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Schöner Heim-Abschluss einer langen Saison

Schöner Heim-Abschluss einer langen Saison

Am Ende blieben die meisten die knapp 3000 Zuschauer länger als sonst. Zum Einen hatten die Tigers 35 Minuten einen tollen Basketball gezeigt und die Bremerhavener phasenweise an die Wand gespielt, zum Anderen wurde wohl ein Teil der Mannschaft dauerhaft verabschiedet. „Wir haben mit sehr viel Energie gespielt und den Rebound kontrolliert“, freute sich Tigers-Cheftrainer Igor Perovic nach dem Spiel. „Wir werden uns jetzt noch einmal auf das letzte Spiel in Berlin vorbereiten. Berlin ist zwar auf dem Papier stärker, aber Papier ist Papier und auf dem Court ist auf dem Court“. Eine starke Mannschaftsleistung sorgte dafür, dass die noch um die Playoffs kämpfenden Gäste aus dem hohen Norden keine Chance hatten, dennoch ragte erneut Chris Oliver mit 30 Punkten und elf Rebounds aus dem Kollektiv heraus.
Die Tiger starteten hellwach ins Spiel und konnten die ersten fünf Angriffe erfolgreich abschließen, während die Eisbären ihren Meister in Anatoly Kashirov fanden, der sich als unüberwindbar erwies. Die Tigers zeigten viel Spielfreude und führten nach nur drei Minuten bereits mit 10:2 – acht Punkte gingen allein auf das Konto von Dane Watts. Die Fehlwürfe fielen nicht in Gewicht, weil die Hausherren das offensive Brett nach Belieben kontrollierten. Beim Spielstand von 13:4 (5. Minute) benötigte Bremerhavens Coach Douglas Spradley die erste Auszeit und versuchte sein Team wachzurütteln. Es zauberten aber weiter die Tiger, bei denen Joe Herber den nächsten Angriff durch die Reuse der Gäste stopfte. Oliver wollte offenbar seinen eigenen Rebound-Rekord brechen und flog bis unter die Hallendecke der Paul Horn-Arena. Die Zuschauer waren restlos begeistert. Mit einem deutlichen 25:10 ging es mit stehenden Ovationen in die erste Unterbrechung.

Nach gut einer Minute im zweiten Abschnitt rief Coach Perovic seine Mannen erneut zur Bank. Grund: Die Bremerhavener hatten sechs Zähler in Folge erzielt. Danach spielten auch die Tigers wieder mit. Vor allem Oliver sammelte weiter fleißig Rebounds und münzte diese in Zählbares um. Danach fing erneut die Zauberstunde an. Fastbreak um Fastbreak mit wunderschönen Pässen und Abschlüssen rollte auf den Korb der Gäste zu, der Vorsprung wuchs auf 35:18. Doch dann schlichen sich wieder Unaufmerksamkeiten ein, sodass Coach Perovic sechs Minuten vor der großen Pause seine zweite Auszeit nahm. Die Konzentration der Hausherren war nun wieder deutlicher sichtbar und bis zum Halbzeitstand von 48:32 passierte dann auch nichts Spektakuläres mehr. Nach seinem bärenstarken Spiel beim MBC vor zwei Tagen war erneut Oliver bis zur Halbzeit der beste Tiger: 16 Punkte und acht Rebounds hatte er da schon auf seinem Konto.

Der Start ins dritte Viertel verlief ausgeglichener. Bremerhaven spielte um die letzte Play-off-Chance und agierte deutlich intensiver. Dennoch kontrollierten die Schwaben weiterhin das Spiel und hatten in Oliver und Watts die alles überragenden Akteure auf dem Parkett. Viel Applaus verdiente sich auch Akeem Vargas, der heute von Perovic viele Miunten bekam und beim Stand von 56:41 (26.) zum Verschnaufen auf die Bank durfte. Gegen Ende des dritten Spielabschnitts verloren die Tiger etwas ihren Rhythmus – Perovic verlangte umgehend eine Auszeit und schwor sein Team auf die letzten Minuten der Saison vor Tübinger Publikum ein. Einmal mehr war es Oliver, der seinem Team aus der Mini-Krise verhalf und zuverlässig punktete. Mit einer 64:49-Führung ging es ins Schlussviertel.

Zwei Minuten waren im letzten Heimviertel der Saison gespielt, da musste der Tübinger Übungsleiter die Reihen der Tiger neu ordnen, da die Gäste den Rückstand auf die psychologisch wichtige Zehn-Punkte-Grenze reduziert hatten (65:55). Kurz darauf betrug die Führung gar nur noch fünf Zähler, ehe Kashirov mit einem krachenden Dunking die Nerven der Fans wieder etwas beruhigte. Spätestens nach dem Dreier von Watts zum 73:61 knapp vier Minuten vor dem Ende glaubte der Großteil der Zuschauer endlich an den Heimsieg im letzten Heimspiel der Saison und feierten die Tigers-Spieler bis zur Sirene und den Endstand von 80:71 gebührend. Coach Perovic gönnte nun den beiden besten Tigern Oliver und Watts eine Portion Extra-Applaus und nahm sie kurz vor dem Schluss vom Feld. Am Ende einer Saison mit vielen Highlights aber auch vielen bitteren Niederlagen zeigten die Tigers also glücklicherweise nochmals ihr Dr.-Jekyll-Gesicht.

Dschungelgeflüster

Gestopft: Die Fans staunten nicht schlecht, als Herber zum energisch zum Korb zog und das Leder durch die Reuse stopfte. „Ich wollte es einfach mal versuchen und bin froh, dass es geklappt hat. Das war mein erster Dunking in einem Spiel seit 2007“, erklärte der ehemalige Nationalspieler schmunzelnd.

Urlaubspläne: Für die basketballfreie Zeit hat Herber bereits Pläne: „Ich habe mir einen alten VW-Bus gekauft und werde mich im Sommer in Richtung Spanien auf machen.“ Hoffen wir, dass der Rückweg des 28-Jährigen erneut das Ziel Tübingen hat.

Rekord: Oliver war heute einfach nicht zu stoppen. 30 Punkte und elf Rebounds legte der Flügelspieler auf. Damit stellte Oliver nicht nur einen persönlichen Saisonrekord auf, sondern erzielte auch die meisten Punkte seiner Beko BBL-Karriere.

Autogrammjäger: Nach dem Spiel stand die gesamte Mannschaft der Tigers für Autogramme und Fotos bereit. Und der Ansturm nahm kein Ende. Über eine Stunde unterschrieben die Spieler auf Postern, Bällen, Trikots oder Fotos.
Finale: Ruben Spoden und Vargas stehen derzeit mit Pro B-Ligist Erdgas Ehingen/Urspringschule im Finale der Play-offs. In der „best of three“ Serie liegt Ehingen derzeit mit 1:0 gegen die BG Leitershofen/Stadtbergen vorne. „Es geht eigentlich um nichts außer der Ehre. Beide Mannschaften sind aufgestiegen und haben nichts zu verlieren. Dennoch möchten wir den Titel holen“, erklärte Spoden.

Pech: Vargas konnte sich heute über satte 18 Minuten Spielzeit freuen. Dabei machte Vargas einen guten Job. Einzig im Abschluss hatte der Aufbauspieler Pech: Zwei Mal setzte der 20-Jährige zum Wurf an und beide Male drehte sich der Ball mehrmals auf dem Ring, ehe er wieder heraus sprang.
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