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Phoenix lange Zeit blutleer: Aufholjagd ohne Happy End

Phoenix lange Zeit blutleer: Aufholjagd ohne Happy End

Die Bühne war bereitet, doch der letzte Vorhang fiel zur Unzeit. Phoenix Hagen verlor vor 3.065 Zuschauern in der ausverkauften ENERVIE Arena nach einer über weite Strecken schwachen Vorstellung mit 79:87 (71:71, 20:35) nach Verlängerung gegen den Mitteldeutschen BC.
Beide Seiten konnten personell aus dem Vollen schöpfen. Bei Phoenix Hagen lief erstmals seit November wieder Edward Seward auf. Beim MBC kehrten Radenko Pilcevic und Johnnie Gilbert nach Verletzungen ins Team zurück.
Phoenix hatte große Probleme, seinen Rhythmus zu finden. Die Bälle gingen leicht verloren und eine der wichtigsten Hagener Waffen, der Dreipunktewurf, blieb vorerst Stumpf.

Lediglich Allstar Mark Dorris konnte im ersten Viertel zielgerichtet den Weißenfelser Korb attackieren. Den Wölfen gelang es indes, dem Spiel mehr und mehr ihren Stempel und ihr Tempo aufzudrücken. Schnell setzten sich die Gäste auf 11:2 ab (6.). Wie eine Erlösung kam da der erfolgreiche Dreier von Zygimantas Jonusas zum 11:15 daher (19.) - doch schon im Gegenzug traf der zu Beginn überragende Richard Shields (12 Punkte im ersten Viertel) zum 18:11.

Beide Teams präsentierten sich offensiv nicht eben stark, doch der MBC stellte die engagiertere und konzentriertere Mannschaft. Phoenix verließ sich auf seine Dreier, die allerdings so gar nicht fallen wollten (2/16 zur Pause). Weißenfels zog auf 30:18 davon (17.), als Wayne Bernard einen Schnellangriff abschließen konnte. Phoenix produzierte indes einen leichten Ballverlust nach dem anderen. Zur Pause führten die Gäste mit 35:20 - und Phoenix-Coach Ingo Freyer war restlos bedient.

Auch nach dem Wechsel kehrte zunächst kaum Besserung ein. Richard Shields traf zum 44:23 für die Gäste (23.). Endlich zeigten die Hagener Spieler eine Reaktion. Ingo Freyer spielte jetzt Zonenverteidigung und "Small ball". Das zeigte Wirkung: Jacob Burtschi stopfte zum 31:44, Zygimantas Jonusas - der einzige Hagener mit heißer Hand an diesem Tag - verkürzte aus der Distanz auf 38:50. Ein toller Alley-oop mit David Bell und Mark Dorris brachte Phoenix zur letzten Viertelpause auf 49:56 heran.

Es war schon erstaunlich, dass Phoenix trotz vieler Nachlässigkeiten plötzlich wieder eine echte Siegchance hatte. Endlich traf auch Jacob Burtschi einen Dreier zum 58:60 (33.). Die ENERVIE Arena tobte! Noch lauter wurde es, als wiederum Burtschi, diesmal von der Freiwurflinie, für die erste Phoenix-Führung sorgte (67:66, 37.). Mit einem 71:69-Vorsprung ging es in die letzte Minute. Dann setzte es Rückschläge: Zunächst musste Zygimantas Jonusas mit dem fünften Foul raus, dann glich Velimir Radionovic per Freiwurf zum 71:71 aus uns schließlich versemmelte Hagen den letzten Angriff. Verlängerung!

Selbst die Anzeigetafel war für kurze Zeit geschafft von der Hagener Aufholjagd. Beim Stand vom 73:73 gab es eine kurze Unterbrechung - und die bekam dem MBC so richtig gut. Sascha Leutloff und Johnnie Gilbert entschieden die Partie mit ihren Punkten zum 81:73 (44.). Damit war es geschehen um die Hagener Siegeshoffnungen. Der MBC siegte am Ende mit 87:79.

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: "Wir sind sehr schlecht ins Spiel gekommen, ohne jedes Herz.
Es war aus meiner Sicht ein grottenschlechtes Spiel von beiden Seiten, noch mehr von uns. Ich habe selten ein Spiel mit so vielen Ballverlusten gesehen. Ich verstehe nicht, dass wir in einem Heimspiel unsere Aggressivität nicht abrufen können. Ich bin heute sehr sauer, dass uns das nicht gelungen ist. Spieler wie Sascha Leutloff haben uns gezeigt, was Ehrgeiz bedeutet. Der MBC hat darum verdient gewonnen. Wir haben einfach zu viele Bälle verloren. Besonders enttäuscht war ich heute von unseren großen Spielern, das fehlte jede Körpersprache."

Björn Harmsen: "Für uns war das ein sehr wichtiges Spiel. Wir wussten, dass es hier sehr schwer wird. Wir hatten einen sehr passiven Plan, damit ist Hagen zunächst nicht klar gekommen. Nach der Pause haben sie sich dann besser darauf eingestellt. Respekt vor meiner Mannschaft - sowohl dafür, dass sie sich hier abgesetzt hat als auch, dass sie am Ende an sich geglaubt hat. Ich hoffe, dass wir an diese Moral anknüpfen können.
Basketballerisch haben wir allerdings zu viele Fehler gemacht."

Phoenix Hagen: Jonusas (25/6), Dorris (17, 8 Reb.), Burtschi (17/2), Bell (9/1), Pryor (6), Kruel (3), Seward (2), Terwilliger, Schwarz, Spohr

Mitteldeutscher BC: Shields (21/3), Radinovic (14), Leutloff (13, 10 Reb.), Bernard (11), Pilcevic (8/1), Dramicanin (6), Gilbert (6), Ross (6), Grünheid (2).

Stationen: 2:9 (5.), 11:18 (10.), 13:28 (15.), 20:35 (20.), 33:46 (25.),
49:56 (30.), 60:65 (35.), 71:71 (40.), 79:87 (45.).

Zuschauer: 3.065 (ausverkauft)
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