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Negativtrend mit Auswärtssieg beim MBC beendet

Negativtrend mit Auswärtssieg beim MBC beendet

Endlich. Die WALTER Tigers Tübingen habe die lange Durststrecke von sechs Begegnungen ohne Punktgewinn mit einem 79:57-Auswärtssieg beim Mitteldeutschen BC erfolgreich beendet. Vor 2350 Zuschauern in der Stadthalle zu Weißenfels war Tigers-Center Anatoly Kashirov mit 20 Zählern Topscorer der Partie. Ebenfalls eine starke Leistung konnte Chris Oliver abrufen. Dem 25-jährigen US-Amerikaner gelangen 17 Punkte und 17 Rebounds. So war Tigers-Cheftrainer Igor Perovic nach der Partie sehr erleichtert und glücklich, dass die Mannschaft mit einer geschlossen Leistung den Negativtrend der letzten Wochen eindrucksvoll gestoppt hat.
„Vor dem Spiel hatte ich ein wenig Angst, dass wir aus unserem Loch nicht herauskommen. Doch wir haben über 40 Minuten eine solide Vorstellung gezeigt und die Begegnung klar zu unseren Gunsten entschieden“, sagte Perovic, der gleichzeitig schon auf das nächste Spiel am Sonntag blickt. „Wir wollen auch gegen Bremerhaven überzeugen und unseren Fans im letzten Heimspiel der Saison einen Sieg schenken“, so der 37-Jährige. Allerdings ist festzuhalten, dass der MBC keinen guten Tag erwischte und wohl an dem immensen Druck im Kampf um den Klassenerhalt wie gelähmt chancenlos wirkte.

Schon der Blick auf den Statistikzettel macht deutlich, mit welchen Problemen die Wölfe zu kämpfen hatten. Nur 19 von 59 Wurfversuchen (32%) fanden ihr Ziel, dazu offenbarten die Truppe von Trainer Anton Mirolybov große Probleme beim Rebound. 15 Defensivrebounds weniger (26 zu 41) ermöglichte es den Schwaben, oftmals einen zweiten Wurfversuch erfolgreich abzuschließen. Oftmals gelang dies dann auch.

Schon im ersten Viertel zeigte sich, dass die Tübinger gewillt waren, dieses Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Nach zwei erfolgreichen Freiwürfen von Johnnie Gilbert setzte Oliver mit einem Dreier die ersten Duftmarke des Spiels (1.). Nach der 7:5-Führung durch Guido Grünheid forcierten die Schwaben das Tempo und übernahmen nach drei Punkten von Kashirov mit 8:7 die Führung. Diese gaben die Gäste bis zum Schlusspfiff nicht wieder ab. Mit einer 19:11-Führung gingen die WALTER Tigers Tübingen in die zweiten 20 Minuten. Auffälligster Tübinger war bis dahin Kashirov mit sieben Zählern, der MBC offenbarte schon in der Anfangsphase enorme Probleme beim Abschluss.

Gleiches Bild im zweiten Spielabschnitt, die Tigers spielten souverän ihre Systeme durch und ließen sich auch nicht durch etwas stärker werdende Wölfe aus dem Konzept bringen. Besonders Velimir Radinovic (sechs Punkte) und Sacha Leutloff (vier) gelangen einige gute Aktionen für die abstiegsbedrohten Sachsen-Anhaltiner. Mladen Lukic gelang mit einem krachenden Dunking die ersten zwei Punkte für die Tübinger (25:11, 12. Minute). Näher wie sieben Punkte (25:32, 18.) kam der MBC jedoch nicht heran, mit einem 35:27-Vorsprung gingen beide Teams nach 20 gespielten Minuten in die Halbzeitpause.

Mit zwei schnellen Körben durch Kashirov und Oliver machten die Raubkatzen des Dschungels den Wölfen schnell klar, dass sie die Begegnung als Sieger verlassen wollten (39:27, 21.). Der Vorsprung gestaltete sich aus Tübinger Sicht bis zur 28. Spielminute konstant über sieben Punkte. Mit einem 6:1-Schlussspurt in den letzten 120 Sekunden des dritten Viertels wuchs der Rückstand des MBC auf 14 Punkte (40:54) an. Vor allem der zuletzt formschwache Branislav Ratkovica setzte seine Mitspieler immer wieder gekonnt in Szene. Insgesamt kam der 25-Jährige auf sechs Punkte und sechs Assists, dazu spielte er sehr mannschaftsdienlich.

Erneut gelang den Schwaben ein guter Start ins Viertel. Durch vier Zähler von Watts und zwei von Oliver vergrößerte sich der Tübinger Vorsprung erstmals auf 20 Punkte (60:40, 32.). Der Wille der Wölfe war nur endgültig gebrochen und die Perovic-Schützlinge kamen im Schlussabschnitt zu vielen leichten Punkten. Mit 25:17 entschieden die Gäste die letzten zehn Spielminuten für sich. Johannes Herber traf zwei freie Dreier, Ratkovica gelang ein schöner Tip-in und Ruben Spoden traf einen Distanzwurf zum 78:57 – das Spiel war endgültig entschieden, ganz zur Enttäuschung der pfeifenden Wölfe-Fans. Zum Schluss gab es noch eine unschöne Szene, als Davon Roberts Gegenspieler Clifford Crawford beim Korbleger mit einem unsportlichen Foul stoppte – in dieser Aktion kam wohl der gesamte Frust über die eigene Leistung des MBC zum Ausdruck. Crawford traf einen seiner zwei Freiwürfe zum 79:57-Endstand.

Dschungelgeflüster

Hexenschuss: Tigers-Cheftrainer Igor Perovic war bei der Partie in Weißenfels auf sich alleine gestellt. Der Grund: Co-Trainer Radisa Zdravkovic erlitt im Training am Donnerstagabend einen Hexenschuss und konnte die Reise nach Sachsen-Anhalt krankheitsbedingt erst gar nicht mit antreten. Nach ärztlicher und physiotherapeutischer Behandlung des medizinischen Teams der Tübinger geht es dem 34-Jährigen inzwischen aber wieder besser. Zdravkovic hofft indes, dass er Perovic am Sonntag im Spiel gegen die Eisbären Bremerhaven wieder von der Seitenlinie unterstützen kann.

Eingesprungen: Perovic war beim Spiel also ohne die Hilfe seiner rechten Hand Zdravkovic angewiesen. Seine Position versuchte Clifford Crawford ein wenig zu übernehmen. Immer wieder suchte der 37-Jährige das Gespräch mit seinem Routinier und holte sich wertvolle Tipps aus Sicht des Spielers ab. Ohnehin plant Crawford nach seiner aktiven Karriere die Trainerlaufbahn einzuschlagen. „Ich möchte sehr gerne Trainer werden und meine Erfahrungen an junge Spieler weitergeben“, so Crawford.

Alte Kumpels: Für Tigers-Center Anatoly Kashirov war es die Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Der 23-Jährige spielte bekanntlich in der Vorsaison noch für die Wölfe. Dementsprechend war die Freude groß auf das Wiedersehen mit den alten Weggefährten um Radenko Pilcevic, Guido Grünheid, Sascha Leutloff, Velimir Radinovic und Wayne Bernard. Mit Pilcevic unterhielt sich Kashirov bei der Ankunft im Hotel am Donnerstag noch lange über die alten Zeiten. „Ich hatte eine gute Zeit hier und hoffe, dass der MBC die Klasse hält“, so Kashirov und fügte hinzu, dass es für ihn aufgrund der Vorgeschichte ein besonderes Spiel war. Mit seiner Leistung (20 Punkte) und dem Tübinger Sieg wird es für den MBC nun aber sehr schwer die Klasse zu halten.

Gewusst?: In Sportlerkreisen ist die Stadt Weißenfels an der Saale sicher bekannt für ihre Korbjäger in der Beko Basketball Bundesliga. Was viele wohl nicht wissen, Schalke-Boss Clemens Tönnies, der besonders durch die Personalie „Felix Magath“ zuletzt in den Schlagzeilen auffiel, betreibt mit seiner Firma B. & C. Tönnies Fleischwerk eines der größten Schlachtzentren Europas in Weißenfels und ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.
Alle eingesetzt: Beim verdienten und souveränen 79:57-Auswärtssieg durften alle Spieler ihr Können zeigen und verdienten sich Minuten. Perovic bedankte sich bei seinen Schützlingen mit einem Dankeschön, dass sie Charakter bewiesen haben und die Niederlagenserie von sechs Spielen gestoppt haben.

Nachgefragt: Beim Abschlusstraining am Mittag erkundigte sich der Tübinger Übungsleiter umgehend bei MBC-Interimstrainer Mirolybov über den Gesundheitsstand von Björn Harmsen. Leider konnte Mirolybov keine besseren Nachrichten übermitteln, dass Harmsen sich weiter in der Erholungsphase einer hartnäckigen Bauchspeicheldrüsenentzündung befindet. Wünschen wir ihm alles Gute und gute Besserung für eine baldige Rückkehr auf die Trainerbank.
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