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LTi 46ers schrammen nur knapp an Überraschung vorbei

LTi 46ers schrammen nur knapp an Überraschung vorbei

Die LTi GIESSEN 46ers sind am 5. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga-Saison 2011/2012 nur knapp an einer Überraschung vorbeigeschrammt. Trotz des Ausfalls der Aufbauspieler Radenko Pilecvic (Fraktur und Bänderriss im linken Sprunggelenk) und Achmadschah Zazai (war nach seiner Nasen-OP vom Dienstag noch nicht wieder einsatzfähig) schaffte es die Mannschaft aus der Lahnstadt am Sonntagnachmittag, die Partie bei den favorisierten Eisbären Bremerhaven ausgeglichen zu gestalten. Vor 2420 Zuschauern in der Stadthalle Bremerhaven boten die LTi 46ers den Gastgebern beherzt Paroli, zum großen Coup sollte es am Ende jedoch leider nicht reichen. Die Eisbären gewannen mit 82:79 und kamen damit auch in ihrem dritten Heimspiel in dieser Saison zu einem Sieg.
„Wir haben gut gekämpft, sind nach Rückständen immer wieder in die Partie zurückgekommen. Am Ende hatten wir sogar die Chance, das Spiel zu gewinnen, konnten diese aber leider nicht nutzen. Trotzdem: Durch das Fehlen von zwei Aufbauspielern war das heute keine einfache Situation für uns, die Jungs haben aber eine gute Leistung gezeigt. Ich kann nur den Hut ziehen vor meiner Mannschaft“, war LTi 46ers-Cheftrainer Björn Harmsen nach Spielschluss stolz auf sein Team.

Das gestiegene Selbstvertrauen nach dem ersten Saisonsieg letzte Woche gegen die Artland Dragons war der Gießener Mannschaft in der Nordseestadt von Anfang an anzumerken. Die LTi 46ers provozierten in den ersten zweieinhalb Minuten drei Ballverluste des Gegners, belohnten sich vorne mit leichten Punkten am Brett und lagen in der vierten Minute mit 8:2 vorne. Sechs der acht Punkte gingen auf das Konto von Center Elvir Ovcina. Nach einem schön herausgespielten Dreier von Koko Archibong führten die Mittelhessen in der sechsten Minute mit 14:9. Anschließend fand Bremerhaven aber besser in die Partie hinein. Das Team von Coach Douglas Spradley kam zu einigen Offensivrebounds, glich zum 14:14 (7.) aus und erarbeite sich bis zur ersten Viertelpause eine Vier-Punkte-Führung (21:17).

Angetrieben von Wayne Bernard und Barry Stewart, die sich auf der Position eins abwechselten, blieb das Gießener Team aber auch in den zweiten zehn Minuten auf Augenhöhe. Offensiv konnte im zweiten Viertel vor allem der kurz vor Saisonbeginn verpflichtete Ex-Trierer Stewart Akzente setzen. Von der 14. bis zur 17. Minute erzielte der US-Guard zehn Punkte in Folge, beim Stande von 33:33 war die Begegnung weiterhin völlig offen.

Wie im ersten Spielabschnitt gehörte die Schlussphase des Viertels aber den Hausherren, die in dieser Phase immer wieder erfolgreich den Abschluss am Brett suchten und bis zur Pause auf 41:33 davonziehen konnten. Während auf Gießener Seite nach 20 Minuten Barry Stewart (11 Punkte) und Elvir Ovcina (11 Punkte, 6 Rebounds) die erfolgreichsten Punktesammler waren, hatten Ex-46er Anthony Smith und Jamison Brewer die meisten Zähler (je 9) für das Heimteam erzielt.

Nach der Pause waren zunächst unverändert die Norddeutschen am Drücker: Nach dem zweiten erfolgreichen Dreier des gut aufgelegten Anthony Smith führte Bremerhaven mit 52:42 (25.). Die LTi 46ers schlugen zurück, verkürzten auf 47:52 (27.), sahen sich aber zwei Minuten später nach zwei Dreiern von Eisbären-Guard Terrell Everett erstmals in dieser Partie mit einem Elf-Punkte-Rückstand konfrontiert (49:60/29.). Erneut war es Barry Stewart, der seine Farben kurz vor Ablauf des dritten Viertels mit einem Dreier im Spiel hielt (54:62/30.).

Zwei Freiwurftreffer von Robert Oehle eröffneten den Punktereigen im letzten Viertel (56:62). Die LTi 46ers zeigten eine gute Vorstellung in der Defensive, ließen am eigenen Brett fast gar nichts mehr zu, Bremerhavens Topscorer Zachery Peacock wurde insgesamt auf acht Punkten gehalten. Jedoch mussten die Gäste ein ums andere Mal Dreipunktetreffer von Außenspielern der Eisbären hinnehmen. Die Nordlichter trafen am Sonntag zehn ihrer 21 Dreierversuche (47,5 Prozent), nachdem in den ersten vier Saisonspielen nur zwölf von 61 Dreierwürfen (19,7 Prozent) durchs Netz gefallen waren. Auch die Trefferquote der LTi 46ers von jenseits der Dreipunktelinie konnte sich am Sonntag sehen lassen (45,5 Prozent/5 von 11).

Nach dem dritten Dreiertreffer von Eisbären-Guard Jamison Brewer führte der Playoff-Viertelfinalist der Vorsaison mit 71:64 (35.). Die 46ers, die in Hälfte zwei einen hervorragenden Job beim Rebounding ablieferten, gaben sich jedoch nicht geschlagen. Und nach einem Ballgewinn von Maurice Jeffers und den darauf folgenden Fastbreakpunkten des Forwards war das Harmsen-Team tatsächlich wieder in Schlagdistanz (71:73/39.).

In einer dramatischen Schlussphase erzielte Wayne Bernard nach einem Offensivrebound von Elvir Ovcina 37 Sekunden vor dem Ende mit einem Dreier aus der Ecke den Ausgleich (76:76). Nach einem Dunking von Anthony Smith, einem Offensivfoul von "Moe" Jeffers und Freiwurftreffern von Smith schien die Partie 15 Sekunden vor dem Ende entschieden zu sein (80:76), doch Wayne Bernard wurde zwölf Sekunden vor Spielschluss bei einem Dreier gefoult und wahrte die Siegchance mit drei verwandelten Freiwürfen (80:79).

Nach einem schnellen Foul an Anthony Smith brachte dieser sein Team von der Linie wieder mit drei Punkten Differenz in Front (82:79, Restspielzeit 10,7 Sekunden). Der finale Dreierversuch von Maurice Jeffers in der Schluss-Sekunde prallte vom Ring ab und besiegelte die schmerzhafte Niederlage, nach der die LTi 46ers dennoch hoch erhobenen Hauptes die Heimreise antreten konnten.

„Es war nicht leicht, ohne Radenko und Achmadschah offensiv die Kontrolle zu behalten. Wir haben aber trotzdem gut zusammengespielt, in der zweiten Halbzeit auch gute Situationen im Fastbreak gehabt. Wir hätten den Ball nur noch ein wenig mehr unter den Korb spielen müssen. Defensiv haben wir dem Gegner dessen Stärke, das Innenspiel, größtenteils weggenommen. Dafür hatten wir Probleme mit den Außenspielern, die teilweise auch schwierige Dreier getroffen haben. Die Dreier von Brewer und Smith haben uns weh getan, bei Everett wussten wir, dass er ein starker Schütze ist“, bilanzierte Björn Harmsen, der mit seinem Team am kommenden Samstag (29. Oktober) zuhause auf die BG Göttingen trifft. Spielbeginn ist um 20 Uhr in der Sporthalle Ost.

Punkteverteilung LTi 46ers: Ovcina (22), Stewart (16), Jeffers (16), Bernard (13), Archibong (7), Oehle (2), Nikagbatse (2), Djurasovic (1), Perl (0), Zazai, Turudic (beide n. e.).
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