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Ohne Glück aus der Distanz

Ohne Glück aus der Distanz

Solche Tage gibt es beim Basketball einfach! Die Tübinger Scharfschützen erwischten gegen die favorisierten Artland Dragons einen rabenschwarzen Tag und trafen nur einen von 17 Distanzwurf-Versuchen. „Wir haben unseren Wurf heute einfach nicht gefunden! Das war der entscheidende Faktor!“, wusste auch ein enttäuschter Coach Igor Perovic. Nach einem guten Start nahm das Unheil seinen Lauf, obwohl die Gäste auch nicht den besten Tag erwischten und laut Dragons-Trainer Stefan Koch sehr ungenau und defensiv allenfalls akzeptabel gespielt haben. Selbst die 18 Quakenbrücker Ballverluste blieben am heutigen Abend ohne Konsequenz. Die Tigers wollen laut Perovic in der zweiwöchigen Pause Energie für die letzten Aufgaben tanken.
Beide Teams starteten nervös in das Spiel. Ein Korb von Anatoly Kashirov war in den ersten drei Minuten die einzige Aktion, die zu Veränderungen auf der Anzeigetafel führte. Die Hausherren sowie die Gäste zeigten sich zwar engagiert, aber erfolglos. Nach drei Minuten kassierte Branislav Ratkovica bereits Foul Nummer zwei und wurde auf die Bank zitiert, kurz darauf erzielten auch die Dragons die ersten Zähler des Spiels. Beide Teams agierten weiter recht wild – Ballverluste und Fehlwürfe gab es auf beiden Seiten. Zwei Zähler von Cliff Crawford und ein Distanzwurf von Johannes Herber brachten die Tiger in der sechsten Minute mit 11:5 in Front. Eine Führung, die die Tigers bis zum Ende des Viertels (21:15) halten konnten. Die vielen Foulpfiffe der Unparteiischen brachten zudem Hektik ins Spiel und sorgten dafür, dass vier Tiger nach dem intensiven ersten Viertel bereits jeweils zwei Fouls auf dem Buckel hatten.

Glücklicherweise hat Perovic mit Nicolai Simon einen weiteren Aufbauspieler im Kader, denn die foulbelasteten Ratkovica und Crawford blieben zunächst auf der Bank. Simon kämpfte wie gewohnt und zeigte auch gute Offensivaktionen. Bis zum 27:22 (13. Minute) blieb alles im grünen Bereich, doch dann riss der Faden im Spiel der Tiger, die vier Minuten ohne jeden Zähler blieben, in dieser Zeit aber elf Zähler der Drachen zuließen. Die Gäste traten offensiv nun deutlich variabler auf und verließen sich nicht nur auf ihre beiden Scorer des ersten Viertels (Nathan Peavy und Bryan Bailey). Perovic mühte sich und nahm zwei Auszeiten, die jedoch recht wirkungslos blieben. So ging es nach einem schwachen Viertel mit einem 30:35-Rückstand in die Halbzeitpause. Mit der Schlusssirene packte Kashirov noch einmal tief in die Trickkiste und blockte den Buzzerbeater von Ruben Boumtje Boumtje posterreif.

Viele Ballverluste auf beiden Seiten eröffneten die zweite Halbzeit. Die Tiger starteten gut und verkürzten bis zur 23. Minute auf 36:38. Ein Wahnsinns-Dreier von Tyrese Rice vom Parkplatz der Paul Horn-Arena und ein Eigenkorb von Dane Watts sorgten aber wieder für Ernüchterung bei den Tigern. Die Niedersachsen drückten nun kräftig aufs Tempo und schraubten den Vorsprung bis zur 26. Minute in den zweistelligen Bereich (40:51). Perovic musste den Lauf der Gäste mit einer Auszeit unterbrechen. Vor allem Quakenbrücks Robert Kurz spielte in dieser Phase groß auf und tat den Tigern mächtig weh. Kämpferisch konnte Perovic seinem Team nicht viel vorwerfen – einzig offensiv wollte es einfach nicht laufen, während sich Quakenbrück von der Dreierlinie langsam warmgeschossen hatte (acht Treffer). So ging es mit einem ernüchternden 46:56 ins letzte Viertel.

Erneut waren es zwei schnelle Dreier von Kurz, die die Tiger ins Herz trafen und Perovic nach nur zwei Minuten beim Stand von 50:62 zu einer weiteren Auszeit veranlassten. Am defensiven Brett schliefen die Tiger zudem, sodass die Dragons zu vielen Wurfversuchen kamen. Die Gesichter der Tigers strahlten nicht mehr viel Zuversicht aus und das Debakel drohte, zumal die Gäste weiter von außen bärenstark waren. Als Tigers-Fans endlich auch einmal einen Tübinger Dreier feiern wollten, wurden sie bitter enttäuscht. Simon berührte bei seinem Wurf zum 54:67 mit der Fußspitze die Linie… Warum die Tübinger trotz der miserablen Quote weiter auf Dreipunktwürfe setzten, blieb nicht lange unbeantwortet. Sie wollten es wohl für Hallensprecher Jurij Suchowerskyj machen, der sich lautstark einen Dreier wünschte. Zwei Minuten vor dem Ende war das Spiel angesichts eines Zehn-Punkte-Rückstands gelaufen, zumal sich die Gäste vom Ansatz einer Tübinger Ganzfeldpresse nicht beeindrucken ließ.

Dschungelgeflüster

Ratlos: Aus der Distanz sollten den Schwaben am Samstagabend nichts gelingen. Nur einen von 17 Würfen trafen die Perovic-Schützlinge jenseits der 6,75 Meter Linie. So suchte auch Power Forward nach der Niederlage nach Worten: "Ich weiß nicht, was los ist. Wir treffen im Moment keine Würfe, so ist es natürlich schwer gegen ein Topteam wie die Artland Dragons zu gewinnen", so der 25-Jährige. Den einzigsten Dreier auf Tübinger Seite traf Johannes Herber.

Siegfried, der Drachentöter: Von Tiger WALTER ist man ja gewohnt, dass er sich immer wieder etwas Neues einfallen lässt. Gegen die Drachen aus der Samtgemeinde Artland verkleidete er sich nach dem ersten Viertel als Siegfried, der Drachentöter, und attackierte filmreif einen Drachen. Dies hatten die Gäste aus Niedersachsen wohl mitbekommen und drehten fortan das Spiel. Am Ende muss man eingestehen, dass der Drache das tierische Duell gegen den Tigers für sich entscheiden konnte. Von Siegfried, dem Drachentöter war anschließend nichts mehr zu sehen.

Keine Energie: Die Tübinger Schlüsselspieler Dane Watts, Branislav Ratkovica und Chris Oliver blieben im Duell gegen den Tabellendritten allesamt unter zehn Punkten. Zu wenig aus Tübinger Sicht, um sich den Dragons erfolgreich entgegenzusetzen. Perovic hatte eine einfache Erklärung: "Sie müssen für uns immer gute Leistungen bringen, damit wir erfolgreich sein können. Die Saison ist schon sehr lange und unsere Bank ist leider zu kurz. So müssen sie auch auf dem Feld stehen, wenn sie keinen guten Tag haben. Sie sind müde", so Perovic, der hofft, "dass sich die Spieler in den nächsten zwei Wochen gut erholen können."

Eigentor: Normalerweise kennt man "Eigentore" hin und wieder vom Fußball. Doch beim Basketball ist ein Korb gegen die eigene Mannschaft eher die absolute Ausnahme. Nichts so am Samstagabend, als Dane Watts beim Kampf um den Rebound das runde Leder in die Reuse jagte. Der Pechvogel nahm es gelassen auf: "So etwas kann beim Kampf um den Rebound einfach passieren", erklärte Watts.

Angekommen: Vor der Partie war in der Halle schon einiges, denn der "Club der jungen Unternehmen" war zu Gast im Tübinger Dschungel und informierte sich über das Marketing-Konzept der WALTER Tigers. Tigers-Manager erläuterte den etwa 60 Gästen die Arbeiten in der Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit. Wie vor einer Woche, als der "Marketing-Club Neckar-Alb" mit 130 Personen präsent war, konnte Tigers-Manager nur Positives über das Event berichten. "Wir hatten zwei Mal eine große Gruppe vor Ort in der Arena, die im Anschluss natürlich auch noch die Spiele miterlebt haben. Trotz der Niederlagen war das Feedback sehr gut, wir hoffen, dass wir in den nächsten Wochen mit weiteren Partner gute Gespräche haben werden", so Wintermantel.
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