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Ludwigsburg benötigt klare Signale der Stadt

Ludwigsburg benötigt klare Signale der Stadt

Alexander Reil, 1. Vorsitzender des Beko Basketball-Bundesligisten EnBW Ludwigsburg, hätte in diesen Tagen allen Grund dazu, das sportliche Abschneiden seines Klubs in vollen Zügen zu genießen. Nach dem 100:92-Erfolg über Phoenix Hagen befinden sich die Barockstädter ...
image_1299062658575.jpeg... mit 26:22 Punkten als Tabellenachter der Beko BBL auf Playoff-Kurs – und die Leistungsentwicklung der Mannschaft von Headcoach Markus Jochum lässt darauf schließen, dass für die Schwaben nach dem Ende der 34 Spieltage umfassenden Hauptrunde noch längst nicht Schluss sein muss.

Erinnerungen an die Saison 2006/2007 werden wach – damals erreichten Jerry Green & Co. das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft und scheiterten in der Runde der letzten Vier mit 1:3 am späteren Meister Brose Baskets. Es war der bislang größte Erfolg in der Klub-Historie.

Während es sportlich nach Wunsch läuft, könnte eine baldige Entscheidung des Gemeinderats dem Klub-Chef Kopfzerbrechen bereiten. Sollte das Stromnetz, das bislang in der Hand des Energieversorgers EnBW liegt, im kommenden Jahr tatsächlich voll umfänglich an die Stadtwerke vergeben werden, befürchtet Reil erhebliche Auswirkungen auf den Basketball-Spitzen- und Breitensport in Ludwigsburg – betroffen wäre dann auch die Arena in Ludwigsburg.

„Ohne adäquaten Ersatz könnten wir uns von sportlichen Ambitionen verabschieden“

„Sollte unser Hauptsponsor und Namensgeber EnBW nicht mehr zum Zuge kommen, müssen wir uns wohl darauf einstellen, dass unser Partner sein Sport-Sponsoring zumindest in Frage stellt“, erklärt Reil. Einen Rückzug des Hauptsponsors möchte Reil nicht ausschließen. „Sollte dies der Fall sein und wir keinen adäquaten Ersatz finden, können wir uns von den sportlichen Ambitionen verabschieden. Ohne einen wichtigen Partner mittelfristig erfolgreich zu sein, ist unter den dann obwaltenden Rahmenbedingungen wohl nicht mehr möglich“, lautet die Einschätzung des 1. Vorsitzenden, der zugleich dem Lizenzligaausschuss der Beko BBL vorsteht.

Und in dieser Funktion weiß Reil um die Budgets der 18 Klubs. Derzeit beträgt der Durchschnitts-Etat eines Erstligisten rund drei Millionen Euro – wobei die Ludwigsburger aktuell deutlich nicht zur oberen Hälfte gehören. Würden die Zuwendungen des größten Geldgebers ausbleiben müssten die Schwaben, deren sportlicher Höhenflug dazu beiträgt, dass die neue Arena nicht nur gut besucht ist, sonder auch zusätzliche Werbeeinnahmen generiert, „kleinere Brötchen backen“, wie Reil es formuliert.

Weiter in der Beletage, aber zu welchen Bedingungen?

Zwar könnten die Ludwigsburger weiter in der Beletage mitspielen, „allerdings wären wir dann gezwungen, massiv Einsparungen auf allen Ebenen vorzunehmen. Sei es bei der Nachwuchsförderung im Spitzen- und Breitensportbereich, beim Spieleretat oder in anderen Bereichen. Ob wir unter diesem Umständen jedoch wettbewerbsfähig sei können, muss in Frage gestellt werden.“ Bislang haben die Schwaben das Lizenzierungsverfahren der Beko BBL stets ohne jede Beanstandung überstanden. Nicht zuletzt, weil sich Reil auf diesen starken Partner, der mit seinem Engagement maßgeblich zur Professionalisierung des Klubs beigetragen hat, verlassen konnte und kann. Denn der Vertrag der Erstliga-Basketballer mit der EnBW läuft noch bis zum Ende der Saison 2011/2012. Doch Reil muss als verantwortungsvoller Klub-Vorsitzender die möglichen Szenarien durchspielen – auch für den denkbar schlechtesten Fall.

„Es wäre schade, wenn die bisher geleistete Arbeit ins Stocken geraten würde“

Reil, der dem Erstligisten seit vielen Jahren vorsteht und der für seine sehr seriöse, solide und vorausschauende Finanzpolitik bekannt ist, weiß zwar, „dass Sponsorships nicht ewig halten“. Und er akzeptiert auch, „dass die Entscheidung der Stadt unabhängig von den Sponsoringaktivitäten getroffen wird“. Gleichwohl fordert der diplomierte Kaufmann, auch die Konsequenzen einer solchen Entscheidung zu berücksichtigen. „Um den Standort Ludwigsburg im Wettbewerb mit den anderen Erstligisten zukunftsfähig zu gestalten, benötigt der Verein klare Signale von der Stadt. Doch die sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu erkennen.“

Jan Pommer, Geschäftsführer der Beko BBL, würde es bedauern, wenn der Klub durch den Rückzug des Namenssponsors in seiner Entwicklung zurückgeworfen würde: „In Ludwigsburg wurde und wird exzellente Arbeit geleistet. Mit dem Bau der neuen Arena wurde zudem ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Zukunftssicherung gemacht. Es wäre schade, wenn die bisher geleistete Arbeit ins Stocken geraten würde.“
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