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Phoenix schlägt ALBA: Ganz große Nummer im kleinen Hagen

Phoenix schlägt ALBA: Ganz große Nummer im kleinen Hagen

Um es mit den Worten eines Fans zu sagen: „Was für ein geiler Sieg!“ Ungläubiges Staunen und grenzenlose Begeisterung wechselten sich in der ENERVIE Arena unter den 2.827 Fans ab. Phoenix Hagen hat in der Beko Basketball Bundesliga mit 92:86 (50:40) gegen ALBA BERLIN gewonnen!
Auch bei der anschließenden Pressekonferenz waren sich ein sichtlich gezeichneter Luka Pavecevic und Ingo Freyer einig: ALBA hat die viel höhere Qualität! Aber die Berliner wussten an diesem Abend nicht, wie sie diese Qualität gegen die euphorischen und kämpferischen Hagener aufs Parkett bringen sollten. Phoenix indes gelang es, das eigene Spiel zu spielen. Das Tempo war hoch – und das schmeckte den Feuervögeln wesentlich besser als den Albatrossen.

Ingo Freyer ging durchaus ein hohes Risiko. Er ließ die Berliner Guards vehement attackieren und nahm in Kauf, dass Derrick Allen unter dem Korb nach Belieben agieren durfte. 11:4 führten die Gäste nach vier Minuten – es waren elf Punkte von Allen. Der US-Forward kam am Ende auf 37 Zähler. Die Hagener legten nun von Minute zu Minute mehr den Respekt ab. Fast schon unverschämt war der Fade-Away-Jumper, mit dem Mark Dorris das erste Viertel zum 23:16 beschloss. Erstaunlich: Die körperlich hoffnungslos unterlegenen Hagener führten auch im Rebound mit 15:10.

Zwei Dreier von Jacob Burtschi, der vor dem Wechsel nicht zu stoppen war, und von Quentin Pryor ließen den Vorsprung bis auf 30:20 anwachsen (12.). Beeindruckend war auch die Verteidigungsleistung von Andy Büchert. Er blockte vier Schüsse bis zur Halbzeit, durchaus auch aus der Kategorie „Böse“. Die Feuervögel hatte die Partie jetzt unter Kontrolle, während die Berliner zunehmend genervt wirkten vom engagierten Auftritt der Gastgeber. Das begeisterte Publikum trug sein Übriges dazu bei, dass die Hagener zur Pause mit 50:40 führten.

Zu Beginn der zweiten Hälfte trafen die Berliner endlich aus der Distanz. Immanuel McElroy und Marko Marinovic verkürzten auf 54:52 . Derrick Allen – wer sonst – brachte ALBA per Korbleger nach langer Zeit wieder in Führung (60:59, 27.). Doch die Hagener ließen sich diesmal nicht aus der Ruhe bringen. Zunächst traf der immer stärker werdende David Bell per Korbleger zum 67:65, dann versenkte Zygimantas Jonusas den Buzzerbeater zum 70:65 nach drei Vierteln. Die Stimmung in der ENERVIE Arena war nun durchaus feierlich.

Das Spiel blieb eng, doch Phoenix konnte den Vorsprung stets verteidigen. Andy Büchert traf zum 77:72 (34.). Berlin kam bis auf 80:79 heran (36.), doch Hagen legte nun einen fast übergroßen Willen an den Tag, um die Überraschung zu schaffen. Bezeichnend: Zygimantas Jonusas rannte Andy Büchert beim Defensivrebound über den Haufen. Der Hagener Center blieb für einen Moment benommen am Boden liegen, aber der Ball war bei den Feuervögeln. Für die Entscheidung sorgte dann David Bell: Mit einem Dreipunktspiel erhöhte er 80 Sekunden vor dem Ende auf 87:82. ALBA verlor im nächsten Angriff den Ball und Phoenix blieb im Anschluss cool von der Linie.

Phoenix Hagen legte aber nicht nur einen bemerkenswerten Kampf hin, sondern präsentierte sich auch spielerisch und von der Cleverness verbessert. Auch ohne den ganz großen Dreierhagel – neun erfolgreiche Distanzwürfe sind für Phoenix-Verhältnisse fast schon Ladehemmungen – gelang es dem Team, die Partie relativ souverän nach Hause zu bringen. David Bell traf keinen Dreier, war mit 25 Punkten aber dennoch Top-Scorer. Er fällte zudem eine Reihe von klugen Entscheidungen und wird immer mehr zum Kopf des Teams.

Die Begeisterung auf den Rängen kannte kaum Grenzen. „Oh, wie ist das schön“ wurde abgelöst von der unverzichtbaren und hallenweiten „Humba“ und einer Ehrenrunde der Spieler. Es war schon zu spüren: Der geschundenen Hagener Underdog-Seele tat der Coup gegen ALBA im Abstiegskampf sehr gut.

Schon am Sonntag ist das Rückspiel in Berlin? „Da was zu reißen ist so gut wie unmöglich, wenn man sich die letzten Jahre anschaut“, weiß Phoenix-Coach Ingo Freyer. Ja, stimmt. Aber daran denken wir morgen...

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: "Wir haben heute wieder mit sehr viel Herz gespielt. Diesmal haben wir zudem taktisch alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir wollten ALBA die Dreier wegnehmen, das ist uns weitgehend gelungen. Die paar freien Würfe haben sie nicht getroffen, das hat ebenfalls geholfen. Dadurch konnte Allen viel am Brett punkten, aber das haben wir hinnehmen müssen, um die Dreierlinie zu verteidigen. Für Berlin war unser Tempo sicher ungewohnt. Bei uns musste natürlich alles stimmen, um zu gewinnen. Ich bin unglaublich stolz, dass wir ALBA hier in Hagen schlagen konnten. Vor zwei Jahren waren wir noch zweitklassig. Ich bin heute ganz besonders stolz auf meine Spieler. Es geht bei uns aber weiter nur um den Klassenerhalt. Zu den Abstiegsplätzen haben wir jetzt etwas Luft."

Luka Pavicevic: "Hagen hat uns sein Spiel und sein Tempo aufgezwungen. Wir konnten das nicht unterbinden. Dadurch hat Hagen viele Schüsse aus der Bewegung und viele Eins-gegen-Eins-Situationen bekommen. Für uns war das heute die Chance, eine Serie von Siegen fortzusetzen. Das haben wir nicht geschafft. Wir sind einfach nicht konstant genug. Wir haben eigentlich die Qualität, konnten diese aber an einem Ort wie Hagen, der schwer zu spielen ist, nicht abrufen."

Phoenix Hagen: Bell (25, 7 Ass.), Burtschi (19/4), Dorris (15), Jonusas (14/4), Pryor (7/1), Büchert (6, 4 BS), Kruel (5), Spohr (1), Terwilliger, Schwarz.

ALBA BERLIN: Allen (37), Jenkins (18), McElroy (9/1), Femerling (8), Marinovic (5/1), Schultze (4), Staiger (3/1), Taylor (2), Price.

Stationen: 12:13 (5.), 23:16 (10.), 39:28 (15.), 50:40 (20.), 56:56 (25.),
70:65 (30.), 80:79 (35.), 92:86 (40.).

Zuschauer: 2.827

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