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Mit Niederlage in Berlin ab in die Sommerpause

Mit Niederlage in Berlin ab in die Sommerpause

Mit einer 76:88 (33:40)-Auswärtsniederlage haben die WALTER Tigers Tübingen ihr letztes Saisonspiel beim Tabellendritten ALBA BERLIN nach einer guten Leistung verloren. Vor 9444 Zuschauern in der O2 World warfen die Schützlinge von Trainer Igor Perovic nochmals alles in die Waagschale und verlangten dem hohen Favoriten phasenweise alles ab. Verletzungsbedingt musste der Tübinger Übungsleiter dabei auf Kapitän Jay Thomas (Rücken) und Radovan Markovic (Leiste) verzichten.
Sein Gegenüber Muli Katzurin auf Immanuel McElroy (Rücken). Beste Spieler in der Begegnung waren die beiden Bigmen auf beiden Seiten. Tübingens Anatoly Kashirov gelangen 20 Punkte und sieben Rebounds, sein Kontrahent im gelben Trikot Miroslav Raduljica kam sogar auf 23 Punkte und acht Rebounds. Mit der Niederlage in Berlin und dem gleichzeitigen Sieg der Hagener gegen Gießen (83:73) rutschten die Schwaben nach der Hauptrunde noch auf den zwölften Tabellenplatz ab. Dennoch können die Neckarstädter mit dieser Spielzeit im deutschen Basketball-Oberhaus zufrieden sein.

Besonders im ersten Viertel zeigte die Perovic-Truppe eine beherzte und auch spielerisch gute Leistung. Bis zum 10:9 aus Sicht der Gäste wechselte die Führung satte sechs Mal – und es waren erst 200 Sekunden gespielt. Mit dem letzten Führungswechsel durch den diesmal nicht gut aufgelegten Chris Oliver starteten die Gäste einen 8:0-Lauf zum 16:9 (6. Minute). Dazwischen blockte Kashirov Berlins Aufbauspieler Taylor Rochestie posterreif. Anschließend erhöhten die Hauptstädter die Intensität und legten ihrerseits einen 9:0-Run bis zur Schlussminute des ersten Spielabschnitts hin. Mit dem Spielstand von 18:18 ging es dann in die zweiten zehn Minuten.

In seinem wohl letzten Spiel für die Schwaben eröffnete Branislav Ratkovica mit einem erfolgreichen Dreier das zweite Viertel. Im weiteren Spielverlauf gelangen dem 25-Jährigen weitere zwei Dreier ohne Fehlversuch, dazu 14 Punkte und neun Assists. Ratkovica empfahl sich somit für höhere Aufgaben in der nächsten Saison. Nationalspieler Lucca Staiger konterte aber umgehend mit seinem Paradewurf jenseits der 6,75 Meter Linie zum 21:21-Ausgleich (12.). Nach vier weiteren Punkten von Oliver zum 25:21 (13.) schalteten die Hausherren bis zur Halbzeit einen Gang höher und zwangen die Gäste vermehrt zu Fehlern. In der Offensive konnten die Schwaben sich nicht mehr wie noch zu Beginn erfolgreich durchtanken und in der Defensive waren sie oftmals nur zweiter Sieger. Ein weiterer 9:0-Lauf der Berliner führte zum 30:25 aus Sicht der Katzurin-Truppe (17.). Mit einem durchaus akzeptablen Rückstand von sieben Punkten (33:40) gingen beide Teams in die Halbzeitpause.

Im dritten Viertel sahen die Zuschauer dann, warum die Berliner in den Play-offs sind und die Tübinger nicht. Die Hauptstädter spielten nun sehr schnellen Basketball und verteidigten phasenweise über das gesamte Spielfeld. Mit 26:17 musste die Perovic-Truppe das Viertel nach der Halbzeitpause abgeben und ermöglichte dem Tabellendritten einen komfortablen Vorsprung von 16 Punkten für den letzten Spielabschnitt. Highlight war ein spektakulärer Dunking von Bryce Taylor zum 57:43 in der 27. Minute.

Im Schlussabschnitt verteidigten die Berliner ihre Führung souverän bis zum Spielende. Jedoch gelang es der Katzurin-Truppe nicht, einen noch höheren Vorsprung herauszuspielen. Die Tübinger gaben nie auf und ließen sich keineswegs hängen. In der 33. Minute erzielte Rückkehrer Johannes Herber seine ersten beiden Zähler zum 55:68. Insgesamt hatte der ehemalige Nationalspieler einen schweren Stand in der Partie. Er konnte wenige Akzente setzen und hatte auch kein Wurfglück. 120 Sekunden später musste er dazu auf der Bank Platz nehmen, als er nach einem Foul am starken Raduljica neben seinem vierten Foul auch noch ein technisches Foul der Unparteiischen aufgebrummt bekam – der Arbeitstag des 28-Jährigen war somit vorzeitig beendet. Hervorzuheben in den letzten Minuten der Saison für die Schwaben war Clifford Crawford, der immer wieder energisch zum Korb zog und auf insgesamt neun Punkte kam. Den letzten Korb der Partie erzielte Dane Watts zum 76:88-Endergebnis. Der 26-jährige US-Amerikaner kam auf gute 17 Punkten und acht Rebounds. Die etwa 80 Tübinger Fans verabschiedeten im Anschluss ihre Lieblinge in die lange basketballlose Sommerpause. An dieser Stelle bedankt sich die Mannschaft für die tolle Unterstützung in Berlin und während der gesamten Spielzeit 2010/2011.

Dschungelgeflüster

Wiedersehen: Nach einer nicht endenden zehnstündigen Anreise von Tübingen nach Berlin erreichte der Tübinger Mannschaftsbus kurz vor 20 Uhr direkt die O2 World. Vor Ort war dabei schon der ehemalige Tübinger Co-Trainer Mauricio Parra, der seit dieser Saison im Trainerteam von ALBA BERLIN arbeitet. Der 38-Jährige ist für die individualtaktische Vorbereitung der Gegner zuständig und leitet außerdem im Nachwuchsbereich das Individualtraining der Spieler der Pro B-Mannschaft sowie des NBBL-Teams. Fällt der Name ALBA, gerät der Spanier ins Schwärmen. „Das Programm von ALBA BERLIN ist natürlich außergewöhnlich. Hier wird sehr hart am Erfolg gearbeitet, die Bedingungen sind Extraklasse“, so Parra, der hofft, im nächsten Jahr Co-Trainer auf der Bank zu sein. „Das wäre ein Traum“, sagte Parra, dessen Vertrag nach dieser Spielzeit endet.

Umgezogen: Johannes Herber spielte bekanntlich vor dieser Saison bei den Berlinern. Seine Wohnung im Stadtteil Prenzlauer Berg hat der 28-Jährige nach seinem Umzug nach Tübingen aber nicht aufgegeben. So war das letzte Saisonspiel an alter Wirkungsstätte äußerst praktisch für den erneuten Umzug nach Berlin. Herbers Sachen wurden im Teambus nach Berlin mitgenommen, während die Mannschaft am Freitagabend trainierte, brachte der Tübinger Anhang die Sachen in die Wohnung.

Alte Kumpels: Nach dem Abendessen verabschiedete sich Chris Oliver umgehend. Der Grund saß im Hoteleingang: Taylor Rochestie. Mit seinem US-amerikanischen Landsmann spielte Oliver in der vergangenen Spielzeit noch für die BG Göttingen und gewann mit den Niedersachsen den EuroChallenge Cup. Während es Oliver nach Tübingen verschlug, wechselte Rochestie zunächst zu Galatasaray Istanbul, bevor ihn die Berliner zurück in die Beko BBL holten. Mit Erfolg: Mit Rochestie spielen die Albatrosse konstanter und wollen in den Play-offs ein Wort um die Meisterschaft mitreden.

Informativ: Seit der Wiedervereinigung hat sich in Berlin viel getan und noch mehr verändert. Doch über die Geschichte der Stadt konnte Tigers-Busfahrer Theo Klein auf der Hinfahrt und später vor Ort so einiges erzählen, was viele der Tübinger sicherlich noch nicht wussten. Der 60-Jährige lebte in den 70er Jahren mehrere Jahre in der Spreestadt und fuhr im Stadtverkehr für die Berliner Verkehrs Gesellschaft (BVG). Damals jedoch nur auf der Westseite. Wenige Meter weiter im ehemaligen „Todesstreifen“ steht mittlerweile die O2 World in ihrer ganzen Pracht. Zwischen der Spree und der Arena stehen immer noch Mauerreste entlang der Mühlenstraße – ein absolute Touristenattraktion.

Unterstützung: Zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere rutschte Youngster Akeem Vargas in die Starting-Five und machte seine Sache insgesamt sehr ordentlich. Gegen Rochestie verteidigte er gut, zudem gelangen Vargas zwei Punkte in beachtlichen zwölf Minuten Spielzeit. Dabei erhielt der 20-Jährige prominente Unterstützung. Jamar Walker, Sohn von Schauspielerin Ann-Sophie Briest, saß im gelben Vargas-Trikot auf der Haupttribüne und drückte seinem Freund die Daumen. Der 13-Jährige ging wie Vargas ein Jahr auf das Internat der Urspringschule und freundete sich in dieser Zeit mit dem Tübinger Youngster an. Weiterer Promi in der O2 World: war Handballikone Stefan Kretzschmar.
Urlaub & Heimat: Die Hälfte der Mannschaft blieb nach der Partie gleich in der Berlin und genießt noch über die schönen Ostertage die Bundeshauptstadt von ihrer besten Seite. So erkundigte sich Dane Watts bei seinem Teamkollegen Herber, welche Attraktionen unbedingt besucht werden sollten. Herber empfahl insbesondere die Stationen Siegessäule, Reichstag, Brandenburger Tor, Unter den Linden sowie das eine oder andere Museum. Hingegen geht es für Mladen Lukic schon am Sonntag in die Heimat. Clifford Crawford reist am Montag ab, Anatoly Kashirov und Radovan Markovic folgen dann am Dienstag und Chris Oliver am Donnerstag. Dane Watts wird noch eine Zeit in Tübingen bleiben, Branislav Ratkovica unterzieht sich am Dienstag einer Operation in der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik am Tübinger Universitätsklinikum.

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