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Sekundentod im Wechselbad der Gefühle

Sekundentod im Wechselbad der Gefühle

Erst ging gar nichts, dann machte Phoenix Hagen ein Minus von 22 Punkten wett und am Ende gab es den Schlag mit der Keule: Barry Stewart, bis dahin nur Nebendarsteller im Basketball-Drama zwischen der TBB Trier und den Feuervögeln, staubte mit der Schlusssirene zum 81:80 (53:44)-Sieg für die heimischen Korbjäger ab.
Nach einem engen Spiel sah es lange Zeit gar nicht aus. Trier war zu Beginn viel wacher, traf hochprozentig uns setzte sich in Windeseile ab. Bezeichnend waren die letzte Sekunden des ersten Viertels. Hagen vergab zwei Freiwürfe, ließ zwei Korbleger liegen, schloss obendrein zu schnell ab und kassierte im Gegenzug den Dreier von Dru Joyce zum 30:15-Viertelstand. So ging es zunächst weiter. Philip Zwiener traf nach wiederholtem Offensivrebound zum 41:22 (15.), der starke Maik Zirbes baute den Vorsprung sogar auf 45:23 aus (16.). Ein Dreier von Jacob Burtschi war dann eine Art Weckruf. Phoenix gewann einige Bälle, legte schnelle sechs Punkte zum 47:33 nach (18.) und verkürzte bis zur Pause auf 53:43. „In der ersten Hälfte waren wir nicht aggressiv genug, Taktisch war das gar nicht schlecht, aber das alleine reicht nicht“, analysiert Phoenix-Coach Ingo Freyer.

Nach dem Seitenwechsel sagte das Gefühl eigentlich immer, dass die Hagener die Nummer noch packen können. Und in der Tat: Jacob Burtschi verkürzte aus der Distanz auf 65:64 (35.). Hagen vergab anschließend weitere Chancen und geriet wieder mit 64:71 ins Hintertreffen. Nach einer Auszeit von Ingo Freyer vollendete Phoenix dann für einen Moment die Wende. David Bell traf den Dreier zum 71:72 (37.), doch Philip Zwiener antwortete per Dreier im Gegenzug zum 74:72. Trierer Distanzwürfe spielten bis hierhin keine Rolle, doch das änderte sich nun: Nach Zwiener traf 44 Sekunden vor dem Ende auch Dru Joyce einen Dreier zum 77:74.

Weiter ging die wilde Fahrt: David Bell markierte 33 Sekunden vor dem Ende das 77:77. Maik Zirbes behielt im Gegenzug die Nerven und versenkte zwölf Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe zum 79:77. Auszeit Hagen! Jacob Burtschi traf im Anschluss einen wilden Dreier aus gut und gerne acht Metern zum 80:79 für Phoenix. Doch Ungemach drohte, denn es verblieben noch fünf Sekunden! Philip Zwiener vergab den vermeintlich letzten Wurf, doch Barry Stewart angelte sich anschließend – völlig frei stehend - den Offensivrebound und vollstreckte zum 81:80-Endstand!

Dass sich Phoenix trotz einer grandiosen Aufholjagd um den verdienten Lohn brachte, lag diesmal auch an der miesen Freiwurfquote: Nur sieben von 15 Versuchen fanden ihr Ziel (Trier: 17 von 19). Das schmeckt besonders bitter, wenn nach 40 Minuten nur ein Pünktchen zu mehr fehlt...

Trainerstimmen:

Henrik Rödl: „Uns ist ein großer Stein vom Herzen gefallen. Wir haben sehr gut angefangen, hatten heute eine kleine Rotation, bedingt durch einige Erkrankungen in der Woche. In der zweiten Hälfte hatte Hagen mehr Mut gezeigt, sehr gut miteinander gespielt, die freien Leute gefunden und hochprozentig abgeschlossen. Uns ist etwas die Kraft ausgegangen, George Evans hat gefehlt, aber die jungen Spieler Maik Zirbes und Oliver Clay haben ihre Aufgabe sehr gut gelöst."

Ingo Freyer: "Glückwunsch an Coach Rödl und sein Team. Ein spannendes Spiel ist zu Ende gegangen. Wir hätten auch als Sieger vom Feld gehen können. In der ersten Hälfte waren wir zu brav. In der Bundesliga geht es nur über den Kampf, den haben wir in der zweiten Hälfte gezeigt. Wir hatten viele Möglichkeiten zu gewinnen, Kleinigkeiten entscheiden aber solch ein Spiel. Sei es eine bessere Freiwurf-Quote, der ein oder andere Rebound - es ist müßig darüber zu diskutieren. Heute hatte das viel mit Glück und Pech zu tun. Wir haben mit einem Punkt verloren, das müssen wir akzeptieren. Es ist zwar immer blöd zu verlieren, doch wir profitieren diesmal davon, dass alle anderen Teams im Tabellenkeller auch verloren haben.“

TBB Trier: Zwiener (19/1), Zirbes (16, 10 Reb.), Joyce (13/3, 8 Ass.), Dojcin (10), Bynum (10), Clay (9), Stewart (4), Karamatskos, Picard.

Phoenix Hagen: Bell (22/4), Burtschi (18/3), Dorris (16), Pryor (10), Jonusas (9/2), Seward (3), Spohr (2), Terwilliger, Kruel, Schwarz.

Stationen: 14:7 (5.), 30:15 (10.), 41:22 (15.), 53:43 (20.), 57:53 (25.),
63:59 (30.), 67:64 (35.), 81:80 (40.).

Zuschauer: 3.615
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