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Siegesserie auch in Ulm fortgesetzt

Siegesserie auch in Ulm fortgesetzt

Derbysieg! Die WALTER Tigers Tübingen haben das Württemberg-Derby bei ratiopharm Ulm in einem spannenden, wenn auch nicht immer hochklassigen Spiel, jedoch mit einer wahren Energieleistung mit 84:81 (42:34) für sich entschieden. Nach der deutlichen 83:100-Heimniederlage im Tübinger Dschungel vor vier Monaten konnten die Mannschaft von Tigers-Cheftrainer Igor Perovic nun erfolgreich Revanche nehmen und den Spieß umdrehen. Und dies natürlich ohne den erkrankten „Energizer“ Kenny Williams, der bekanntlich bis Saisonende ausfällt. So musste der Tübinger Cheftrainer sich etwas einfallen lassen, um den Beko BBL-Top-Rebounder John Bryant in den Griff zu bekommen. Der bärenstarke Anatoly Kashirov (22 Punkte) sowie Dane Watts und Ruben Spoden lieferten hier abwechselnd gute Arbeit ab. Trotz sieben Punkte und zehn Rebounds blieb Bryant lange Zeit eher blass.
Bester Akteur auf dem Parkett war jedoch ohne Zweifel Nationalspieler Robin Benzing, dem überragende 33 Punkte (fünf von zehn Dreiern & zwölf von 15 Freiwürfen) gelangen. Doch auch Benzing konnte die Niederlage seiner Ulmer Mannschaft am Ende nicht verhindern. Eine starke Kollektivleistung der Tübinger war verantwortlich für einen knappen aber verdienten Sieg im elektrisierenden Derby. Hervorzuheben bei der Perovic-Truppe war Nicolai Simon. Der 24-Jährige erzielte elf Punkte, traf dabei alle drei Dreier und machte wohl sein bisher bestes Spiel im Trikot der Raubkatzen. Ebenfalls zweistellig punkteten Chris Oliver (15) und Branislav Ratkovica (12). Sehr erfreulich auch die Quote der Tübinger von der Freiwurflinie. Nur drei Versuche gingen nicht nur die gegnerische Reuse, insgesamt traf man 19 von 22 Möglichkeiten (86,4 %).

Perovic: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft.“

Nach der Partie gratulierte ratiopharm-Trainer Mike Taylor den Tübingern zu einem verdienten Sieg. „Tübingen hat mit viel Einsatz und Leidenschaft gespielt. Sie lagen die ganze Begegnung in Führung und man muss dem Gegner große Hochachtung schenken, dass sie sich vor dieser tollen Kulisse nicht haben aus der Ruhe bringen lassen. Wir sind enttäuscht über unsere eigene Leistung und konnten heute nur mit Benzing dagegenhalten. Die Match-ups auf den Positionen eins, zwei, vier und fünf haben wir klar verloren. Der Sieg geht somit absolut in Ordnung“, so der sympathische Trainer der Ulmer. Sein Gegenüber nahm die Glückwünsch gerne entgegen und war indes stolz auf sein Team. „In Ulm ist es nie leicht zu gewinnen. Es war ein hartes Spiel mit vielen Emotionen, welches bis zur Schlusssekunde auf des Messers Schneide stand. Natürlich haben wir von den vielen Fehlern der Ulmer in der ersten Halbzeit profitiert und konnten dies erfolgreich für unser eigenes Spiel nutzen. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, so der 36-Jährige abschließend.

Beeindruckt von der großartigen Stimmung beider Fanlager in der mit 3000 Zuschauern ausverkauften Ulmer Kuhberghalle begannen beide Mannschaften äußerst nervös. Keine 14 Sekunden waren gespielt und Kashirov kassierte bereits sein erstes Foul. Eine gute Minute später sorgte Chris Oliver für die ersten Punkte der Partie (3:0). Von nun an ließen die Tübinger Raubkatzen nicht mehr locker und bissen sich mit viel Einsatz und Siegeswillen in die Partie. In der Defensive wurde um jeden Ball gekämpft und Ulm blieb bis zur sechsten Minute ohne Korberfolg. Die Tigers hingegen erzielten bis dato sieben weitere Zähler (10:3). Der von den Ulmer Anhängern in einem Käfig eingesperrte Stofftiger kämpfte von Beginn an, sich aus seiner Gefangenschaft zu befreien und die Taylor-Truppe Schritt für Schritt auf dem Spielfeld zu erlegen. Vor allem Oliver suchte immer wieder seine Chance in der Offensive und konnte von den Ulmer Verteidigern zu Beginn nur schwer gestoppt werden. Kontrollierten die Neckarstädter die Begegnung in den ersten acht Minuten, auch wenn die Wurfquote noch ausbaufähig war, kämpften sich die Hausherren im weiteren Verlauf angetrieben von ihren Fans wieder zurück ins Spiel. Bis zur Viertelpause verkürzten die Münsterstädter auf 9:13 und waren somit wieder in unmittelbarer Schlagdistanz.

Der zweite Spielabschnitt begann hingegen wieder erfreulicher aus Tübinger Sicht. Obwohl Kashirov bei seinem Mitteldistanzwurf gefoult wurde, versenkte er den Ball und den dazugehörigen Freiwurf sicher. Auch die nächsten vier Tübinger Punkte gingen auf das Konto des 2,15 Meter großen Russen und die Tigers verschafften sich wieder ein wenig Luft (20:13, 13.). Die Ulmer Verteidigung konzentrierte sich nun besser auf den Gegenspieler von Top-Rebounder Bryant und so bot sich mehr Platz von jenseits der Dreipunktelinie. Nutznießer war dabei Nicolai Simon, der zum 23:15 für die Gäste einnetzte (14.). Doch die Münsterstädter ließen sich zu keiner Zeit abschütteln. Fünf Punkte von Benzing und ein krachender Dunking von Coleman Collins brachten den Erzrivalen auf drei Punkte heran.

Perovic bat zu seiner ersten Auszeit. Aus dieser kamen die Tigers wieder aggressiver zurück aufs Parkett. Simon mit einem weiteren Dreier und Clifford Crawford sorgten erneut für ein kleines Polster (35:26). In der 17. Minute kassierte der bis dato starke Simon schon sein drittes Foul und nahm vorsichtshalber auf der Tübinger Bank Platz. Doch die Gäste agierten weiter souverän. Auf zwei Punkte von Johannes Herber ließ Dane Watts einen krachenden Block gegen den Ulmer Bryant folgen. Und man glaubt es kaum: Als der Hallensprecher das Halbzeitergebnis der Fußball-Bundesligapartie zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund (1:2) verkündete, herrschte gemeinsamer Jubel der beiden rivalisierenden Fanlager. Tübingen brachte den Vorsprung von acht Punkten über die Zeit und ging mit einem 42:34 in die Halbzeitpause. Insgesamt konnte Perovic bis dato zufrieden sein: Die Tigers leisteten sich nur zwei Ballverluste, verteilten sieben Vorlagen und legten vor allem die nötigte Leidenschaft an den Tag.

Überragender Robin Benzing

Wie auch die erste Halbzeit, so begannen auch die zweiten zwanzig Minuten eher nervös. Beide Teams suchten vergeblich das Ziel und leisteten sich viele Fehlwürfe. Es waren die bisherigen Topscorer beider Mannschaften, die bis zur 24. Minute für die einzigen Punkte sorgten. Nach einem Dunking von Benzing legte Kashirov den Ball elegant in den Ulmer Korb (42:36). Die Partie gestaltete sich nun offen. Die deutsche Ulmer Garde um Benzing und Per Günther stellte die Gäste vor große Probleme. Bis zur 26. Minute waren die Münsterstädter wieder auf vier Punkte dran und die Tigers begannen nun etwas zu schwimmen. So fanden die Raubkatzen in der Offensive nur noch selten ihre Mitspieler und freie Würfe, doch standen Oliver und Co. defensiv noch sicher. Dies änderte sich als Bryant und Rocky Trice zu einfachen Punkten kamen und die Hausherren auf nur noch zwei Punkte heranbrachten. Perovic bat seine Mannschaft umgehend zum Gespräch (28.). Diese zeigte auch die entsprechende Wirkung: Die Tigers agierten nun wieder besser in der Offensive und erarbeiteten sich ein Polster von fünf Punkten. Doch kurz vor Ablauf der Spieluhr war es wie vergangene Saison. Benzing traf eiskalt von der Dreipunkteline. Mit nur zwei Punkten (56:54) Vorsprung gingen die Tigers in das Schlussviertel und die letzten zehn Minuten versprachen alles, was vom Derby im Vorfeld zu erwarten war.

Tübingen eiskalt von der Linie

Die letzten zehn Minuten eröffnete Radovan Markovic mit zwei Punkten für seine Mannschaft (58:54, 31.). Doch eine unglaubliche Bewegung von Benzing brachte die Münsterstädter wieder auf zwei Zähler heran. Nach einem Offensivrebound von Watts brannten dann die Nerven von Sean Sonderleiter durch: Der Forward riss den Tübinger zu Boden und kassierte dafür ein unsportliches Foul, für den Ulmer das fünfte. Die daraus resultierenden Freiwürfe und ein Korbleger von Clifford Crawford brachten die Tigers wieder mit fünf Punkten in Front (61:55, 33.). Ein Dreier von Oliver markierte das 64:57 für die Neckarstädter und ließ den Kuhberg das erste Mal für kurze Zeit verstummen (34.). Jetzt stemmte sich Günther gegen die drohende Niederlage. Mit vier Punkten hielt der Aufbauspieler die Spatzen im Rennen. Auf Seiten der Neckarstädter war es erneut Simon, der jetzt Verantwortung übernahm. Fünf Punkte erzielte der Shooting Guard in Serie und baute die Tigers-Führung im Alleingang auf acht Punkte aus (69:61).

Doch erneut kämpften sich die Ulmer heran. Nach 37 Minuten waren es wieder nur drei Punkte Vorsprung für die Tigers und Perovic bat um eine weitere Auszeit (71:68). Eine Minute vor Ende lagen die Raubkatzen erneut mit fünf Punkten vorne und wieder drehten die Ulmer auf. Die Donaustädter foulten nun schnell und hofften auf Fahrtkarten der Tübinger, um selber in der Offensive entscheidend punkten zu können. Doch Oliver, Markovic und Ratkovica verwandelten alle zehn finalen Freiwürfe und am Ende stand ein knapper, aber hochverdienter 84:81-Erfolg der Gäste zu Buche. Bryant, Günther und Benzing kamen zwischendurch immer wieder zu schnellen Punkten, jedoch vergaben Günther und auch Bryant zwei wichtige Würfe von der Linie. Das war zu wenig, um das Spiel noch zu gewinnen. Knappe drei Sekunden vor Spielende setzte Günther noch zu einem Verzweiflungswurf aus gut elf Metern an, verfehlte aber glücklicherweise das Ziel. Dies löste großen Jubel bei der Perovic-Truppe sowie den mitgereisten zahlreichen Anhängern aus. Bis weit nach Spielende feierten die Tübinger Fans ihre Mannschaft und brachten ein Stück Jungle auf den Ulmer Kuhberg.

Nationalspieler Günther (15 Punkte) hatte unmittelbar nach Spielende eine schnelle Erklärung für die Niederlage im Derby. „Wir haben den Anfang total verschlafen und es war für uns sehr schwer, den richtigen Rhythmus zu finden“, sagte der flinke Ulmer Aufbauspieler. Mit dem letzten Sieg beider Teams in der Ulmer Kuhberghalle erhöhte die Tübinger nun ihre stolze Serie auf fünf Siege in Folge. Mit zwölf Siegen und zwölf Niederlagen hat die Perovic nun sogar noch Chancen auf die Play-offs. Um diesen Traum weiter leben zu können, muss die Mannschaft nun freilich weiter nachlegen und das nächste Spiel gegen Schlusslicht Gloria Giants Düsseldorf (05. März - 20 Uhr - Paul Horn-Arena) mit dem Ex-Tübinger Steven Wright unbedingt gewinnen. Karten für das Spiel gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen, im Tigers Onlineshop unter www.walter-tigers.de oder am Spieltag an den Abendkassen.

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