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Ludwigsburg zwingt ALBA BERLIN in die Knie

Ludwigsburg zwingt ALBA BERLIN in die Knie

Es war das erhoffte Spektakel in der Arena Ludwigsburg. Am Samstagabend besiegten die Gelben Riesen aus der Barockstadt das Spitzenteam von ALBA BERLIN nach Verlängerung mit 89:84 (40:34, 78:78) und sorgten damit für überschwänglichen Jubel bei den 4.521 restlos begeisterten Zuschauern. Die Mannschaft von Markus Jochum zeigte gegen die Hauptstädter eine beeindruckende kämpferische Leistung und präsentierte sich dabei als verschworene Gemeinschaft. Topscorer war einmal mehr Alex Harris mit 19 Zählern, während John Bowler mit zahlreichen „Hustle-Plays“ und unerbittlichem Einsatz für Stimmung sorgte, Donatas Zavackas ein sensationelles Vierpunktspiel erzielte und Jerry Green am Ende Verantwortung übernahm um in der Schlussphase die entscheidenden Punkte zu markierte.
Nachdem er kurz vor dem Sprungball, den John Bowler gegen den 11cm größeren Patrick Femerling für sich entscheiden konnte, noch von der gesamten Arena ein Geburtstagsständchen gesungen bekam, sorgte Jerry Green mit vier Zählern für einen gelungenen Start der Hausherren in die lang erwartete Partie gegen ALBA BERLIN. Selbstbewusst und bis in die Haarspitzen motiviert bot Ludwigsburg dem Favoriten von Anfang an Paroli. Fünf Bowler-Punkte sowie ein erfolgreicher Dreier durch Alex Harris ließen das EnBW-Team nach fünf Minuten gar mit 12:6 in Führung gehen, ehe Julius Jenkins allmählich seinen Rhythmus finden konnte und Markus Jochum seine Mannschaft nach sieben Minuten erstmals zu einer Auszeit auf die Bank holen musste. Dies tat der guten Stimmung in der Halle jedoch keinen Abbruch. Das Ludwigsburger Publikum stand weiterhin wie ein sechster Mann hinter seinem Team und so blieb man bis kurz vor Ende des ersten Viertels mit 17:16 in Front. John Bowler holte sich bei seiner Auswechslung wenig später seinen wohlverdienten Sonderapplaus ab, hatte der Centerspieler doch wieder einmal wahre Schwerstarbeit unter den Körben verrichtet und die fehlende Körpergröße durch sein großes Herz wett gemacht. Die Nationalspieler Yassin Idbihi und Lucca Staiger sorgten zwar für einen Berliner 20:17 Vorsprung nach den ersten zehn Minuten, die 4.521 Zuschauer in der Arena Ludwigsburg zeigten sich jedoch sehr zufrieden mit dem Auftritt ihrer Mannschaft und verabschiedeten die Gelben Riesen mit viel Applaus in die Viertelpause.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts waren nun die Gäste am Drücker und setzten sich durch Punkte von Staiger und McElroy erstmals etwas ab (25:17). Siim-Sander Vene stoppte den Zwischenspurt der Hauptstädter per Dreier, Ludwigsburg schaffte es in dieser Phase allerdings nicht die Albatrosse entscheidend zu stoppen und so konnte Staiger zum dritten Mal frei von der Dreierlinie vollenden. Donatas Zavackas brachte die Barockstädter mit seiner Aggressivität jedoch schnell wieder zurück in die Spur, sodass Rick Rickert nach sechs Minuten den 30:30 Ausgleich herstellen konnte. Anschließend war es dann Alex Harris, der die Barockstädter mit seinem Spielwitz weiter nach vorne trieb, ehe David McCray in seiner unnachahmlichen Art zum Korb zog um per Lay-Up den 40:34 Halbzeitstand zu erzielen. Euphorisch wurden die Gastgeber anschließend in die Kabine begleitet, hatten die Ludwigsburger Zuschauer dank der starken Leistung des EnBW-Teams doch auch allen Grund zu Freude über die ersten zwanzig Minuten.

Jubeln durften die Fans auch gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs wieder, stand John Bowler doch weiter unter Strom und erkämpfte sich gegen drei Berliner den Ball, ehe er im nächsten Angriff per Dunking abschließen konnte. Der Amerikaner war es wenig später auch, der mit zwei weiteren Zählern für einen 46:34 Zwischenstand nach drei Minuten sorgte, sodass sich Gästetrainer Muli Katzurin bereits zu diesem frühen Zeitpunkt zu seiner ersten Auszeit gezwungen sah. Julius Jenkins stoppte den 6-0 Lauf der Hausherren anschließend per Dreier, die Barockstädter waren jedoch weiterhin oben auf und fanden durch einen Distanztreffer von Alex Harris die passende Antwort. Jenkins kassierte zudem sein viertes persönliches Foul, während Lucca Staiger erst von Toby Bailey geblockt wurde und sich direkt im Anschluss mit einem unsportlichen Foul revanchierte. So konnten die Barockstädter ihre Führung letztlich bis zum Viertelende behaupten und es ging beim Stand von 60:50 in die letzten zehn Minuten.

Hier legten die Gäste nun einen Gang zu. Schnell verkürzte ALBA auf 62:56, ehe Dreier von Tadija Dragicevic und Immanuel McElroy die Führung nach nicht einmal ganz vier Minuten egalisiert hatten. Die Berliner waren drauf und dran die Partie zu drehen und gingen nach vier Punkten von Derrick Allen erstmals seit dem zweiten Viertel in Führung (68:66). Ludwigsburg hatte jedoch die passende Antwort und kam durch Harris und Zavackas zu wichtigen Zählern. Drei Minuten vor dem Ende nahmen die Gäste eine Auszeit und kamen anschließend durch Julius Jenkins zum erneuten Ausgleich, kurz darauf kassierte der ehemalige MVP allerdings sein fünftes persönliches Foul und musste die Partie somit vorzeitig verlassen. Nichtsdestotrotz sorgte Bryce Taylor mit zwei erfolgreichen Freiwürfen für eine knappe Berliner Führung (72:70), ehe Donatas Zavackas die elektrisierten Zuschauer mit einem sensationellen Vierpunktspiel von ihren Sitzen riss. Die Schlussminute war dann an Spannung kaum mehr zu überbieten. Nachdem Jerry Green die Hausherren mit 76:74 in Front geschossen hatte, trafen Bailey und Zavackas nur zwei von vier Freiwürfen, sodass Berlin bei noch gut 13 Sekunden zu spielen und zwei Punkten Rückstand noch alles in der Hand hatte. Letztlich nutzten die Gäste ihre Chance um sich mit einem Dunking von Bryce Taylor in die Verlängerung zu retten, sodass die Nerven der EnBW-Fans noch einmal fünf Minuten länger strapaziert wurden.

In der Extrazeit ging es dann mit hohem Tempo weiter. Green und Harris brachten Ludwigsburg prompt in Führung, ALBA ließ sich jedoch nicht abschütteln und so verkürzte Marko Marinovic 90 Sekunden vor Schluss auf 85:84. Nun übernahm der Kapitän Verantwortung. Bei seinem Dreierversuch blieb Jerry Green zunächst noch ohne Erfolg, nach einem Offensivrebound kam der Ludwigsburger Spielmacher allerdings erneut in Ballbesitz und dieses Mal war Green nicht mehr aufzuhalten. Gegen gleich drei Verteidiger traf der MVP von 2007 im nach hinten Fallen zum 87:84 und sorgte damit für grenzenlose Begeisterung auf den Rängen. Lucca Staiger vergab anschließend von der Dreierlinie, da jedoch auch Toby Baileys Versuch aus der Distanz nicht von Erfolg gekrönt war, hatte der deutsche Nationalspieler kurz vor Schluss erneut die Chance für den Ausgleich zu sorgen. Doch auch dieses Mal blieb Staiger glücklos, sodass Rick Rickert neun Sekunden vor dem Ende an der Freiwurflinie die Entscheidung in den Händen hielt. Der Centerspieler blieb cool und verwandelte beide Versuche zum 89:84. Damit war die Sensation perfekt. Die EnBW Ludwigsburg, letzte Woche im Derby gegen Tübingen noch arg unter die Räder gekommen, stürzt ALBA BERLIN damit weiter in die Krise und fügte den Hauptstädtern am Samstagabend die dritte Niederlage innerhalb von sieben Tagen zu. Für die Barockstädter war es ein wichtiger Schritt in Richtung Playoffs, daher wurde nach dem Spiel ausgelassen gefeiert. Die 4.521 Zuschauer in der Arena Ludwigsburg hatten ein echtes Spektakel erlebt, hatte das Highlightspiel gegen den achtfachen Deutschen Meister doch am Ende alle Erwartungen mehr als erfüllt.

Headcoach EnBW Ludwigsburg Markus Jochum:
„Das war ein ganz großer und wichtiger Sieg für uns, vor allem nach dem Tübingen-Spiel letzte Woche. Wir haben heute von Anfang an das Heft in die Hand genommen und nicht nur reagiert wie gegen Bamberg und Artland. ALBA hat Zwischendurch zwar einen Lauf gehabt, wir haben es jedoch geschafft zurückzukommen und haben einen Weg gefunden das Spiel zu gewinnen. Ich bin stolz und sehr zufrieden mit dem gesamten Spiel. Es war ein wichtiger Schritt in Richtung Playoffs, wir haben alles weiter selbst in der Hand.“

Headcoach ALBA BERLIN Muli Katzurin:
„Gratulation an Ludwigsburg, sie haben eine gute Leistung abgeliefert. Wir haben heute nicht besonders clever gespielt und zu viele schlechte Entscheidungen getroffen. Hinzu kamen viele einfache Fehler, besonders auch in der Verteidigung. Jetzt wird sich der Charakter dieser Mannschaft zeigen, mit der Einstellung heute konnte ich jedenfalls nicht zufrieden sein.“

Die Viertel im Überblick: 17:20 23:14 20:16 18:28 11:6

Statistik:
Scorer Ludwigsburg:
Harris (19, 5 Rebounds), Green (16), Zavackas (14, 4 Assists), Bowler (14, 5 Rebounds, 5 Assists), Rickert (11, 5 Rebounds), Bailey (6, 8 Rebounds, 2 Blocks), Vene (5), McCray (2, 4 Assists), Lischka (2), Bekteshi (n.e.), Koch (n.e.), Michalczyk (n.e.)

Scorer Berlin:
McElroy (16, 5 Rebounds), Allen (14, 5 Rebounds), Jenkins (12), Taylor (10, 10 Rebounds), Marinovic (8), Staiger (8), Idbihi (7), Dragicevic (7), Femerling (2), Schultze (0), Schaffartzik (0)
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