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Packendes Oberfrankenderby geht an die Brose Baskets

Packendes Oberfrankenderby geht an die Brose Baskets

Eine Niederlage ist und bleibt eine Niederlage. Die Punkte sind beim Gegner und meistens ägert man sich ob der vergebenen Chancen. Aber es gibt auch Niederlagen, bei denen man mit erhobenem Kopf die Halle verlässt. Die des BBC Bayreuth gegen die Brose Baskets Bamberg zählt dazu. Beim 57:74 (33:43) bestand Mitte des letzten Viertels zwar auch die Möglichkeit zum Ausgleich ehe dem BBC die Luft ausging, über weite Strecken bot man in einer packenden und emotionalen Partie dem Ligaprimus vor 4.000 Zuschauern Paroli.
Der BBC musste ohne Koko Archibong (Muskelfaserriss) und Osvaldo Jeanty (Schulter/Hand) auflaufen. Auch Jaivon Harris (Knie) ging angeschlagen in die Partie, Marcus Ginyard lag noch am Vormittag grippegeschwächt im Bett. Vor dem Spiel ehrte Gert-Dieter Meier, Chefredakteur des Nordbayerischen Kurier, den BBC zur Bayreuther „Mannschaft des Jahres“, in der Halbzeitpause präsentierte die Band „B.S.E.“ erstmals die neue BBC-Fanhymne. Ein gelungener Rahmen für das 60. Oberfrankenderby!

Dass den BBC eine Führung vergönnt blieb war dem guten Start der Brose Baskets zuzuschreiben. Und es schien in den ersten Minuten als könne dem Aufsteiger ähnliches zustoßen wie zuletzt den Teams aus Berlin, Oldenburg und Ludwigsburg. Die erste Führung der Gäste von Casey Jacobsen – seine einzigen Punkte in der ersten Halbzeit – glich Jared Reiner vielumjubelt aus. In der dritten Minute setzten sich die Domstädter nach einem Goldsberry-Dreier auf 4:9 ab, aus der Drehung verkürzte Jared Reiner im nächsten Spielzug. Ein 0:8 Lauf der Bamberger sorgte für das schnelle 6:17 in der fünften Minute, erneut fiel hier ein Dreier von John Goldsberry. Dann war es Marcus Ginyard, der mit fünf Zählern in Folge den BBC zum 11:17 (6.) und zurück ins Spiel brachte. Zwei Minuten später folgte ein Doppelschlag des Aufsteigers zum 15:19, Pete Campbell und Kenny Barker trafen. Dennoch ging der Tabellenführer mit einer 17:24 Führung aus dem ersten Viertel, was zum einen an fünf Punkten von Brian Roberts lag, zum anderen an zwei vergebenen Freiwürfen vom Bayreuther Debütanten Haminn Quaintance.

Im zweiten Abschnitt machte der Ligaprimus weiter, traf erneut durch Brian Roberts und an der Freiwurflinie verwandelte Kyle Hines zweimal sicher. Der erste Bayreuther Dreier durch Pete Campbell sorgten in der 13. Minute für das 22:30, nach dem 24:32 von Jaivon Harris eine Minute später kochten die Emotionen auf dem Parkett über. Jared Reiner und John Goldsberry gerieten aneinander, es wurde – basketballuntypisch – geschubst, die Unparteiischen verhängten gegen die beiden Streithähne ein disqualifizierendes Foul. Die Stimmung auf den Rängen sprang in der Folge auf das Team von Andreas Wagner über, Danny Gibson sorgte mit einem Dreier für das 27:33 (16.), ehe sich Bamberg wieder bis auf zehn Punkte absetzen konnte. Mit einem Dunking sorgte Philipp Heyden in der 20. Minute für die letzten BBC-Punkte vor der Pause, auf der Gegenseite sorgte Brian Roberts an der Freiwurflinie für den 33:43 Halbzeitstand.

Ebenfalls per Dunking eröffnete Kyle Hines die zweite Hälfte der Partie, die diesmal nicht zum Fiasko des BBC geraten sollte. Im Gegenteil: Erst blockte Philipp Heyden Bambergs Predrag Suput, dann verwandelte er zum 35:46 (24.). Eine Minute später zappelte erneut ein Dreier von Pete Campbell im Netz, nur noch sechs Zähler Rückstand. Für Bamberg sollten jedoch in den nächsten beiden Angriffen wichtige Dreier fallen. Beide Male nahm Karsten Tadda maß, die Brose Baskets zogen wieder auf 41:52 (26.) davon. Ein 6:0 Lauf des BBC zum 47:52 sorgte für eine Auszeit von Brose Baskets-Coach Chris Fleming, In der 30. Minute gelang dem BBC gar das 50:54, erneut traf Pete Campbell, der sich durch seine Dreier der letzten Wochen für den Allstar Day der Beko BBL in Trier qualifiziert hat. Mit einem Buzzer Beater dämpfte jedoch Brian Roberts die in dieser Phase fast überkochende Stimmung in der Halle, sieben Punkte betrug der Bamberger Vorsprung vor dem letzten Abschnitt.

Und auch hier blieb der BBC konzentriert, Danny Gibson verkürzte auf 52:57, es folgte ein unsportliches Foul gegen Karsten Tadda. Gibson traf beide Freiwürfe, nur noch drei Zähler Rückstand. Bamberg strauchelte, der BBC vergab jedoch zwei Möglichkeiten um noch näher an den ungeschlagenen Tabellenführer heranzukommen. Der hatte mit Casey Jacobsen in dieser Phase den richtigen Spieler auf dem Parkett. Sein Dreier zum 54:60 (33.) sorgte nicht nur für die Vorentscheidung sondern auch für den Auftakt einer Serie der Gäste, die 14 Zähler in Folge markierten, auf 54:71 davonzogen. Immer wieder war der Bamberger Forward dabei das entscheidende Initial. Die letzten BBC-Punkte steuerte Pete Campbell, natürlich auch wieder von draußen, bei, den Schlusspunkt unter ein dennoch spannendes und am Ende etwas zu deutliches Oberfrankenderby setzte Kyle Hines mit dem 57:74.

Bereits am kommenden Samstag eröffnet der BBC Bayreuth die Rückrunde der Beko BBL Saison 2010/2011. Zu Gast sind dann die New Yorker Phantoms Braunschweig. Im Hinspiel unterlag man dem aktuellen Tabellensechsten in dessen Halle knapp mit 61:68. Jump zur Partie ist um 19:30 Uhr, Tickets gibt es beim Nordbayerischen Kurier (Maxstraße 58-60), an der Theaterkasse (Luitpoldplatz 2) sowie online unter tickets.bbc-bayreuth.de.

Trainerstimmen:

Chris Fleming (Brose Baskets Bamberg): „Wir wissen, dass ein Derby etwas Besonderes ist. So eine Stimmung herrscht in der Beko BBL normal nicht. Heute gab es eine super Stimmung von beiden Seiten! Ich bin zufrieden mit unserem Start, wir haben die taktische Vorgabe gut umgesetzt. Die Aktion zwischen Reiner und Goldsberry hätten wir etwas besser nutzen müssen. Im zweiten Vierel hätten wir uns absetzen können, aber Bayreuth hat eine hohe Intensität gezeigt und viele Rebounds geholt. Das dritte Viertel war ähnlich, Bayreuth gab das Tempo vor. Im Vierten haben wir gute Intensität gezeigt und konnten uns absetzen. Casey Jacobsen war hier sehr gut mit zehn Punkten am Stück. Karsten Tadda war vielleicht unser wichtigster Spieler, vor allem im zweiten und dritten Viertel hat er uns offensiv und defensiv gepusht. Bayreuth hat sehr viel Herz gezeigt, trotz der vielen Verletzungen. Wenn sie komplett sind dann sind sie schnell aus dem Abstiegskampf draußen. Bayreuth hat sich bei jedem Top-Gegner lange im Spiel gehalten, wir wussten wozu sie fähig waren. Sie haben sehr gut gespielt, grade wo so viele Spieler gefehlt haben.“

Andreas Wagner (BBC Bayreuth): „Gratulation an Bamberg, sie haben eine überragende Hinrunde gespielt. Wir können stolz auf das Team sein, es hat von Anfang bis Ende mit viel Leidenschaft und Herz gespielt. Wir haben erst kurz vor dem Spiel entschieden, dass Marcus Ginyard spielt, er lag heute früh noch krank im Bett. Jaivon Harris ging angeschlagen ins Spiel und wir haben Jared Reiner nach dem überragenden erstes Viertel schmerzlich vermisst. Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Wir haben engagiert und aggressiv verteidigt, aber zu viele Turnover gemacht. In der entscheidenden Phase war Bamberg einfach zu clever. Wir haben heute vieles mit Herz und Teambasketball, vor allem individuelle Schwächen, wettgemacht. Diese Intensität müssen wir in den nächsten Spielen zeigen. Unsere Spieler müssen nun schnell Gesund werden und wir müssen an die Leistung anknüpfen. Philipp Heyden hat ein sehr gutes Spiel bezeigt, viele Minuten durch die Disqualifizierung von Jared Reiner gehabt. Er hat uns gepusht und wir haben am Ende das Rebound-Duell gewonnen! Ein Dank geht an unsere Fans, sie haben uns wie in keinem Spiel zuvor getragen. Wir waren im letzten Viertel auf drei Punkte dran, Bamberg war dann sehr clever, hat seine Stärken ausgespielt. Wir haben drei Turnover gehabt, zwei drei Würfe gingen nicht rein. Ein Team wie Bamberg hat dann die Klasse, Kompliment an Bamberg für diese Phase.“

BBC Bayreuth – Brose Baskets Bamberg
57:74 (17:24;16:19;17:14;7:17)

BBC Bayreuth: Campbell 14, Gibson 12, Heyden 10, Ginyard 9, Reiner 6, Harris 4, Barker 2, Schmitz 0, Quaintance 0. Dreier: Campbell 4, Gibson 1.

Brose Baskets Bamberg: Roberts 15, Jacobsen 12, Pleiß 9, Goldsberry 8, Suput 8, Tadda 8, Hines 8, Gavel 6, Terry 0, Stuckey 0. Dreier: Goldsberry 2, Tadda 2, Jacobsen 2, Gavel 1, Roberts 1.

Wurfquote Feld gesamt: Bayreuth 44% (24 von 58), Bamberg 41% (24 von 58)
Dreierquote: Bayreuth 45% (5 von 11), Bamberg 38% (8 von 21)
Freiwurfquote: Bayreuth 73% (8 von 11), Bamberg 75% (18 von 24)
Rebounds (defensiv/offensiv): Bayreuth 35 (25/10), Bamberg 30 (20/10)
Turnover/Assists/Steals/Blocks: Bayreuth 23/12/5/4, Bamberg 9/17/1/0
Fouls: Bayreuth 21, Bamberg 17
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