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Phoenix siegt von der Freiwurflinie

Phoenix siegt von der Freiwurflinie

Jetzt ist die ENERVIE Arena endlich die gewünschte Festung. Phoenix Hagen besiegte ratiopharm Ulm in der Beko Basketball Bundesliga mit 83:77 (39:40) und feierte dabei den sechsten Sieg in den letzten sieben Heimspielen. 3.065 Zuschauer in der ausverkauften Halle bejubelten ihr Team anschließend ausgelassen.
Am Donnerstag hatten die Feuervögel kaum noch Hoffnung auf einen Einsatz von Mark Dorris (Pferdekuss), doch der Amerikaner gab am Freitagmorgen Entwarnung. Dass er mit 23 Punkten zum Topscorer avancierte, überraschte aber auch seinen Trainer Ingo Freyer: „Ich dachte nach den Trainingseindrücken, er sei höchstens bei 60, 70 Prozent.“ Auch die Ulmer konnten aus dem Vollen schöpfen. Sean Sonderleiter musste diesmal aussetzen, weil Mike Taylor acht US-Boys im Kader hat.

Gegen Center-Gigant John Bryant stellten sich die Hagener auf Schwerstarbeit ein. Bernd Kruel sollte es zu Beginn spielerisch lösen, und das klappte bestens. Phoenix lockte die großen Ulmer immer wieder heraus und attackierte den Korb. 10:6 führten die Hausherren nach sechs Minuten. Rocky Trice sorgte mit elf Punkten im ersten Viertel aber für die Wende, war fast unfehlbar und traf per Dreier zum 19:16 (9.) für Ulm. Distanzwürfe waren an diesem Abend ein Thema: Das sonst schärfste Phoenix-Schwert sollte stumpf bleiben. Alle elf Dreierversuche vor der Pause verfehlten ihr Ziel.

Dass Phoenix das Spiel trotzdem immer offen halten konnte, lag auch an Mark Dorris. Mit seiner unvergleichlichen Hangtime traf der Guard zum 26:24 (12.). Eine jetzt zerfahrene Partie wankte hin und her. Ohne gute Wurfquote hatte das starke Reboundverhalten der Feuervögel im Kampf gegen Bryant und Co um so mehr Gewicht. Phoenix kämpfte sich so immer wieder in die Partie zurück und ging mit einem knappen 39:40-Rückstand in die Kabine.

Auf den Tribünen liefen zur Halbzeit schon die Wetten: Wer versenkt endlich den ersten Phoenix-Dreier? David Bell? Zygimantas Jonusas? Mark Dorris war es! Aus der Ecke traf der Allstar zum 44:46 (24.). Dennoch sollte das dritte Viertel das des Zygimantas Jonusas werden. Der Litauer setzte mit seinem unbändigen Einsatzwillen Akzente und brachte Phoenix per Dreipunktspiel mit 55:51 in Führung (28.).

Es folgte die kritischste Phase für Hagen im gesamten Spiel. Per Günther übernahm bei seiner Rückkehr nach Hagen jetzt die Verantwortung und war federführend daran beteiligt, dass sich sein Team bis auf 69:61 absetzen konnte (35.). Phoenix stemmte sich mit großen Willen gegen die drohende Pleite. Bezeichnend: Zygimantas Jonusas verhinderte den Dunking von John Bryant, beging dabei aber ein Foul. Die kolossale Kollision kannte zunächst nur einen Sieger, denn Jonusas musste benommen vom Feld. Bryant vergab jedoch beide Freiwürfe und Mark Dorris verkürzte auf der Gegenseite zum
67:69 (36.).

Der entscheidende Moment war dann – es war fast eine Ironie des Schicksals – der zweite und letzte Dreier der Hagener an diesem Abend. Quentin Pryor traf unter ohrenbetäubendem Lärm zum 74:71 (38.). Den nächsten Angriff vollendete Matt Terwilliger mit einem wichtigen Tip-in zum 76:71. Danach behielten die Gastgeber die Nerven von der Freiwurflinie. Und das war diesmal der dicke Pluspunkt, denn Hagen versenkte 29 seiner 31 Freiwürfe und brachte den Vorsprung so sicher über die Zeit.

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: "Es war das erwartet schwere Spiel für uns. Wir konnten heute die schwache Dreierquote durch eine gute Freiwurfquote kompensieren. Wir haben am Ende zwar nicht alles richtig gemacht, aber unsere überragende Konzentration an der Linie hat uns geholfen. Dass wir ohne Dreier die ganze Zeit über im Spiel geblieben sind, war sehr stark. Ein Lob hat sich heute Matt Terwilliger verdient, er hat uns offensiv und defensiv in wichtigen Szenen sehr geholfen. Wichtig war für uns, dass Mark Dorris spielen konnte. Gestern sah es noch nicht danach aus. Ohne ihn wäre es schwer geworden."

Mike Taylor: "Glückwunsch an Hagen. Beide Mannschaften haben gut in der Offensive gespielt. Ich war zufrieden mit unserer Transition-Verteidigung, mit den defensiven Rebounds und damit, wie wir gegen die Hagener Distanzwerfer verteidigt haben. Aber Hagen war sehr stark bei den Freiwürfen. Ich bin froh über die Leistung von Rocky Trice, auch Per Günther hat bei seinem 'Heimspiel' einige gute Szenen gehabt. Am Ende hatte Hagen einen Lauf und wir haben einige Bälle hergegeben."

Phoenix Hagen: Dorris (23/1), Burtschi (14, 11 Reb.), Jonusas (14, 12 Reb.), Bell (14), Terwilliger (6), Pryor (5/1), Spohr (5), Kruel (2), Seward, Schwarz.

ratiopharm Ulm: Trice (25/1, 15 Reb.), Günther (12), Mason-Griffin (10/1), Bryant (10, 15 Reb.), Humphrey (7/2), Fitzgerald (5), Benzing (4), Betz (2), Collins (2), Walton.

Stationen: 12:10 (5.), 21:21 (10.), 30:30 (15.), 39:40 (20.), 46:48 (25.), 57:58 (30.), 63:69 (35.), 83:77 (40.)

Zuschauer: 3.065 (ausverkauft)

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