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Phoenix-Sieg im West-Duell

Phoenix-Sieg im West-Duell

Die Fans forderten ihn vehement – und Edward Seward war das fast ein bisschen peinlich. Er sollte die „Humba“ anstimmen nach dem 87:78 (38:36)-Erfolg von Phoenix Hagen gegen die Telekom Baskets Bonn. Gegen die 3.003 Fans in der ENERVIE Arena hatte er letztlich keine Chance. Ehe er sich versah, fand er sich auf dem Heuboden wieder.
Die „Humba“ löste Eddie dann ganz gekonnt. Ebenso hatte er es zuvor auf dem Feld getan, wo er vor allem in der zweiten Hälfte wie ein Fels unter dem eigenen Korb stand und seine vier Punkte mit elf Rebounds und sechs geblockten Schüssen garnierte. Für seinen Trainer kam das nicht überraschend: „Eddie hat bereits vor seiner Verletzung gezeigt, wie wichtig er für uns ist mit seiner physischen Präsenz. Heute war er grandios. Auf diese Leistung können wir aufbauen“, freut sich Ingo Freyer.

Dabei war es eigentlich ein ziemlich untypisches Phoenix-Spiel. Immer knapp, ohne große Runs – und ohne die beühmt-berüchtigte „Dreierflut“. Zu Beginn konnte sich Bonn einen kleinen Vorsprung erspielen. Die Gäste erarbeiteten sich Vorteile beim Rebound und viele zweite Chancen, Jacob Jaacks besorgte das 17:12 für die Baskets (8.). Nic Wise traf wenig später per Dreier zum 22:17 (12.). Doch Phoenix behielt die Ruhe und blieb immer im Spiel. Das lag auch an der gut organisierten Hagener Zonenverteidigung, gegen die sich die Bonner zunehmend quälten. Bernd Kruel brachte Hagen mit 26:25 in Führung (15.), David Bell erhöhte wenig später auf 35:29. Eine kurze, unorganisierte Phase verhinderten zur Pause einen höheren Vorsprung als das 38:36.

Für einen Moment hatten die Baskets unmittelbar nach dem Wechsel ein Mittel gegen die Hagener Zone gefunden. Jeremy Hunt und Tim Ohlbrecht trafen zwei Dreier zum 42:38. Doch Zygimantas Jonusas konterte mit fünf schnellen Punkten zum 46:42 (23.). Die emotional und intensiv geführte Partie schien sich jetzt in Richtung der Feuervögel zu entwickeln. Edward Seward baute den Vorsprung mit zwei Freiwürfen auf 60:53 aus (30.). Dann das eigentlich
Unfassbare: In den letzten 20 Sekunden vor der Viertelpause kassierten die Hagener zwei Dreier - einen durch Folorian Campbell und einen – man höre und staune – durch Chris Ensminger. Es war sein erster Dreier der Saison.

Ein Dunking von Mark Dorris zum 71:65 läutete die ganz starke Hagener Schlussphase ein. David Bell legte einen Dreier zum 74:65 nach (35.). Michael Koch nahm noch einmal eine Auszeit, doch er konnte das Unheil für sein Team nicht mehr aufhalten. Mark Dorris traf zum 76:65 und David Bell beendete einen Schnellangriff kurze Zeit später zum 80:66 (37.). Der Rest war Jubel in einer stimmungsvollen ENERVIE Arena. Phoenix Hagen feierte mit dem 87:78 den zehnten Saisonsieg und konnte sich damit weiter vom Tabellenende absetzen. „Das war es noch nicht. Aber wir können jetzt nicht nur nach unten schauen, sondern auch auf die ein, zwei Teams unmittelbar vor uns“, so Ingo Freyer. Eine bermerkenswerte Vorstellung lieferte Chris Ensminger ab. Der Center erzielte 21 Punkte und sammelte 20 Rebounds.

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: "Natürlich hatten wir heute auch das knappe und unglückliche Hinspiel im Kopf. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben den Kampf unter den Körben gut angenommen. Edward Seward war sehr stark, aber Chris Ensminger hat trotzdem ein unglaubliches Spiel abgeliefert. Auch auf den kleinen Positionen haben wir den Kampf von Beginn an angenommen. Das war heute eine Partie ohne die großen Runs. Das ist besonders erfreulich:
Wir haben ohne Run und ohne gute Dreierquote das Spiel für uns entschieden. Es war sicherlich eine unserer reiferen Leistungen. Am Ende hatte wir dann das Momentum auf unserer Seite. Der zehnte Saisonsieg fühlt sich gut an!"

Michael Koch: "Glückwunsch an Hagen. Es war ein wichtiger Sieg für Phoenix. Wenn man sich die Statistik anschaut versteht man nicht, warum wir verloren haben. Wir hatten deutlich mehr Rebounds und Würfe. Trotzdem waren wir am Ende chancenlos. Wir haben zu viele Bälle verloren und fahrlässig Wurfchancen liegen lassen. Wir hätten ganz einfach deutlich mehr Punkte erzielen müssen. Aber wenn man auswärts 78 Punkte machte, sollte man auch so eine Chance haben. Wir haben dafür aber nicht gut genug verteidigt."

Phoenix Hagen: Bell (22/2, 6 Ass.), Dorris (14), Burtschi (13/1, 6 Ass.), Pryor (10, 5 St.), Terwilliger (10), Jonusas (7/1), Kruel (7), Seward (4, 11 Reb., 6 BS).

Telekom Baskets Bonn: Ensminger (21/1, 20 Reb.), Ohlbrecht (14/3, 8 Reb.), Wise (13/1), Campbell (11/1, 9 TO), Flomo (7), Hunt (6/1), Tyndale (4), Jaacks (2), Thülig.

Stationen: 6:8 (5.), 17:19 (10.), 26:27 (15.), 38:36 (20.), 48:45 (25.), 60:59 (30.), 74:65 (35.), 87:78 (40.).

Zuschauer: 3.003

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