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Showdown in Weißenfels

Showdown in Weißenfels

Eine Reise, die sich gelohnt hat: die TBB Trier gewinnt ihr Auswärtsspiel beim Mitteldeutschen BC in Weißenfels nach einem Herzschlagfinale mit 73:71 (35:40). "Ein extrem spannendes Spiel mit zwei Teams, die gekämpft haben bis zum Umfallen – und ein wichtiger Sieg für uns" - Matchwinner: George Evans, der am Ende den entscheidenden Rebound nach einem Fehlwurf von Rastko Dramicanin sichert, Topscorer Dru Joyce und Philip Zwiener mit jeweils 16 Punkten. Man wusste vorher, es würde ein hartes Stück Arbeit werden – immerhin hatte die TBB im Hinspiel bereits eine Verlängerung gebraucht, um Björn Harmsens MBC, die "Wölfe aus Weißenfels" in die Knie zu zwingen.
Dazu kommt die Tatsache, dass es sich bei dieser Paarung um eine der weitesten und damit anstrengenderen Auswärtsreisen der Liga handelt. Henrik Rödls Team war also vorbereitet auf das, was da kommen sollte, hatte aber dennoch zu Beginn Mühen, den MBC unter Kontrolle zu bringen: Die Hausherren setzten sich vor 2400 Zuschauern in der Weißenfelser Stadthalle zügig auf 12:7 ab, vor allem Neuzugang Richard Shields und "Altwolf" Wayne Bernard bestimmten die Partie in dieser Anfangsphase mit guten Treffern aus der Distanz, gegen die die TBB zunächst kein Mittel fand. Offensiv wollte es für Trier ebenso nicht so recht laufen: Philip Zwiener scheitert mehrfach im Abschluss. Erst zwei Dreier von Dru Joyce und Dragan Dojcin und ein schöner Alleingang von John Bynum bringen die TBB auf Tuchfühlung, doch der starke und vor allem variable Rastko Dramicanin hat per Dreier gleich die richtige Antwort. 21:17 steht es zur ersten Viertelpause, das bedeutet für Trier deutlich zu viele zugelassene Punkte gegen offensichtlich top motivierte Gastgeber.

Der MBC startet genau so ins zweite Viertel: Trier kann die Distanzwürfe nicht kontrollieren, trifft selbst aber von draußen nicht. Beim Stand von 28:21 hatte Henrik Rödl genug gesehen und nahm die fällige Auszeit, mit einer klaren Ansage: Zonenverteidigung. Das half, mehr oder weniger bis zum Spielende: der MBC rannte sich mehr als einmal fest, während in der Trierer Offensive jetzt Dru Joyce das Heft in die Hand nahm, unter anderem einen Dreier zum 29:28 traf. Dennoch ging es mit einem 35:40 aus Trierer Sicht in die Halbzeitpause – vor allem Philip Zwiener hatte bisher nicht zu seinem Spiel gefunden, erst zwei Punkte aus zwei Freiwürfen standen zur Halbzeit für ihn auf dem Zettel.

Henrik Rödls Halbzeitansprache zeigte ihre Wirkung – zwar startete der MBC mit Punkten von Shields und Ronald Ross besser in die zweite Hälfte, jedoch ging Trier jetzt deutlich intensiver zu Werke. Vor allem die Reboundarbeit auf Trierer Seite hatte sich jetzt extrem verbessert. Und auch Philip Zwiener war jetzt endlich in der Partie angekommen, bedient erst George Evans unter dem Weißenfelser Korb gegen Zonenverteidigung des MBC, trifft dann selbst zum 46:41 aus der Distanz. Und die folgende Szene war symptomatisch für das Trierer Spiel in dieser Phase: George Evans hat das eigene Brett voll unter Kontrolle, greift sich den Rebound nach einem Fehlwurf von Ronald Ross, Dru Joyce schickt per Fastbreak Zwiener auf die Reise, und der trifft zum 46:43. Es war das Viertel der TBB Trier, die jetzt defensiv stark aufspielte und vor allem vorne die wichtigen Würfe traf: Barry Stewart kann per Dreier ausgleichen, auch er hatte eine Halbzeit gebraucht, um seinen Wurf zu finden; George Evans erobert mit schnellen Fingern den Ball von Johnnie Gilbert, Philip Zwiener schließt krachend zum 50:52 ab. Dru Joyce sorgt mit zwei Freiwürfen für den Viertelstand von 50:54 – eine eindrucksvolle Rückmeldung des Trierer Teams.

Doch Rastko Dramicanin, der Weißenfelser Neuzugang, hatte etwas dagegen: fünf Punkte in Folge markiert der 2,07m-Mann, ist damit auf dem Weg zur perfekten Partie: 55:54 für die Wölfe; Stewart kontert per Dreier, John Bynum, der mittlerweile auch stark aufspielte, zwingt Björn Harmsen ebenfalls mit einem Dreier zur nächsten Auszeit: 59:62. Knapp fünf Minuten vor Ende ging das Spiel in seine heiße Phase, und die hatte es wieder mal in sich: Der unglaublich präsente George Evans markiert mit einem ganz weiten Hook Shot das 62:66, doch sein Centerkollege Johnny Gilbert gleicht zum 66:66 aus – noch zwei Minuten. Barry Stewart verwirft beim Stand von 66:68 zwei Freiwürfe nach Technischem Foul, dafür erhöht Zwiener auf 66:70. Johnnie Gilbert, dem nach langer Verletzungspause die Spielfreude förmlich anzusehen war, gelingt ein Dreipunktspiel zum 69:70, Richard Shields trifft einen Freiwurf zum 70:70, die Partie verlagert sich kurzzeitig an die Freiwurflinie. Es steht 71:72, Trier führt also mit einem Punkt, als drei Sekunden vor Schluss Rastko Dramicanin, der Mann mit der quasi perfekten Feldwurfquote (8 von 9 Würfen aus dem Feld) völlig frei an der Dreierlinie abdrückt – und verfehlt. George Evans holt den Rebound mit vollem Körpereinsatz und hält den Ball fest, als ginge es um sein Leben. Er wird gefoult – die Spieluhr zeigt eine Zehntelsekunde, als der älteste Spieler der Liga an die Freiwurflinie geht. Der 40jährige macht alles richtig, trifft den ersten, spielt den zweiten so an den Ring, dass kein vernünftiger Rebound herausspringt – Auswärtssieg mit 73:71 für Trier. Trier steht damit auf Playoff-Platz 8, der MBC bleibt auf Platz 15.

Henrik Rödl, Headcoach TBB Trier: "Ein unglaublich spannendes Spiel, das auch genau andersherum hätte ausgehen können - und für uns ein wirklich wichtiger Auswärtssieg im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf. Beide Teams haben gekämpft bis zum Umfallen. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut genug verteidigt, das wurde in der zweiten Halbzeit besser. Die Zone hat weitgehend gegriffen. Danach hatten wir dann offensiv einige Helden, zum Beispiel John Bynum und Barry Stewart, die ihre wichtigen Dreier getroffen haben."

Anton Mirolybov, Assistant Coach MBC (in Vertretung des erkrankten Headcoaches Björn Harmsen, der unmittelbar nach Spielende die Halle verlassen musste): "Glückwunsch an Coach Rödl und sein Team. Das war natürlich vor allem mental eine herbe Niederlage für uns. Wir wussten, dass wir es mit einem guten Defensiv-Team zu tun haben würden, dem zweitbesten der Liga um genau zu sein. Also haben wir aktiv versucht, dagegen anzukommen. Im dritten Viertel hat uns Trier mit guter Zonenverteidigung zu einigen schlechten Entscheidungen gezwungen und ist so zurück ins Spiel gekommen. Dass der letzte freie Dreier von Dramicanin nicht gefallen ist, war natürlich Pech."

An dieser Stelle "Gute Besserung" an Björn Harmsen!
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