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Playoff-Momente:

Playoff-Momente: "Das Salz in der Suppe"

25. Mai 2006, JAKO Arena Bamberg, fünftes Halbfinalspiel um die Deutsche Meisterschaft zwischen GHP Bamberg und RheinEnergie Köln. Die Franken liegen kurz vor Schluss 68:66 in Führung, haben den Finaleinzug vor Augen. Köln ist in Ballbesitz, Aleksandar Nadjfeji, der ...
1306912414/img_PG1.jpg... bis dato zwölf Punkte erzielt hat, bekommt den Ball an der Drei-Punkte-Linie. Der serbische Power Forward, nicht gerade bekannt für seine Qualitäten von jenseits der 6,25-Meter-Linie, nimmt den Wurf von „Downtown“ – just in time vor der Sirene.

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Der Ball fliegt Richtung Bamberger Korb, die Bamberger Fans halten den Atem an – dann das kollektive Entsetzen: Nadjfejis Wurf rauscht durch die Reuse. Köln geht mit 69:68 in Führung und gewinnt dieses Spiel in letzter Sekunde. Nadjfeji, der „Mozart unter dem Korb“, ist der gefeierte Held.

Ein Playoff-Moment, der im Gedächtnis haften bleibt. Wir stellen Ihnen während der aktuellen Playoffs weitere solcher Momente vor – angefangen mit den legendären Duellen zwischen den Telekom Baskets Bonn und ALBA BERLIN und den Sonderzügen aus dem Rheinland an die Spree. Heute erinnert sich Peter George, ehemaliger Schiedsrichter und heute technischer Kommissar in der Beko BBL, an die „heiße“ Zeit des Jahres.

In den Playoffs werden Helden geboren. Spieler, die ihrem Team mit einem Steal, einem Korbleger, einem Buzzerbeater die Meisterschaft bescheren. Dann gibt es noch die anderen, die „stillen Helden“. Sie sind am besten, wenn sie gar nicht bemerkt werden. Einer der besten, wenn nicht der beste Schiedsrichter seiner Zeit war Peter George. Rund 830 Spiele, darunter etliche Playoff- und Finalpartien, hat der heute 66-Jährige zwischen 1971 und 1997 in der Basketball Bundesliga geleitet, ehe er aus Altersgründen ausscheiden mussten. „Die Playoffs waren immer das Salz in der Suppe. Da ging es immer eine Spur härter zu als in der normalen Saison“, erinnert sich der Mettmanner, der heute noch als Technischer Kommissar für die FIBA durch die Welt reist.

„Ein persönliches Wort kann die Schärfe nehmen“

1306912490/img_PG2.jpg„Der Basketball von damals ist mit dem von heute nicht mehr zu vergleichen“, sagt George. „Ich kannte viele Spieler ganz gut, vor allem die aus der Nationalmannschaft, weil man mit denen im Sommer öfter unterwegs war. Und wenn sich dann in einem Playoff-Spiel ein Hansi Gnad vor einem aufbaute und sich beschwerte, reichten meist ein paar beschwichtigende Worte, und es herrschte wieder Ruhe“, schmunzelt George.

Persönliches Highlight: USA vs. Brasilien WM '94

An das erste Playoff-Spiel, das Peter George leiten durfte, kann er sich nicht mehr erinnern. „An das letzte allerdings auch nicht“, lacht der rüstige Pensionär, der, wenn es seine knapp bemessene Freizeit erlaubt, gerne mit seiner Harley Davidson auf Tour ist. Kein Wunder, dass er längst den Überblick über seine zahlreichen Schiedsrichter-Einsätze verloren hat. Schließlich kommen zu seinen über 830 Bundesliga-Spielen noch 145 Partien im Europapokal und 233 Länderspiele. Zu seinen persönlichen Highlights zählt die Leitung der Begegnung zwischen den USA und Brasilien bei der WM 1994 in Toronto.

Tennis-Match gegen den Bundestrainer

„Für mich persönlich gab es vor Playoff-Spielen nicht den ganz großen Nervenkitzel. Meine Kollegen und ich sind in diese Spiele gegangen, wie in ganz normale Saisonspiele.“ Der einzige Unterschied: „Man hat sich in solch einer Serie etwas anders vorbereitet. Man schaut sich das Spiel zuvor an, achtet darauf, welche Match-Ups besondere Brisanz beinhalten und zieht daraus seine Schlüsse“, sagt George. „Richtig gekribbelt hat es dann höchstens, wenn es in die entscheidende Phase des dritten Spiels (damals wurden Playoff-Serien noch im Modus "best-of-three" gespielt, Anm. d. Red.) ging. Da war man als Schiedsrichter auch angespannter als normal.“

1306912669/img_PG3.jpgWie eingangs erwähnt, hat der enge, persönliche Kontakt zwischen den Protagonisten wie Spielern und Trainern auf der einen Seite und den Unparteiischen auf der anderen viel Brisanz heraus genommen.

„Meine Wege haben sich damals beispielsweise oft mit Svetislav Pesic gekreuzt, sei es als Trainer der Nationalmannschaft oder von ALBA BERLIN. Und wenn man den Nationaltrainer im Trainingslager im Tennis besiegt, hat man später in der Liga die besseren Argumente“, erinnert sich George schmunzelnd an seine Begegnungen mit dem Meistertrainer. Den Respekt müsse sich aber jeder Referee durch seine Leistungen auf dem Feld erarbeiten, und zwar durch beständig gute Leistungen. „Das galt früher, und das gilt auch noch heute“, so Georges Rat an seine Nachfolger.

Zur Person:
Peter George (66) legte 1971 in Bad Kreuznach seine Prüfung zum A-Schiedsrichter ab. 1978 wurde er FIBA-Schiedsrichter, 1995 legte er die Prüfung zum FIBA-Kommissar ab, als der er heute noch bei internationalen Turnieren tätig ist. Zu den Höhepunkten gehörten neben zwei Olympia-Qualifikationsturnieren in der Schweiz und Malaysia, drei Europameisterschaften der Damen und die kontinentalen Titelkämpfe der Herren 1985 und 1995 in Athen sowie 1987 und 1993 in Deutschland. Außerdem kam George auf 13 Einsätze bei Militär-Weltmeisterschaften.

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