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Ohlbrecht und Günther vs. Telekom Dome

Ohlbrecht und Günther vs. Telekom Dome

Die zwei Nationalspieler über ihre Beziehung zur Bonner Spielstätte. Am Sonntag treffen die Telekom Baskets daheim auf ratiopharm Ulm. Es ist mehr als das Aufeinandertreffen zwischen dem Tabellenelften und dem Rangdreizehnten der Beko Basketball Bundesliga.
image_1301044159578.jpegMit Robin Benzing und Per Günther (Ulm) sowie Tim Ohlbrecht (Bonn) werden gleich drei aktuelle Nationalspieler auf dem Parkett des Telekom Dome zu Werke gehen. Für die beiden Letztgenannten ist die Spielstätte auf dem Hardtberg etwas ganz Besonderes, wie sie im Vorfeld der Partie preisgaben.

Für den Aufbau der Gäste ist der Telekom Dome eng verknüpft mit besonders einschneidenden Erlebnissen in seiner noch jungen Karriere als Profibasketballer. Gleich in seiner ersten Saison für Ulm (2008/2009) kommt es in den Playoffs im Viertelfinale zum Aufeinandertreffen mit den Baskets - nach drei schnellen Spielen steht allerdings auch schon der verfrühte Urlaub an. Noch im gleichen Sommer kehrt Günther als Teil der Nationalmannschaft in den Telekom Dome zurück. Er ist einer der heißen Kandidaten auf ein Ticket für die Teilnahme an der Europameisterschaft. Aus der „jungen Generation" ist er der unbestrittene Vorreiter auf der Eins. Doch nach nur 1:19 Minuten im Freundschaftsspiel gegen Slowenien zieht sich der Point Guard einen Mittelfußbruch zu - EM adé. Ein knappes Jahr später gastieren die Adlerträger in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in der Türkei erneut im Telekom Dome. Wochenlang kursieren diverse Gerüchte umher, dass Günther einer der letzten Streichkandidaten ist, zumal mit Steffen Hamann und Heiko Schaffartzik zwei nominelle Einser gesetzt sind. Mit zehn Punkten und drei Assists in weniger als 15 Minuten gibt der Ulmer Youngster der Nationalmannschaft den vielleicht entscheidenden Schub, um Puerto Rico mit 97:74 auseinander zu schrauben. Bundestrainer Dirk Bauermann entschließt sich kurzerhand, Günther mit in die Türkei zu nehmen.

„Mein Verhältnis zum Telekom Dome ist mit einer gewissen Ambivalenz behaftet. Auf der einen Seite wegen der Verletzung, auf der anderen Seite wegen des gelösten Tickets zur WM. Aus Nationalmannschaft-Sicht hat mir die Halle also schon zwei Extreme beschert. In der Liga haben wir uns gegen Bonn regelmäßig Klatschen abgeholt - die Baskets scheinen uns einfach nicht zu liegen. Die Halle an sich ist super, ich mag die Körbe, und die Stimmung ist eigentlich immer gut. Das habe ich auch 2010 beim Beko BBL ALLSTAR Day erfahren dürfen. Wobei mir das Spiel gegen Puerto Rico natürlich am prägnantesten in Erinnerung geblieben ist. Wir waren mit der Nationalmannschaft schon länger zusammen, da bekommt man natürlich selbst ein Gefühl dafür, wer auf dem „hot seat" sitzt. In Bonn war der Wink mit dem Zaunpfahl dann auch ganz deutlich. Während Yassin (Idbihi) und Chris (McNaughton) sich auf der Anzeigetafel noch eine Spalte teilen mussten, wurde ich gar nicht erst aufgeführt. Meine Punkte sind dann später bei Philipp (Schwethelm) draufgepackt worden, deswegen war er auch unser „Topscorer". Auf der Bank war kein Platz für mich reserviert. Und als es in dem 12er-Wasserkasten keine Flasche mit meiner Nummer gab, sondern lediglich abseits eine Pulle für mich und Yassin platziert war, schien die Sache für mich eigentlich klar zu sein. Im Nachhinein habe ich in diese Dinge vielleicht etwas zu viel hinein interpretiert, aber in dem Moment achtet man natürlich auf solche Sachen. Daraufhin bin ich nicht mit dem Hintergedanken aufs Feld gegangen, dass ich mich hoffentlich nicht wieder verletzte. Vielmehr dachte ich: Vielleicht passiert ja was Verrücktes." Erst bist du wie totgesagt, dann machst du plötzlich ein richtig gutes Spiel und fährst zur Weltmeisterschaft - so ist Basketball."

Auch Tim Ohlbrecht hat schon einiges im Telekom Dome erlebt. Vor seiner Zeit im Rheinland mit den Brose Baskets aus Bamberg nicht gerade ein Freund der Südtribüne, hatte der Forward nach seiner Vertrags-Unterzeichnung bei den Baskets seinen ersten Auftritt auf dem Hardtberg mit der Nationalmannschaft. Während sich Per Günther am 2. September 2009 den Fuß bricht, wird Ohlbrecht erstmals in Bonn frenetisch umjubelt.

Mit drei Punkten - natürlich durch einen Dreier erzielt - und acht Rebounds liefert er eine durchweg solide Leistung ab und steht später in der festen Rotation des EM-Kaders. Nach der Europameisterschaft reißt er für die Baskets in der Saison 2009/2010 starke 10,5 Punkte und 4,2 Rebounds ab. Ausgerechnet gegen seinen alten Verein aus Bamberg werden in der ersten Playoff-Runde die Segel gestrichen - wenngleich sich der 22-Jährige mit 15,0 PpS und 5,7 RpS gegen die Niederlagen stemmt. Ehe er bei den Baskets in die Vorbereitung einsteigt, macht er sich mit der Nationalmannschaft für die WM fit. Beim Test gegen Puerto Rico ist er nicht nur Zeuge und Abnehmer von Günthers Assists, sondern gibt mit 18 Punkten, darunter vier von vier Dreier, den deutschen Topscorer und kommentiert seine Leistung auf der anschließenden Pressekonferenz, dass er wohl ein ganz gutes Händchen gehabt habe.

„In Bonn zu spielen, sei es noch in der Hardtberghalle oder jetzt im Telekom Dome, habe ich immer als sehr schwer empfunden. Wenn du als junger Spieler eines gegnerischen Team diese laute Masse um dich herum hast, wirkt das auf jeden Fall einschüchternd. Das hat es mir vor meiner Zeit bei den Baskets wirklich nicht leicht gemacht, jetzt puscht es mich eher. Der Dome an sich ist super, die Halle sieht von außen und innen super aus, die Stehplatztribüne auf der einen Seite sorgt immer für Stimmung. Ich mag es, dass die Fans nah am Geschehen dran sind. Andere Hallen, wie in beispielsweise in Berlin, sind mir zu groß, da verläuft sich vieles. Ich bin froh, dass dies unsere Heimhalle ist, denn ich mag hier wirklich gerne werfen. Es gibt Hallen, die geben dir einfach kein gutes Gefühl, oder der Kontrast zum Brett ist komisch. Hier in Bonn passt das alles sehr gut. Als ich damals mit der Nationalmannschaft gegen Slowenien mein erstes Spiel als Bonner im Telekom Dome hatte, bin ich von den Fans toll aufgenommen worden. Das war ein schönes Gefühl und hat meine Entscheidung hierher zu wechseln bestätigt. Dass ich letztes Jahr gegen Puerto Rico so ein Spiel raushauen würde, hat mich selbst überrascht. Aber es gibt diese seltenen Tage, da könntest du selbst mit geschlossenen Augen die Dinger reinwerfen. Ich weiß auch noch, dass ich Per gesagt habe, wenn er seine Leistung abruft, ist er ein Kandidat für den 12er-Kader. Und dann macht er so ein Bombenspiel..."

Die Tageskasse am Telekom Dome wird am Sonntag, 27.03.2011, um 15.30 Uhr öffnen. Tickets für das Spiel gegen Ulm gibt es zudem an allen Eventim-Vorverkaufsstellen, im Internet unter http://www.telekom-baskets-bonn.de/ oder über die Tickethoteline 01805 992219 (0,14 €/Min. aus d. dt. Festnetz. Mobil ggf. abweichend!).


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Quelle: Telekom Baskets Bonn
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