der Führung der Telekom Baskets Bonn für das mir entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Wir werden begangene Fehler nicht zweimal machen und alle mit viel Herz und Energie an die neuen Aufgaben herangehen, um die alten Baskets-Tugenden wiederzubeleben“, lautete die Koch-Replik auf den Vertrauensvoschuss.

Zu viele Individualisten, zu wenig Teamplay

Der größte Fehler in der abgelaufenen Saison war, dass es die Verantwortlichen nicht geschafft hatten, ein funktionierendes Kollektiv aufs Parkett zu schicken. Zu viele Individualisten, zu wenig Teamplay. Der Verein zog die Konsequenzen und schickte bis auf Veteran Chris Ensminger sowie die ohnehin langfristig gebundenen Talente Fabian Thülig und Jonas Wohlfahrt-Bottermann sämtliche Akteure in die Wüste. Einzige Ausnahmen: Defensiv-Spezialist Alex King wollte gehen und schloss sich Beko BBL-Aufsteiger s.Oliver Baskets an, Vincent Yarbrough musste seine Karriere nach drei schweren Verletzungen in kurzer Folge beenden.

„Ensmingers Statistiken sprechen für sich“

Obwohl Ensminger schon stolze 37 Jahre zählt, stand für Koch außer Frage, dass „Ense“ weiter unter den Bonner Körben seinen Job verrichten soll. „Chris ist Erfahrung pur. Seine Statistiken sprechen für sich.“ Für Ensminger selbst war der Fall ebenfalls schnell klar: „Die Baskets wollten mich halten, ich wollte bei den Baskets bleiben, da ging es eigentlich nur um Details.“

Ein Rückkehrer hält die Fäden in der Hand

1309764733/img_Jared_Jordan_Telekom_Baskets_Bonn.jpgEnsminger soll der eine Eckpfeiler der neuen Baskets sein, ein Rückkehrer der zweite. Mit Jared Jordan holten die Bonner einen Playmaker zurück, der sich schon in der Saison 2009/2010 ob seiner uneigennützigen Spielweise in die Herzen der Baskets-Fans spielte.

„Jared hat kein besonders ausgeprägtes Ego, was das eigene Scoring angeht. Er denkt zuerst an seine Mitspieler und erst dann an den eigenen Korberfolg. Außerdem kennt er meine Philosophie vom Basketball und weiß, wie ich spielen lassen möchte“, sagt Koch.

Der Point Guard spielte vergangene Saison bei VAP Kolossos Rhodos und avancierte mit 5,5 Assists pro Spiel prompt zum besten Vorlagenverteiler des griechischen Oberhauses. „Es gibt viele Faktoren, die meine Entscheidung für Bonn positiv beeinflusst haben. Einer war ganz sicher mein gutes Verhältnis zu Coach Koch, den ich als Trainer und Person sehr schätze und respektiere“, sagt Jordan. „Für mich war es wichtig, dass in Bonn sowohl auf als auch abseits des Feldes alles stimmig war. Es hat sich immer ein wenig nach Heimat angefühlt.“

Veikalas ist die dritte Korsettstange

Sein neuer Partner im Backcourt wird Benas Veikalas. Der 27-jährige Litauer stand die vergangenen beiden Spielzeiten im Kader des tschechischen Spitzenteams und EuroChallenge-Teilnehmers BK Prostejov und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Prostejov zweimal in Folge ins Finale Tschechiens einzog. Im Telekom Dome hat Veikalas auch schon gespielt, als er in der EuroChallenge beim 81:75-Sieg Prostejovs mit 21 Punkten Topscorer seines Teams war. „Nach Center Chris Ensminger und Spielmacher Jared Jordan ist Veikalas nun die dritte Korsettstange, die wir im neuen Baskets-Team für die nächsten zwei Jahre eingezogen haben", freute sich Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich, denn der Litauer unterschrieb ebenfalls bis Ende der Saison 2012/2013.

Weg von der „amerikanischen Schule“, hin zum europäischen Stil

Die Verpflichtung des nächsten Neuen am Hardtberg ist ein weiterer Fingerzeig, wohin die sportliche Reise der Baskets in der kommenden Saison gehen soll. Zvonko Buljan, 2,06 Meter groß, 24 Jahre alt, geboren in Kroatien, gilt als guter Verteidiger und starker Rebounder. Mit ihm soll die „angeborene“ Bonner Stärke, eine starke Verteidigung, wieder zum Tragen kommen. Außerdem will Koch nun eher wieder den (ost-)europäischen Spielstil pflegen und von der bisherigen „amerikanischen Schule“ abrücken. „Wir wollen weniger Eins-gegen-Eins-Situationen sehen, sondern mehr Team-Basketball. Spieler vom europäischen Kontinent haben diesen Stil eher verinnerlicht“, sagt Koch.

Buljan stand zuletzt mit PAOK Saloniki in den Playoffs um die griechische Meisterschaft und erreichte dort den dritten Platz. „Zvonko ist ein Vierer, der nicht nur im Post-up spielen kann, sondern auch mit dem Gesicht zum Korb agiert“, berichtet Bonns Headcoach. „Dank seiner Größe und Beweglichkeit kann er auch auf Center oder Small Forward ein paar Minuten abreißen, was ihn für uns umso wertvoller macht.“

Wertvolle Hilfe auf der Guard-Position: Daniel Hain

1309765120/img_Daniel_Hain_Telekom_Baskets_Bonn.jpgEinen effektiven Rollenspieler, der in die Fußstapfen eines Alex King oder – früher – eines Johannes Strasser treten soll, bekamen die Bonner in Person von Daniel Hain.

Der Guard kam vom Ligarivalen Oldenburg an den Rhein und hatte sich im vergangenen Sommer sogar bis in den Dunstkreis der A-Nationalmannschaft hochgearbeitet. Hain bestritt bei einem international besetzten Turnier im niederländischen Leiden drei Spiele mit dem Adler auf der Brust. „Mit seiner Größe und Athletik kann er uns enorm weiterhelfen“, konstatiert Koch.

„Haben den Ehrgeiz, uns für die vergangene Schmerzsaison zu rehabilitieren“

Somit haben die Telekom Baskets Bonn schon zu einem frühen Zeitpunkt der Saison den Kern des neuen Kaders zusammen. Das Ziel für die nächste Spielzeit ist klar: „Nach der bisher schlechtesten Hauptrunden-Platzierung in der Geschichte der Baskets haben wir einen ziemlichen Ehrgeiz, uns für die vergangene Schmerzsaison zu rehabilitieren, auch vor uns selbst“, unterstreicht Baskets-Präsident Wiedlich. Koch ergänzt: „In Bonn ist immer das Ziel, die Playoffs zu erreichen. Das wird in der kommenden Spielzeit sicher noch etwas schwieriger, wenn man sich so potente Aufsteiger wie den FC Bayern München anschaut. Wir nehmen die Herausforderung aber gerne an!“

Der Status-Report


Wer bleibt?
Trainer Michael Koch, Chris Ensminger, Fabian Thülig, Jonas Wohlfahrt-Bottermann.

Wer geht?
Alex King , Jeremy Hunt, Jacob Jaacks, Nic Wise, Sajmen Hauer, Vincent Yarbrough, Mark Tyndale, Tim Ohlbrecht, Patrick Flomo, Marqus Ledoux

Wer kommt?
Jared Jordan, Daniel Hain, Benas Veikalas, Zvonko Buljan

Bei wem ist die Zukunft noch ungewiss?
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